Mit den Finnen in die Sauna – schwitzen ohne Regeln

 
„Wenn Schnaps, Teer und Sauna nicht helfen, dann ist die Krankheit tödlich“, so behauptet es ein finnisches Sprichwort.
 
Wer nach Finnland reist, wird um einen Saunabesuch nicht herum kommen. Etwas Finnischeres als Sauna gibt es nicht und die Finnen sind der Ansicht, dass man Finnland ohne einen Saunabesuch überhaupt nicht verstehen kann. Recht haben sie!
 
Finnland ist die größte Saunalandschaft der Welt!
 
Die Sauna gehört zu Finnland wie Wasser zum Meer. Es geht nicht ohne!

Derzeit gibt es in Finnland über zwei Millionen Saunas. Bei einer Gesamtbevölkerung von nur etwa 5,2 Millionen Einwohner versteht sicher auch der Unwissende, dass die Sauna für die Finnen von zentraler Bedeutung sein muss.
Sie ist es auch! Aber auf völlig undramatische, alltägliche und geradezu stinknormale Weise.

Was wir vielleicht als Spleen betrachten, ist ein traditioneller Bestandteil des täglichen Lebens.

Aber woher kommt der Begriff Sauna, wer hat sie eigentlich erfunden und was hat es damit auf sich?
 
 

Die Herkunft des Begriffes Sauna – Sind wirklich die Finnen „schuld“?

Der Begriff Sauna stammt aus dem Finnischen und bedeutet übersetzt Schwitzstube. „Eine Schwitzstube beschreibt einen beheizten Raum, in dem eine sehr hohe Temperatur herrscht und ein sogenanntes Schwitzbad genommen wird.„

Wohl kein finnisches Wort ist weltweit bekannter als „Sauna“. Es gibt kein anderes Wort, für das die Finnen mehr Anerkennung verdienen – Sauna ist der perfekte gemeinsame Nenner für Finnland, seine Menschen und seine Kultur.

Quelle: Visit Finnland
Quelle: Visit Finnland

 
Aber entgegen dem allgemeinen Volksmund sind die Finnen nicht die Erfinder der Sauna.
Zwar ist die Sauna in Finnland populärer und tiefer verwurzelt, als in irgendeinem anderen Land, doch eine Erfindung der Skandinavier ist es nicht.
 
 
Und wie kam die Sauna nach Finnland?
Bis die Sauna nach Europa kam, hatte sie bereits eine lange Geschichte hinter sich.
Das Schwitzbad gibt es nämlich schon seit mehreren Jahrtausenden. Erste primitive Saunen gab es bereits in der Steinzeit. Damals legten die Menschen Erdlöcher oder kleine Höhlen mit heißen Steinen aus. Darüber schütteten sie Wasser und erzeugten so Wasserdampf.
Die frühesten Funde stammen aus Asien. Die Erdlöcher sind dort mehrere tausend Jahre alt!

Die Urmenschen waren zum großen Teil noch Nomaden. Sie zogen durch die Landschaft und bevölkerten nach und nach die ganze Welt. Mit ihren Wanderungen nahmen sie auch immer ihre Kulturgüter, Rituale und das Dampfbad mit in die neue Heimat.

Erst vor ca. 1.500 Jahren gelangte das Baden in einem heißen Raum in den kühlen Norden. Dort angelangt wurde es fester Bestandteil des Lebens.
 
 

Sauna ist Kult in Finnland

Ein Einfamilienhaus oder Sommerhäuschen ohne Sauna ist in Finnland undenkbar.
Wenn sich jemand vor 100 Jahren ein Haus zimmerte, dann begann er immer mit der Sauna. Erstens ist diese klein und somit schnell zu errichten. Zweitens braucht man sie als allererstes um sich selbst sauber und warm zu halten, um Lebensmittel zu trocknen und haltbar zu machen, um Malz fürs Bier zu darren und um Kinder darin zu gebären.

Noch heute ist es Tradition bei der Errichtung eines neuen Hauses zuerst die Sauna aufzubauen.

