Winterwunderland Harz – Im Winter auf den Brocken

 
Auf der Suche nach dem Winter haben wir uns am vorletzten Wochenende auf den Weg in den Harz gemacht.
Nachdem wir die Hoffnung auf ein wenig Schnee schon fast aufgegeben hatten, haben wir ihn tatsächlich gefunden: den Winter. Während bei uns zu Hause am Niederrhein noch nicht eine Flocke Schnee gefallen war, empfing uns der Harz tiefverschneit.

Dabei ist der Harz ein seltsames Gebirge: Mitten in der Tiefebene ragt er wie ein dicker Brocken in den Himmel. Sein höchster Berg, der – wie passend – Brocken bringt es immerhin auf mittelgebirgsstattliche 1.141 Meter Höhe.

Schon oft haben wir den Gipfel des Brockens erstürmt, denn in unregelmäßigen Abständen zieht es uns immer wieder in den Harz. Für uns als Berg- und Wanderfans eine gute Alternative zu den weit entfernten Alpen.

Aber im Winter waren wir tatsächlich noch nie auf dem Brocken.
 
 

Ein „hässlicher“ dicker Brocken 😀

Der „Berg der Deutschen“, wie der Brocken auch genannt wird, liegt an der ehemaligen innerdeutschen Grenze und war von 1961 bis 1989 Sperrgebiet. Dieser Fakt trägt nicht unbedingt dazu bei, seinen Gipfel schöner zu machen.
Die kahle Kuppe, die auf Grund der exponierten Lage ein Klima wie in Island aufweist und oberhalb der Baumgrenze liegt, wird immer noch von Funkmasten und anderen unansehnlichen Gebäuden verschandelt.

Auf unserer Winterwanderung hat uns der Brocken jedoch echt überrascht: Wenn Schnee die Landschaft in ein Winterwunderland verwandelt und alle Schandflecken der Vergangenheit unter einer weißen Decke verschwinden lässt, dann zeigt der sagenumwobene Gipfel seinen wahren Zauber.
Wenn du dann auch noch einen der wenigen niederschlags- und nebelfreien Tage erwischt, ist der Berg fast magisch schön. Diese Tage sind wirklich etwas Besonderes. Denn der höchste Berg im Harz bringt es auf 230 Niederschlagstage und 306 Nebeltage im Jahr.
 
ALT="Winterwandern im Harz"

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Am Morgen unserer Tour strahlt uns schon beim Aufwachen die Sonne entgegen.

Für unsere Winterwanderung haben wir uns für den „leichten“ Aufstieg ab Torfhaus entschieden. Von hier sind es nur etwa neun Kilometer bis zum Gipfel.
 
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Auf dem Goetheweg zum Brocken

Der Goetheweg ist der Klassiker unter den Wanderwegen auf den höchsten Harzgipfel. Der Goetheweg ist auch Teil des Harzer-Hexen-Stiegs, der, erkennbar an der weißen Hexen-Markierung, den Harz von West nach Ost durchquert.
 
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Der ca. 8 Kilometer lange Goetheweg folgt in etwa der Route, auf der schon der berühmte Dichter im Winter 1777 zum Gipfel wanderte. Goethe verarbeitete seine Eindrücke vom „Blocksberg“ im Faust.

Wir starten bei eisigen Temperaturen von –18 Grad, aber strahlend blauem Himmel, vom Parkplatz am Nationalpark Besucherzentrum Torfhaus.
Zunächst führt der Weg parallel der B4 in Richtung Braunlage. Schon bald lassen wir die letzten Häuser von Torfhaus hinter uns und folgen nun dem Goetheweg.
Der Weg führt leicht ansteigend durch dicht bewaldetes Moorgebiet. Wir sind früh dran und so sind wir (noch) fast allein unterwegs.
Bei jedem Schritt knirscht der Schnee unter den Füßen und in der klaren Winterluft glitzern tausend Eiskristalle. Alles ist in ein leuchtendes „Weiß“ getaucht.
 
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Dank der Sonne fühlen sich die Minusgrade gar nicht so kalt an und der Anstieg tut sein Übriges, um uns schnell auf Betriebstemperatur zu bringen. Die ersten Kilometer lassen wir zügig hinter uns.

Je höher wir kommen, desto weißer wird der dichte Fichtenwald um uns herum. So viel Schnee haben wir echt nicht erwartet.
 
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Nach ca. 2 Stunden verlassen wir den schützenden Wald und treten hinaus auf eine Fläche, die nur noch mit wenigen Bäumen bestanden ist.
Hier verlaufen auch die Schienen der historischen Brockenbahn und Seite an Seite mit den Schmalspurschienen wandern wir weiter bergauf.
 
