Auf ins Land von Sumo, Sushi und Samurai!

 
Nur noch wenige Tage, dann sitzen wir im Flieger nach Tokio.

Die Aufregung steigt und es kribbelt im Bauch!
 
 

Japan – Inselreich im Osten Asiens

„In Wahrheit ist Japan nur eine Erfindung. Ein solches Land und ein solches Volk gibt es nicht.“ – so sagte einst Oscar Wilde.
 
Auch heute gibt es kaum ein Land mit westlichem Lebensstandard, dass uns so mystisch und exotisch erscheint, wie Japan.

Von Sumo, Sushi und Samurai hat bestimmt jeder schon einmal gehört.
Jeder weiß, dass die Japaner komplizierte Umgangsformen haben, ihre Teezeremonie in einer strengen Abfolge ritueller Regeln zelebrieren, gerne die japanische Kirschblüte betrachten, mit dem Shinkansen nicht nur einen der schnellsten Züge der Welt haben, sondern auch den pünktlichsten (die Verspätung beträgt durchschnittlich 6 Sekunden), am liebsten rohen Fisch essen und das japanische Toiletten mehr Bedienelemente als ein Handy haben.
 
Alles Klischees? Wir wollen es herausfinden.
 
Als wir unserem Umfeld von unseren Reiseplänen erzählten, kamen meist befremdete Kommentare wie: „Was wollt ihr denn in Japan?“, „Da ist doch alles radioaktiv verseucht!“ oder „Da gibt es doch nur Hochhäuser und Menschenmassen“.
Offenbar ist Japan ein ungewohntes und fremdartiges Reiseziel für uns Deutsche – und mehr als Sushi, Sony und Fukushima fällt den meisten auch nicht dazu ein.

Dabei hat Japan ganz sicher mehr zu bieten. Wir wollen Japan auf eigene Faust bereisen und so viel wie möglich von Land und Leuten kennenlernen.
 
 

Japan – Die Idee

Wer uns kennt weiß, wir sind nicht nur extrem abenteuerlustig, sondern auch recht spontan und ein wenig verrückt.

Die Idee für die Reise nach Japan entstand ganz zufällig.
Japan stand noch nie auf unserer Reise-Wunschliste. Japan haben auch wir meist nur mit Erdbeben und Vulkanausbrüchen oder mit Markenzeichen wie Sony, Toshiba und Toyota in Verbindung gebracht. Japan – ein Reiseziel?
 
Warum dann Japan? Durch Zufall sind wir im Internet auf Reiseberichte aus Japan gestoßen. Jenny, das Gesicht hinter den Weltwunderern, hat mit ihrer Familie Japan im Camper bereist.
Diese Aktion fanden wir so spannend, ihre Berichte haben uns so fasziniert und so viel Lust auf Japan gemacht, dass wir ganz spontan eine Entscheidung getroffen haben: Im Sommer 2016 geht unsere Fernreise nach Japan!
 
Wir wollen das Land auf einem Roadtrip mit einem Camper entdecken.
 
Japan ist sicher nicht das klassische Roadtrip-Land und schon gar kein Camper-Paradies. Aber macht dies nicht gerade den Reiz aus? Warum nicht einmal etwas Verrücktes tun?

So schnell und kurzentschlossen haben wir uns noch nie auf ein Reiseziel geeinigt.

Gesagt – getan!
 
 
Nachdem das Ziel fest stand, fingen die Reisevorbereitungen an:
 

Flüge

Wenn es um Flugbuchung geht, sind wir leider alles andere als flexibel. Jojos Sommerferien und meine Urlaubstage geben den Reisezeitraum vor.
Um in den Sommerferien günstige Flüge zu erwischen, sollte man gründlich recherchieren und frühzeitig buchen. Wie ich dabei vorgehe, erfährst du hier.

Bereits im Oktober letzten Jahres habe ich mit der Suche nach passenden Flügen begonnen und günstige Flüge nach Tokio ergattert.
Von München fliegen wir in ca. 12 Stunden direkt nach Tokio.
 

Reisevorbereitung Japan (3)
München – Tokio in nur 12 Stunden!

 
 

Camper

Einen geeigneten oder besser überhaupt einen Camper zu mieten, war schon etwas schwieriger.
Japan ist alles andere, als ein klassisches Campingland. Dementsprechend gibt es auch nur einige wenige Anbieter von Wohnmobilen oder Campern und nur zwei Vermieter überhaupt, die auch eine englische Webseite betreiben.

Die meisten Touristen bereisen Japan mit dem Shinkansen, dem überpünktlichem Hochgeschwindigkeitszug. Gar keine Frage, das ist einfach und schnell! Aber mit dem Zug ist man immer an Fahrpläne und Fahrtrouten gebunden.
Dies ist uns zu unflexibel und außerdem haben wir keine Lust auf immer gleichen Wegen, wie zigtausend andere, unsere Ferien zu verbringen. Wir möchten flexibel und unabhängig unterwegs sein und auch mal Abstecher in unbekannte und weniger dicht besiedelte Gebiete machen.
 
Mit Japan Campers haben wir einen echten Glückstreffer gelandet. Unser Ansprechpartner war echt nett und hilfsbereit und hat all unsere zahlreichen Fragen ganz schnell beantwortet. Die Buchung war ganz einfach.

Obwohl wir nur zu zweit unterwegs sind, haben wir uns für ein etwas „größeres“ Modell entschieden. Was „groß“ in Japan eben bedeutet 😀. Japanische Straßen sind eng und Japaner sind klein – entsprechend kleiner sind auch die Wohnmobile.