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Auch in jedem Wohnblock gibt es mindestens eine Gruppensauna, in der jeder, der in seiner Wohnung keine eigene hat, von der Hausverwaltung eine wöchentliche Saunazeit zugeteilt bekommt.

Die Ursprünge der heutigen Sauna sind tief in der Geschichte verwurzelt.

Die Saunen ersetzten dem Finnen die Dusche, lange bevor es fließendes Wasser gab. Die Sauna war in früheren Zeiten der zentrale Raum des Hauses, eine Mischung zwischen Wohn- und Badezimmer. Sie war oft der einzige Raum des Hauses mit heißem Wasser. Hier war es quasi steril, zumindest sehr sauber. Hier wurde gewaschen und geräuchert. Hier wurden Kinder geboren und wenn jemand starb, wusch man den Körper – natürlich in der Sauna.

Das Leben der Finnen begann in der Sauna und es endete dort.

Viele Finnen der Generation, die heute die Altenheime bevölkert, sind noch in einer Sauna geboren worden. Aus dieser Tradition heraus entstand die Sitte, bereits Babys mit in die Sauna zu nehmen. Das ist auch heute noch so üblich.
 
Jojo war noch keine drei Monate alt, als ich sie das erste Mal mit auf die Schwitzbank genommen habe. Falls jemand den Finger heben möchte, keine Sorge: Babys mit in die Sauna zu nehmen ist, in Maßen, medizinisch völlig unbedenklich. Klar waren es damals nur sehr kurze Saunagänge. Aber sowohl Hitze als auch anschließende Abkühlung hat sie gut vertragen und vom ersten Moment an viel Spaß daran gehabt. Das hat sich bis heute nicht geändert. So manchen Saunameister hat sie mit ihrem „Da geht noch was!“ so richtig zum Schwitzen gebracht. 😀

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Ohne geht gar nicht!

Wenn man einen Finnen sucht und nicht findet, dann wird er sicher in der Sauna sein.
Die Sauna ist dem Finnen alles! Der Finne ist ein manischer Schwitzer und darum ist ihm die Sauna die Kathedrale des Lebens. Sauna ist für den Finnen so wichtig wie für andere das Salz in der Suppe.
Man sagt: Der Finne kann auf alles verzichten, sogar auf Frau und Fusel, aber nicht auf seine Sauna.
 
 

Sauna statt Konferenzraum

Auf keinen Fall sollte man die psychologische Potenz der Sauna unterschätzen.

In Finnland ist es nicht ungewöhnlich Geschäftstreffen und Meetings in der Sauna abzuhalten. Viele große Firmen verfügen über eine eigene Sauna, die sie besonders gerne nutzen, wenn Geschäftspartner aus dem Ausland anwesend sind.
Wichtige Entscheidungen werden per Handschlag und Ehrenwort abgewickelt, ohne viel zu verhandeln und Außenstehende zu konsultieren! Dies steht im krassen Gegensatz zur deutschen Managementkultur mit ihrer Bürokratie, den Ausschüssen, Vollversammlungen, Protokollen und Gremien. Jeder deutsche Manager sollte einige Zeit in Finnland verbringen, dann wird ihm schnell klar, die einzig praktikable Art wichtige Dinge zu regeln ist: Beim Bier, an einem See, ohne Kleider, in oder vor der Sauna! 😃

Auch bei Firmenfesten, Jubiläen und anderen Anlässen gehört der gemeinsame Saunabesuch zum Standartprogramm. Es ist absolut normal Freunde, Bekannte, Nachbarn und Kollegen dann und wann nackt zu sehen. Allerdings fast immer nach Geschlechtern getrennt.
 
 

Politik der heißen Luft oder nackte Diplomatie

Was im Privat- und Geschäftsleben gut funktioniert, darf natürlich in der Politik nicht fehlen.
Früher war es sogar traditioneller Bestandteil der finnischen Außenpolitik, dass das Staatsoberhaupt mit den Machthabern befreundeter, verfeindeter oder einfach nur benachbarter Staaten gemeinsam in die Sauna ging. Denn wenn man sich einmal nackt gesehen und gemeinsam geschwitzt hat, überfällt einem anschließend deutlich seltener die Lust einen Krieg vom Zaun zu brechen.

