Die schwarze Burg von Matsumoto

Mitten in den japanischen Alpen liegt Matsumoto.

Die kleine Stadt liegt geschützt in einem fruchtbaren Tal und ist von einer grandiosen Kulisse umgeben. Im Westen reihen sich die Dreitausender der Nordalpen aneinander und im Osten halten kleinere Berge Wache.
In Matsumoto steht eine der schönsten Burgen Japans. Aber die kleine Stadt hat noch mehr zu bieten.

Wir haben einen Tag dort verbracht und hier kommen unsere 6 Tipps für deinen Besuch in Matsumoto:
 
 

1. Besuche die „Krähenburg“

Japans älteste Holzburg solltest du auf gar keinen Fall verpassen. Sie ist eine von vier Festungen, die zu den nationalen Kulturgütern Japans zählen.

Ursprünglich stand in jeder japanischen Provinzstadt, die Sitz eines Daimyo, eines Fürsten, war, eine Burg als Symbol der Macht. Ende des 19 Jahrhunderts kam für die meisten dieser Festungen das Ende. Das Feudalsystem wurde umgekrempelt und durch eine europäisch orientierte Aristokratie ersetzt. Damit verloren die Bauten ihren Sinn und wurden kurzerhand versteigert und abgerissen.
Als die Burg von Matsumoto versteigert werden sollte, regte sich bei den Einwohnern der Stadt Lokalstolz. Eine Kampagne wurde ins Leben gerufen, um das Wahrzeichen zu retten – mit Erfolg.
Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Burg renoviert und ist damit eine der wenigen original erhaltenen Burgen ihrer Art.
Da Matsumoto zwar von Bergen umgeben, selbst aber völlig flach ist, fehlen Burghügel und die Wallanlagen.

Die Burg wird wegen der schwarzen Farbe und den „ausgebreiteten Flügeln“ auch Krähenburg genannt.

Die Burg kann besichtigt werden, steile Stufen verbinden die sechs Stockwerke. Auf jeder Etage hast du einen tollen Ausblick auf die Stadt und die Nordalpen.
 
Öffnungszeiten: 8.30 Uhr bis 17.00 Uhr

Eintritt: 610 Yen/Person (im Eintritt zur Burg ist der Besuch des angrenzenden Stadtmuseums inbegriffen)

Parken: In unmittelbarer Nähe der Burg befindet sich der Parkplatz Shiekaichi. Dieser ist gut ausgeschildert! Jede angefangene Stunde kostet hier 200 Yen.
Am Parkplatz findest du eine Box mit Stadtplänen. Schnapp dir einen! Matsumoto ist klein und überschaubar. Von hier kannst du alle Ziele wunderbar zu Fuß erreichen.
 
ALT="Matsumoto*_Schwarze Burg (3)

ALT="Matsumoto"_Schwarze Burg (2)

ALT="Matsumoto"_Schwarze Burg (5)  

Matsumoto_Schwarze Burg (4)

Matsumoto_Schwarze Burg (1)
 
 

2. Stöbere in dem wundervollen Buchladen (neben der Tourist-Info)

Durch Zufall sind wir in dem kleinen Antiquariat gelandet.

Was für ein Laden! Vollgestopft bis unter die Decke!
Auf engstem Raum stapeln sich dort gebrauchte Bücher und Schriftstücke aller Art, über-, unter- und nebeneinander.

Nimm dir ein wenig Zeit zum Stöbern! Wir haben echt tolle Stücke entdeckt.
 
Schauen kostet nichts! Der Inhaber spricht leider kein Englisch, freut sich aber über deinen Besuch.

Den Laden findest du zwischen Burg (Ausgang Kuromon Gate) und Tourist-Info.
 
ALT="Matsumoto"_Antquariat_Buchladen (4)  

Matsumoto_Antquariat_Buchladen (1)  

Matsumoto_Antquariat_Buchladen (2)  

Matsumoto_Antquariat_Buchladen (3)
 
 

3. Zähle die Frösche auf der Nawate-dori

Die Nawate-dori, eine Straße nur wenige Häuserblocks von der Burg entfernt, führt am Fluss entlang und lädt zu einem Bummel ein.

Hast du die riesige Froschstatue neben der Brücke erspäht, bist du richtig!
 
Matsumoto_Nawate-dori (11)
 
Überhaupt ist hier der Frosch Programm. Neben Antiquitäten und Souvenirs findest du Frösche in allen Größen und Materialien.

Früher soll es im Metoba-gawa viele Frösche gegeben haben, aber durch die zunehmende Verschmutzung des Flusses sind die Frösche verschwunden.
Mit den Froschskulpturen möchten die Bewohner der Nawate-dori an die Frösche erinnern und gleichzeitig mahnend den Finger erheben.
 
Matsumoto_Nawate-dori (12)  

Matsumoto_Nawate-dori (14)  

Matsumoto_Nawate-dori (8)  

Matsumoto_Nawate-dori (15)
 
 

4. Probiere die leckeren Taiyaki

Leckermäulchen aufgepasst: Bei einem Bummel über die Nawate-dori wirst du sie immer wieder entdecken, die kleinen Läden, die Taiyaki, gefüllte Waffeln in Karpfenform, verkaufen. Die Waffeln werden auf einer Bratplatte in Fischformen gebacken. Traditionell sind sie mit Anko, einer süßen Paste aus roten Bohnen, gefüllt. Aber es gibt sie auch in anderen Geschmacksrichtungen, zum Beispiel mit Vanille-, Matcha- (Creme mit grünem Tee), Mango- oder Schokoladencreme.

