Am tiefsten Punkt der Erde

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Die Erde ist rund? Von wegen! Sie hat Dellen, die Hunderte Meter unter dem Meeresspiegel liegen. Und die tiefste Delle ist am Toten Meer!

Weiter hinab geht es nämlich nicht: Das Ufer des Toten Meeres ist der tiefstgelegene, nicht von Wasser bedeckte, Ort der Erde. Der Wasserspiegel liegt 420 Meter unter Normalnull.

Dabei ist das Meer eigentlich ein Salzsee und wirklich tot ist es auch nicht. Nur gibt es in ihm weder Fische noch die üblichen Wasserpflanzen, keine Krabben und auch keine Algen. Neben den planschenden Touristen kommen einzig winzige Mikroben mit der hohen Salzkonzentration zurecht. Diese ist mit 33,7 Prozent immerhin mehr als zehnmal höher als der Salzgehalt des Mittelmeeres.
Wegen der chemischen Zusammensetzung der Salze in diesem ungewöhnlichen Binnensee fühlt sich das Wasser auch nicht wie Wasser an, eher wie eine ölige Brühe. Und wegen des hohen spezifischen Gewichts kann man darin auch nicht untergehen.
 
Wenn du das Tote Meer besuchen möchtest, solltest du dich aber besser beeilen. Denn der Meeresspiegel sinkt jedes Jahr um ca. einen Meter. Grund dafür ist der steigende Wasserverbrauch. Israel und Jordanien beuten den See rücksichtslos aus.
 
 

Die Farben des Toten Meeres

Obwohl es sich eigentlich um das ungastlichste Gewässer auf Erden handelt, geht vom Toten Meer doch ein ganz eigener Reiz aus.

Und eine Reise nach Israel wäre keine Reise nach Israel ohne einen Besuch am Toten Meer.

Mit dem Bus bist du von Jerusalem innerhalb einer Stunde am tiefsten Punkt der Erde.
Schon die Fahrt ist ein Erlebnis. Denn gleich hinter Jerusalem beginnt die Wüste. Einen Moment lang bestaunen wir noch die Aussicht über Jerusalems Altstadt und die dahinter liegende Neustadt und im nächsten sind wir schon mitten zwischen den Bergen der judäischen Wüste, die sich entlang der Straße auftürmen.

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Dann sehen wir plötzlich durchs Fenster ein Glitzern. Vor uns liegt das Tote Meer. Schon rein optisch ist der unter einer dauerhaften Dunstglocke liegende Salzsee, mit seiner Kulisse aus sand- und salzhaltigen Bergen, faszinierend.

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Die Farben des Wassers, die Strukturen der Wüste und die schroffen Felsformationen bilden ein unvergleichliches Gesamtkunstwerk.
Blickt man am Ufer zur anderen Seite des Meeres, lässt der salzige Dunst über der Wasserfläche den Horizont wie eine trügerische Fata Morgana in der Ferne verschwimmen. Eigentümlich schimmert das Wasser: Meistens tiefblau, manchmal türkis, an anderen Stellen grün.
Überall glitzern Salzkristalle im Sand.

Was für eine surreal anmutende Mondlandschaft!
 
Wir können den ehemaligen Pegel des Toten Meeres von vor einigen Jahre noch gut erkennen. Zurückgeblieben ist eine Kraterlandschaft mit großen Einsturztrichtern, die man besser nur mit größter Vorsicht betreten sollte.

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Was tun am Toten Meer?

Natürlich hineinspringen!

Es macht einfach Spaß, wie ein Korken im Wasser zu treiben.

Die meisten Strände entlang des Toten Meeres, wie En Gedi oder Mineral Beach, berechnen für den Eintritt etwa 50 bis 60 Shekel für Erwachsene. Aber es lohnt sich! Für umgerechnet etwa 12 Euro bekommst du Umkleidekabinen, Toiletten, Liegen und Stühle sowie das Wichtigste: Duschen. Nach all dem Salz und Schlamm wirst du vor allem die Letzteren zu schätzen wissen.
 
 

Schweben statt schwimmen

So muss sich ein Gummiball fühlen, wenn er unter Wasser gedrückt und dann losgelassen wird. Während wir langsam versuchen uns auf den Rücken zu legen, schießen – schwupps – die Beine an die Oberfläche. Aber wenn man einmal liegt, ist es sehr gemütlich.

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Was allerdings nicht funktioniert ist das Schwimmen. Kaum ist man in Brustschwimmposition, zieht es einem die Beine so weit nach oben, dass es schwierig wird die Balance zu halten und man fast kopfüber ins Wasser taucht.