Legendär sind die Treffen des ehemaligen finnischen Präsidenten Urho Kekkonen mit Politikern in der Sauna. Die Sauna, die er sich gleich nach Amtsantritt im Jahr 1956 bauen ließ, galt ein Vierteljahrhundert als das Nervenzentrum der Außenpolitik.

Auch heute gehört eine Sauna zur Ausstattung des finnischen Parlaments. Unser ehemaliger Kanzler Helmut Kohl und auch der ehemalige russische Staatspräsident Michail Gorbatschow haben dort schon geschwitzt.
 
 

Finnische Traditionen – Die Weihnachtssauna

Was viele Nicht-Finnen erstaunen wird: Ein Saunagang gehört zum finnischen Weihnachtsfest, wie bei uns der Gänsebraten. Wer am Heiligen Abend durch Finnland fährt, kann aus nahezu jedem Saunahäuschen Rauch aufsteigen sehen. Der weihnachtliche Saunagang vor dem Festmahl ist feste Tradition in Finnland. Wohl 5 Millionen Menschen sitzen dann zur gleichen Zeit in der Sauna. 😀
 
 

Die echte „deutsche“ finnische Sauna

Die deutsche Art des Saunierens sorgt bei den Finnen nur für Kopfschütteln und mitleidsvolle Blicke.
Der deutschen Mentalität ist es gelungen, aus einem archaischen Genuss eine Zeremonie zu machen, bei der es Regeln zu befolgen gilt und bei der sich die Teilnehmer gegenseitig überwachen.
Aber warum sollte man so etwas Schönes wie die Sauna mit Regeln und Gesetzen reglementieren, wenn doch der Körper am besten weiß, was gut für ihn ist?

Wenn du denkst, dass die „finnische Sauna“ etwas mit der „Finnischen Sauna“ zu tun hat, die man hierzulande in Wellness Oasen und Bädern findet, liegst du total daneben. Während an deutschen Saunas Regeln fürs richtige Schwitzen hängen, Sanduhren die richtige Sitzungsdauer anzeigen, Nacktheit Pflicht und Konversation verboten ist, lautet Regel Nummer eins der finnischen Sauna: Es gibt keine Regeln!
 
Wie aber verhält man sich in einer finnischen Sauna? Was tut man und was tut man gar nicht?

Damit dein finnischer Saunagang perfekt wird, haben wir einige Tipps aus Finnland mitgebracht:
 