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Die alte Schmalspurbahn, die sich schnaufend und prustend ihren Weg durch die schneebedeckte Landschaft bahnt, ist eines der Highlights der Brockenbesteigung. Die Bahn bringt ganzjährig die „fußlahmen Touristen“ auf den Brocken.
Eigentlich schade, denn ihnen entgeht der wundervolle Weg, der so viel schöner als der Gipfel selbst ist.
Aber ohne die Touristen kämen die Wanderer auch nicht in den Genuss einen Blick auf die historische Lok zu erhaschen. Wenn man das laute Tuten der Bahn vernimmt, sollte man sich schnell in Position bringen, denn nur ein paar Sekunden später ist das Schauspiel vorbei.
 
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Jetzt ist es nicht mehr weit bis zum Gipfel. Wir überqueren die magische 1.000 Meter Höhen-Marke. Hier kann man deutlich sehen, dass der Wuchs der Fichten gedrungener ist und viele Bäume bereits abgestorben sind. Wir haben eine Höhenlage erreicht, in der es den Fichten schwer fällt, ihr Dasein gegen die raue Witterung zu behaupten.
 
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Für den letzten Kilometer verlassen wir schließlich die Schienen, die in einem Bogen auf die Kuppe führen und marschieren auf der breiten Brockenstraße zum Gipfel. Inzwischen sind wir auch nicht mehr allein unterwegs. Wem kann man es auch verübeln an diesem herrlichen Sonnentag?

Zügig legen wir die letzten Meter zurück und erreichen nach ca. 2,5 Stunden den Gipfel.

Das Brockenplateau ist mit einer Decke aus funkelnden Diamanten überzogen. Die wenigen verbliebenen Fichten sind komplett weiß und ragen wir bizarre Eisskulpturen aus dem weißen Nichts hervor. Wir können uns gar nicht satt sehen an der Winterpracht.
 
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Nach einem Spaziergang auf dem ca. 1,6 Kilometer langen und sehr zugigen Brockenrundweg freuen wir uns jetzt auf eine Einkehr in der Hexenklause, die zu jeder Wanderung auf den Brocken einfach dazu gehört.
 
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Der gemütliche Gastraum in der 7. Etage des Brockenhotels platzt bereits aus allen Nähten als wir eintreffen. Aber schließlich findet sich doch noch ein freies Fensterplätzchen für uns und wir lassen uns die Erbsensuppe mit Würstchen schmecken. Zum Nachtisch noch ein Glühwein und gut aufgewärmt machen wir uns auf den Rückweg.

Für den Abstieg brauchen wir knappe zwei Stunden und als wir Torfhaus erreichen, geht die Sonne schon unter.
 
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we2ontour-Fazit:

Für uns war die Brockenwanderung im Winter eine tolle Erfahrung.
Überhaupt war dies unsere erste richtige Winterwanderung – aber mit Sicherheit nicht unsere letzte. Mit warmen Stiefeln und einer dicken Jacke macht Wandern im Winter richtig Spaß!
 
 

Infos zum Nachwandern:

  • Die Wanderung von Torfhaus zum Brocken und zurück ist ca. 18 Kilometer lang (ohne Rundwanderung am Gipfel).
  • Da der Weg als Winterwanderweg ausgeschrieben ist, wird er selbst bei meterhohem Schnee meist freigeräumt.
  • Für die gesamte Strecke solltest du eine gemütliche Gehzeit von ca. 4,5 Stunden (2,5 Stunden rauf und 2 Stunden runter) einplanen. Mit Pause und eventueller Rundwanderung bist du etwa 5 -6 Stunden unterwegs.
  • Anstieg: ca. 360 Höhenmeter
  • Abstieg: ca. 360 Höhenmeter
  • Start- und Endpunkt: Parkplatz am Nationalpark Besucherzentrum Torfhaus
  • Anreise: Das Nationalpark-Besucherzentrum Torfhaus ist mit PKW und öffentlichem Nahverkehr erreichbar.
  • Parken: An der Bundesstraße B4 gibt es den Großparkplatz „Brockenblick“, die Gebühren betragen für die ersten beiden Stunden je 1,50 €, das Tagesticket kostet 4,00 €.

 
 
Na, konnten wir dir ein wenig Lust auf eine Winterwanderung auf den Brocken machen? Oder warst du vielleicht schon im Schnee dort oben?
 
 

geschrieben von
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6 Kommentare

    • Wir kannten den Brocken bisher auch nur ohne Schnee. Irgendwie zieht es uns immer wieder dort hinauf 🙂 Aber mit Schnee und Sonne wirkte alles ganz anders und wunderschön.
      Wir können eine Winterwanderung auf den Brocken echt empfehlen.
      Liebe Grüße
      Frauke & Jojo

    • Uns hat die Landschaft auch begeistert. Man muss allerdings Glück mit dem Wetter haben.
      Wir können diese Tour auf jeden Fall empfehlen.
      Liebe Grüße
      Frauke & Jojo

  • Das sind großartige Winteraufnahmen! Vielen Dank, dass du den Harz bei meinem Round up über die schönsten Reiseziele für Familien in Deutschland beigesteuert hast.
    Liebe Grüße,
    Sabine

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