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Der Satz „schwerelos vor sich hindümpeln“ bekommt hier eine ganz neue Bedeutung. 😀

Aufgrund seiner osmotischen Wirkung und den reichhaltigen Mineralien wirkt sich das Wasser positiv auf die Haut aus.
Besonders Menschen mit Schuppenflechte oder Neurodermitis erhoffen sich Linderung durch die Kombination aus Sonne, Salz und Wasser. Samtig, fast ölig fühlt sich unsere Haut an, als wir nach knapp 15 Minuten aus dem zähflüssigen Wasser steigen.

Um das Ganze noch abzurunden, reiben wir uns mit dem schwarzen Schlamm ein, was zwar eine absolute Sauerei ist, aber tierisch Spaß macht.

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Unsere Haut war, glaube ich zumindest, noch nie so zart, auch wenn wir mehrere Duschgänge benötigen, um die Kruste aus Schlamm und Salzwasser wieder los zu werden.
 
Am Nachmittag, nach dem Bad, erkunden wir einen kurzen Küstenabschnitt zu Fuß. Nicht nur das Wasser hat einen sehr hohen Salzgehalt, auch das Land ist mit einer Salzschicht überzogen. An einigen Stellen ist der Strand mit einer geschlossenen Kruste aus Salz bedeckt, an anderen Stellen liegt das Salz fein- oder grobkörnig herum. Badesalz zum Mitnehmen!

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Infobox:

Anreise:
Von der Central Bus Station in Jerusalem fahren (ziemlich) regelmäßig Busse ans Tote Meer.
Manche Buslinien bedienen jedoch nicht alle Haltestellen. Wenn du ganz sicher gehen willst, erkundige dich beim Fahrer, wo der Bus hält bzw. welchen zusätzlichen Fußweg du für ein bestimmtes Ziel einkalkulieren musst.
Beachte: Am Sabbat, also von Freitagnachmittag bis Samstagabend, fahren keine Busse!
 
 

Und sonst so?

Damit dein Ausflug ans Tote Meer zu einem vollen Erfolg wird, solltest du einige Hinweise beachten:

  • Sonnenschutz nicht vergessen! Zwar bekommt man am Toten Meer viel langsamer Sonnenbrand, da der permanente dunstige Schleicher über dem Wasser eine Menge UV-Strahlung filtert. Trotzdem solltest du es deiner Haut zuliebe nicht übertreiben und auf Sonnenschutz achten.
    Am Toten Meer ist es wirklich heiß und es gibt keinen Schatten am Ufer.
  • Nimm Badelatschen mit! Der Strand und der Meeresboden sind mit einer dicken, sehr scharfkantigen Salzkruste überzogen. Deine Fußsohlen werden es dir danken.
    Eigentlich sind Neopren-Slipper (auch wenn sie doof aussehen), die man im Wasser anhaben kann, am besten geeignet.
  • Nimm Dusch-Sachen und mindestens zwei Handtücher mit. Das Handtuch, mit dem du dich nach dem Baden abtrocknest, wird durch das Salz und die Schlammreste klebrig und unbrauchbar.
    An vielen Stränden kannst du, für wenige Shekel, Handtücher leihen, was im Hinblick auf den schwarzen Schlamm keine schlechte Investition ist.
  • Pack eine Plastiktüte ein, in welcher du die schmutzigen Sachen transportieren kannst.
  • Zieh nicht die beste Kleidung an. Salz macht Flecken und bleicht Leder und Stoffe unschön aus.
    Ich würde auch nicht unbedingt den schicksten Bikini am Toten Meer ausführen. Jede Elastikfaser dürfte gequält stöhnen, wenn sie in der Salzlake eingeweicht wird und der schwarze Schlamm trägt vermutlich auch nicht zur langen Lebensdauer der Badekonfektion bei.
  • Achte darauf, dass du nirgends offene Stellen am Körper hast. Ein Totes-Meer-Bad macht dir selbst den kleinsten Schnitt sofort schmerzhaft bewusst. Salzwasser in dieser Konzentration brennt höllisch.
  • Vermeide es unbedingt, Wasser in die Augen oder die Nase zu bekommen. Wenn es doch passiert: Sofort raus aus dem Wasser und gründlich mit klarem Wasser nachspülen.
  • Da das Wasser des Toten Meeres den Körper austrocknet, solltest du viel Wasser trinken.

 
Warst du schon einmal am Toten Meer und hast Ergänzungen oder sonstige Tipps? Wir freuen uns auf deine Kommentare!
 
 
Dieser Beitrag ist Teil der Blogparade #Seenliebe, die Katja vom WellSpa-Portal ausgerufen hat.
 
 
Noch mehr Reiseberichte aus Israel findest du hier.
 
 

geschrieben von
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