16 Saunatipps für Anfänger in Finnland:

  • Sauna ist gut für Jedermann. Nur Neugeborene und Menschen mit ernsthaften Erkrankungen sollten keine Sauna besuchen. Sonst kann jeder die Sauna in vollen Zügen genießen!
  • Ausländer, die in Finnland zu Gast sind, werden sehr gerne von ihren Gastgebern in die Sauna eingeladen. Eine solche Einladung solltest du unbedingt annehmen, auch wenn du es nur wenige Minuten aushältst. Die Einladung ist eine Ehre und entsprechend solltest du dich verhalten.
    Falls du einen Grund hast abzusagen, so ist das natürlich in Ordnung, aber es sollte besser ein wirklich guter Grund sein! Eine bloße Ablehnung ohne triftigen Grund könnte den Gastgeber beleidigen.
  • Badekleidung in der Sauna zu tragen ist den Finnen äußerst fremd. Gesaunt wird grundsätzlich nackt! Finnen gehen auch zusammen mit Unbekannten nackt in die Sauna, denn der nackte Körper wird als etwas Natürliches betrachtet, für das man sich nicht zu schämen braucht.
    Wenn du jedoch noch keine Saunaerfahrung hast und dich völlig unbekleidet in einem beheizten Holzkasten unwohl fühlst, mach dir keine Sorgen – die Finnen haben Verständnis dafür, wenn du ein Handtuch umbinden möchtest.
  • In Gruppen gehen Männer und Frauen getrennt in die Sauna, aber Familien gehen gemeinsam.
    Wenn du in einer gemischten Gruppe bist, ist es völlig in Ordnung nachzufragen und zu besprechen, wer mit wem in die Sauna geht. Denn hier kommt der entscheidende Unterschied zu deutschen Saunasitten: Sobald es über den engsten Familienkreis hinausgeht, wird nach Frauen und Männern getrennt gesaunt. Die gemischte Sauna wie in Deutschland ist für Finnen undenkbar.
  • Die finnische Sauna ist in erster Linie ein Ort der körperlichen und seelischen Reinigung. Entspannen ist die Devise! Lehn dich einfach zurück, schalte ab und genieß es.
  • Buntes Licht, aromatische Düfte und entspannende Musik haben mit finnischer Sauna nichts zu tun. Echte finnische Saunen sind schwach beleuchtet, es gibt keine Musik und keinen Duft außer dem nach frischer Birke und natürlichem Teer.
  • Je nach Lust und Laune saunt jeder so oft und so lange er mag.
    In Finnland gibt es keine festgelegte Zeitdauer für die Länge eines Saunaganges oder der Pausen. Der Saunabesuch reicht vom schnellen fünfminütigen Saunagang zwischendurch bis zum stundenlangen Saunamarathon. Jeder handhabt dies nach seinem Gefühl.
    Oberstes Gebot: Hauptsache, man fühlt sich wohl.
    Am einfachsten folgst du dem Beispiel der anderen. Aber Vorsicht, du solltest nicht alles mitmachen. Manche finnische Männer wollen ihre »Sisu« unter Beweis stellen und in der kochend heißen Sauna unmenschlich lange auszuharren. Der weise Gast flüchtet in einer solchen Situation ins Freie, trinkt was und genießt die Landschaft.
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  • Zum echten Saunagenuss gehört unbedingt ein Saunavasta oder auch Saunavihta (die Bezeichnung hängt von der Region ab). Gemeint sind die sagenumwobenen Birkenquasten mit denen sich die Finnen in der Sauna hauen. 😉
    Das etwa einen halben Meter lange Bündel aus geschmeidigen Birkenruten wird kopfüber in einen Wassereimer gestellt, damit sich die Blätter voll saugen können. Nach ein paar Aufgüssen, wenn Wärme und Luftfeuchtigkeit die Haut mit kleinen Schweißperlen überzogen haben, peitscht man sich dann selbst oder gegenseitig mit dem feuchten Birkenbündel aus.
    Das Schlagen mit dem Birkenzweigen ist gut für die Haut, fördert die Durchblutung und tut eigentlich auch gar nicht wirklich arg weh!
    Weil es nicht immer und überall frische Birkenzweige gibt, behelfen sich die Finnen. Sie frieren die Birkenzweige ein. Falls du eines Tages an einer finnischen Tankstelle in der Tiefkühltruhe neben der Eiscreme gefrorene Birkenzweigbüschel siehst, kannst du dies ab sofort mit einem wissenden Lächeln quittieren.