Wir haben uns für die klassische Variante und Mangocreme entschieden. Beides war sehr lecker!
 
Matsumoto_Taiyaki (1)  

Matsumoto_Taiyaki (2)
 
 

5. Bummel durch Nakamachi

Das alte Händlerviertel am Metoba-gawa eignet sich prima für einen Spaziergang. Viele alte Gebäude wurden restauriert und in Cafés, Galerien und kleine Kunsthandwerksläden umgewandelt.

 
Matsumoto_Nakamachi (2)
 
 

6. Fahre hinauf auf den Gipfel des Utsukushi-ga-hara-kogen

Ein toller Ausflug von Matsumoto führt hinauf auf den Gipfel des Utsukushi-ga-hara-kogen, in knapp 2.000 Meter Höhe.

Von dem Hochplateau hast du einen gigantischen Blick auf die umliegenden Berge und eine wunderbar grüne Kulisse. Im Sommer gedeihen hier mehr als 200 Pflanzenarten.

Über gewundene Bergstraßen mit wundervollen Namen wie „Venus Line“ und „Azalea Line“ schraubt man sich in die Höhe. Schon der Weg dorthin wird dir diverse „Aaaaahs“ und „Ooooohs“ entlocken.

Auf dem Gipfel findest du auch einen riesigen, zusammengewürfelten Skulpturengarten mit mehr als 350 Arbeiten.
1000 Yen Eintritt fanden wir etwas hoch und haben auf den Besuch verzichtet. Bei einem Spaziergang auf dem Plateau kann man, ganz kostenfrei, den einen oder anderen Blick auf die Skulpturen erhaschen.
 
Die Zufahrt ist von Ende April bis Anfang November möglich. In den Wintermonaten sind die Straßen gesperrt und das Freilichtmuseum ist geschlossen.

Parken kannst du auf dem Plateau kostenfrei.
 
Matsumoto_Utsukushi-ga-hara-kogen (3)  

Matsumoto_Utsukushi-ga-hara-kogen (5)  

Matsumoto_Utsukushi-ga-hara-kogen (1)  

Matsumoto_Utsukushi-ga-hara-kogen (2)  

Matsumoto_Utsukushi-ga-hara-kogen (6)  

Matsumoto_Utsukushi-ga-hara-kogen (7)  

Matsumoto_Utsukushi-ga-hara-kogen (4)
 
 
Warst du schon einmal in Matsumoto und hast noch weitere Tipps? Dann ab damit in die Kommentare!
 
 
Noch mehr Reiseberichte aus Japan findest du hier.
 
 

geschrieben von
More from Frauke Lilius

Einladung zur Foto-Challenge September: „Wolken“

Wir wissen nicht, wie es euch geht. Aber wir ziehen einen blauen...
Weiterlesen

6 Kommentare

  • Hey ihr beiden,
    da habt ihr ja einen tollen Ort entdeckt.
    Danke euch auch für den Leckermäulchen-Hinweis, denn bei der Erwähnung der roten Bohnen Paste habe ich mich gerade auch geschmacklich wieder so richtig in meine Japan Reise zurückversetzt gefühlt. Die war der Start meiner sechs monatigen Auszeit. Heute ist der zweite Tag wieder zurück im Bürosattel. Ihr habt mir also gerade noch einmal so ein richtig tolles Ausbrecher-Weltentdecker-Gefühl beschert – DANKE:)

    Meine kulinarischen Japan Highlights waren übrigens Okonomiyaki und die Matcha KitKats. Sowas von lecker.

    Bin auf eure weiteren Berichte gespannt.

    Liebe Grüße
    Nicole vom Reiseblog CicoBerlin

    • Hallo Nicole,
      oh du Arme! Nach 6 Monaten zurück an den Schreibtisch – sicher nicht leicht. Ich war nur 4 Wochen weg und kämpfe trotzdem gegen den Büroalltag.
      Ich wünsche dir ein gutes Ankommen!
      Okonomiyaki haben wir gar nicht probiert. Schade, da ist uns wohl etwas entgangen. Die Matcha KitKats waren auch unser Highlight. Davon kann man nicht genug bekommen. Leider neigen sich unsere Vorräte schon dem Ende 🙁
      Lebe Grüße
      Frauke

  • Klasse Tipps, ich würde nur noch hinzufügen: Kommt nach 16:30 Uhr nach Matsumoto! Dann haben die Geschäfte noch geöffnet, die Tagesbesucher sind aber alle verschwunden. Den Stadtbummel in der Abenddämmerung haben wir sehr genossen 🙂

    LG
    Jenny

    • Hallo Jenny,
      en Bummel durch Matsumoto am Abend ist bestimmt auch sehr schön. Wir sind am späten Nachmittag hinauf zum Gipfel gefahren und haben dort auch übernachtet.
      Liebe Grüße
      Frauke

  • Hallo ihr beiden,
    na, da haben wir uns ja ganz knapp verpasst. Wir waren ja fast zeitgleich mit dem JC Camper unterwegs. Da hätten wir ja mal „vipern“ können 😉
    Schön zu lesen, wie euch das Land und das Reisen im Camper gefallen hat.
    Viele Grüße,
    Andreas

    • Hallo Andreas,
      Jennys Berichte haben scheinbar nicht nur uns Lust auf Japan gemacht.
      Wir haben erst nach unserer Rückkehr mitbekommen, dass wir nicht allein im Camper unterwegs waren 🙂

      Liebe Grüße
      Frauke

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.