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  • Die Sauna ist dazu da, sich wohl zu fühlen. Deshalb darf dort geredet und gelacht und getrunken werden. Man geht rein und raus wann man möchte und jeder, der will, darf sich am Aufguss beteiligen.
  • Es gibt keine Regeln dafür, wie häufig man einen Aufguss machen kann. Wann immer du Lust auf eine schöne Dampfwolke hast, schüttest du Wasser über den Ofen – fertig.
    Den Aufguss macht in der Regel derjenige, der neben dem Aufgusseimer sitzt, oft auf der obersten Bank, wo die Temperatur am besten eingeschätzt werden kann.
    Dabei gilt das ungeschriebene Gesetz „sillä puheet kenellä kuuppa“, was frei übersetzt so viel bedeutet wie „wer die Kelle hat, hat das Wort“. Alle paar Minuten wird Wasser aufgegossen, so dass ausreichend Dampf und Hitze entsteht, was das Wedeln mit dem Handtuch überflüssig macht.
    Im Übrigen gilt es in Finnland als höflich, wenn ein frisch in den Saunaraum Eintretender eine Kelle Wasser über die Steine wirft, um den durch das Öffnen der Türe entstandenen Wärmeverlust auszugleichen.
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  • Man muss in der Sauna nicht reden. Aber man kann. Über den Dampf zum Beispiel, ein schier unerschöpfliches Thema. „Löyly“, der Dampf, ist die Essenz der finnischen Sauna. Und Finnen, die in der Sauna sitzen, fachsimpeln gerne und ausgiebig über den Dampf: Seine Beschaffenheit, seine Quantität und Verbreitung. Eigentlich kann nie genug davon sein. Je besser der Löyly, desto besser die Sauna!
  • Eine Sauna ist nichts, was einen zu tiefgründigen Gesprächen oder meditativen Gedankengängen zwingt. Wer nicht reden möchte, schweigt, und wer nicht denken möchte, schaut halt dem Löyly zu, wie er sich träge über die Holzbänke legt.
  • In der Sauna wirst du stark schwitzen, du solltest also reichlich trinken.
    Wasser ist wahrscheinlich das Beste, aber dem Finnen liebstes Accessoire für die Sauna ist ein Bier, während oder mindestens danach.
    Was man eigentlich nicht tun sollte, in Finnland aber fast jeder ausprobiert hat: Bier oder Schnaps auf die heißen Steine schütten. Bier riecht nach verbranntem Malz, soll jedoch gut für die Haare sein. Schnaps verdunstet blitzschnell und der Alkohol steigt beim Inhalieren ohne Umwege sofort in den Kopf. 😃
  • Wundere dich nicht, wenn du eine Sauna betrittst, in der außer Menschen doch tatsächlich auch ein Paar Würstchen schmoren. Du hast richtig gehört: Würstchen! Das kannst du ganz gelassen hinnehmen. In Finnland gibt es eigens eine Saunawurst: Lenkkimakkara, die gekringelte finnische Saunawurst, wird mit aus Kiefernrinde gewonnenem Borkenmehl zubreitet. Vor dem Saunagang wird die Wurst in Alufolie gewickelt oder aufgespießt und auf den Saunaofen gelegt. Nach dem Verlassen des Schwitzkastens ist auch die Wurst gar.
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  • Nach jedem Saunagang kühlt man sich nach Gutdünken ab. Entweder sitzt man mit dampfender Haut vor der Sauna oder man springt ins Wasser. Im Winter kann man sich im Schnee rollen oder man nimmt ein Bad im See, vorausgesetzt man hat vorher ein genügend großes Loch ins Eis gebrochen.
    Das ist gut für den Blutkreislauf, aber meistens macht man es, weil es so wahnsinnig viel Spaß macht.
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  • Über die Einhaltung der Saunarituale wacht übrigens in jeder Sauna der dort wohnende unsichtbare saunatonttu, ein Saunawichtel, mit dem du dich gut stellen solltest, wenn du nicht allerlei Schabernack zum Opfer fallen willst. Vor allem das Fluchen solltest du tunlichst vermeiden. Das mag der saunatonttu gar nicht. Wenn man ihn zu sehr verärgert, wird es in der Sauna zu heiß und in Härtefällen kann sogar die Sauna abbrennen.
    Diese einzige Regel ist aber ziemlich einfach einzuhalten – so tiefenentspannt, wie einen das Saunieren macht, fallen einem nicht einmal mehr Schimpfwörter ein.
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    Nun weißt du, was dich in einer „finnischen“ Sauna erwartet.
    Aber Vorsicht: Sauna kann süchtig machen!
     
     
    Du fragst dich, woher ich das alles weiß oder warum ich mich berufen fühle über finnische Saunatraditionen zu schreiben? Jojo hat finnische Wurzeln und wir sind regelmäßig in Finnland, um Familie und Freunde zu besuchen. Und: Kein Besuch in Finnland ohne Saunabesuch!

    Wir haben in Finnland Sauna lieben und den täglichen Saunagang schätzen gelernt. Wir sind leidenschaftliche Saunagänger und auch in Deutschland gehen wir regelmäßig in die Sauna (trotz strenger Regelungen). Wenn der Aufgussbeauftragte das Handtuch wie den Rotor eines Hubschraubers über den Köpfen kreisen lässt, das Schweigen greifbar ist, die duftgeschwängerte Hitzewelle gleichmäßig verteilt wird, schwitzende Menschen applaudieren – dann bringt uns dies immer wieder zum Schmunzeln.
     
     
    Wie sieht es bei dir aus? Bist du regelmäßiger Saunagänger oder völliger Saunaanfänger?
    Warst du vielleicht sogar schon einmal in einer finnischen Sauna? Welche Erfahrungen hast du gemacht? Oder würde dich ein Besuch in einer „echten“ finnischen Sauna reizen? Wir freuen uns auf deinen Kommentar!
     
     

    geschrieben von
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    9 Kommentare

    • Liebe Frauke,

      boah, das nenne ich Abhärtung, erst Sauna und dann Schnee oder kaltes Wasser. Donnerwetter!
      Toller, informativer Bericht. Deine Fotos sehen immer so professionell aus.

      Liebe Grüße
      Renate

      • Liebe Renate,
        wenn man regelmäßig in die Sauna geht, ist das mit dem Schnee oder einem Loch im zugefrorenen See gar nicht so schlimm. Und schafft Abwehrkräfte!
        Danke für das Lob mit den Fotos. Ich hab einfach Spaß am Fotografieren.

        Liebe Grüße
        Frauke

    • Ein interessanter und informativer Artikel! Wir gehen auch gerne in die Sauna und sind Fans von schönen Saunalandschaften.
      Bei euren Bildern vom Schnee musste ich direkt an unseren Trip in die Vogesen denken, von dem wir gerade erst zurück sind – da hatten wir unsere eigene kleine Sauna und haben uns mehrfach nackt in den Pulverschnee geworfen. Das ist schon heftig, aber wir fanden es angenehmer, als eiskalt zu duschen.
      In Finnland würden wir auch einen Saunabesuch probieren, aber nur, wenn man das auch als Paar zusammen kann.

      • Hallo Klaus,
        dann würde euch ein Saunabesuch in Finnland auf jeden Fall gefallen.
        Und wenn man ein Ferienhaus für sich hat, ist es mit der gemischten Sauna ja gar kein Problem.
        LG
        frauke

    • Was? In Deutschland gibt’s strenge Saunaregeln? Bei uns in Schweden zum Glück auch nicht, da halten wir es wie unsere finnischen Nachbarn, wenngleich wir nicht ganz so saunaverliebt sind wie sie!
      LG aus dem hohen Norden,
      Hartmut

      • Oh ja, in so mancher deutschen Sauna gelten strengere Regeln als beim Militär. 🙂
        Was mich besonders abstößt, in den meisten Saunaanlagen sind Kinder nicht erwünscht oder haben keinen Zutritt (meist erst ab 16 oder 18 Jahren).
        Liebe Grüße
        Frauke

    • Liebe Frauke, toller Bericht! Wusste gar nicht, dass Saunakultur so unterschiedlich ist. Ich habe in der Sauna gerne meine Ruhe, daher wäre dort ein Geschäftsmeeting für mich echt anstrengend und auch irgendwie komisch 😉
      VG Simone

      • Liebe Simone,
        da geht es dir wohl wie vielen anderen auch (mich eingeschlossen). Aber wenn du mit dieser Saunakultur aufwächst, es auch nicht anders kennst – dann wird es einfach normal.
        Für die meisten Finnen ist ja überhaupt Sauna so alltäglich, wie für uns eine Dusche oder ein Bad. Ich hab leider keine Sauna im Keller, deshalb ist der Besuch einer Sauna für mich immer etwas Besonderes.
        Liebe Grüße
        Frauke

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