So soll es aussehen unser Zuhause auf Zeit: ein kleiner Bus mit Klappdach und Hecktürenzelt – ziemlich süß, oder?
 

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Sogar zweistöckig ist unser Häuschen! / Quelle: Japan Campers

 
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Wohnzimmer mit offener Küche! / Quelle: Japan Campers

 
 

Führerschein

Wir lieben Roadtrips und haben schon viele Länder, mit dem eigenen Auto oder einem Mietwagen, bereist. Man sollte ja meinen, somit weiß man Bescheid, welche Dokumente im Ausland benötigt werden, um ein Fahrzeug zu steuern. Internationaler Führerschein oder beglaubigte Übersetzung, das sind die zwei Alternativen für die meisten Reiseländer. Nicht aber für Japan!

Hier ist es etwas komplizierter, jedenfalls für uns Deutsche (und auch Schweizer). Japan hat sich nämlich dem Genfer Abkommen angeschlossen, Deutschland stattdessen dem Wiener Abkommen. Ergebnis ist: Deutsche (und Schweizer) dürfen in Japan nur mit einer japanischen Übersetzung ihres normalen Führerscheins fahren. Den internationalen Führerschein kannst du zu Hause lassen, der bringt nichts.

Hier fängt der Spaß an. Eine japanische Übersetzung wird nämlich nur dann anerkannt, wenn sie in Japan erstellt wurde. Ist doch klar, oder?

Eine Übersetzung kannst du bei der deutschen Botschaft in Japan und auch bei der Japan Automobile Federation (JAF) erhalten. Auch manche Reise-Agenturen bieten einen Übersetzungsservice an.
Zum Glück haben uns auch hier die Jungs von den Japan Campers unterstützt und eine Übersetzung für uns beauftragt. Vor 14 Tagen haben wir endlich die lang erwartete Info erhalten, dass die Übersetzung vorliegt und somit unserem Roadtrip nichts mehr im Weg steht. Hoffentlich!

Jetzt müssen wir nur noch herausfinden, wie das mit dem Camping in Japan funktioniert. Es gibt tatsächlich einige Campingplätze, aber auch etwa 1.000 Stellplätze an Highways, sogenannte „michi no eki“ (wörtlich „Die Station der Road“ oder besser die gute alte Road Station). Diese Plätze sind mit Toiletten und einem Minilädchen ausgestattet und sollen eine gute und günstige Option sein.

Ob man auch wild campen kann? Wir haben keine Antworten im Netz gefunden. Mehr Infos werden wir hoffentlich bei der Camper-Übernahme erhalten.
 

Reisevorbereitung Japan (4)
Ein internationaler Führerschein nützt dir in Japan nichts!

 
 

Visa & Einreise

Für die Einreise nach Japan benötigen wir, als deutsche Touristen, kein Visum. Mit einem gültigen Reisepass erhält man eine Aufenthaltserlaubnis („Landing Permission“) für 90 Tage. Das reicht uns, so lang wollen wir gar nicht bleiben.
 
Aktuelle Bestimmungen zu Visa und Einreise für Japan findest du auf der Seite des Auswärtigen Amtes.
 
 

Impfungen

Für Japan bestehen keine Pflichtimpfungen. Empfohlen werden die, auch bei uns üblichen, Impfungen gegen Polio, Tetanus, Diphtherie und Hepatitis A.
Damit ist unser Impfschutz auf dem aktuellen Stand.

Trotzdem haben wir mit dem Reisemediziner unseres Vertrauens über mögliche Zusatzimpfungen (insbesondere die Impfung gegen Japanische Enzephalitis) gesprochen und uns dagegen entschieden. Ein guter Mückenschutz sollte ausreichen.
 
Auf den Seiten des CRM (Centrum für Reisemedizin) findest du immer aktuell und auf einen Blick alle empfohlenen Impfungen für dein Reiseziel.
 

Reisevorbereitung Japan (6)
Unser Impfschutz ist auf einem aktuellem Stand.

 
 

Und sonst?

Die Regenjacken sind frisch imprägniert.
Unsere Reise fällt mitten in die Zeit des „Pflaumenregens“. Im Juli und August ist Regenzeit in Japan, was bedeutet, dass es so warm wie sonst auch ist, aber mehrfach am Tag heftige Schauer niedergehen können.

Übrigens: der Pflaumenregen heißt so, weil zu dieser Jahreszeit gerade die Japanischen Pflaumen reif werden.
 
Wir haben uns „eingelesen“.
Um nicht ganz unvorbereitet auf den Kulturschock Japan zu treffen und wenn möglich nicht in jedes Fettnäpfchen zu treten, haben wir uns vorab ein wenig mit Land und Leuten auseinandergesetzt.
Fakt ist: Die Japaner sind schon komisch 😃 und ihre Umgangsformen ziemlich komplex. Hoffentlich blamieren wir uns nicht all zu oft.
 
Die Bedienungsanleitung für „Japans Toiletten“ ist ausgedruckt und die wichtigsten Schriftzeichen auf einem Extrablatt für die Handtasche notiert.
Da sollte doch nichts daneben gehen! 😀
 
 

Was haben wir geplant?

Noch nicht viel! Die ersten drei Tage werden wir in Tokio verbringen und dann …
beginnt das Abenteuer.

In Tokio werden wir unseren Camper übernehmen und mit diesem 4 Wochen das „Land des Lächelns“ erkunden.
 

2016-07-07 17.07.50
Von Tokio geht es zunächst Richtung Norden.

 
Welche Route? Routenplanung ist diesmal nicht notwendig. Mit unserem Camper sind wir frei und unabhängig und fahren einfach der Nase nach.

Auf jeden Fall werden wir nicht den anderen Touristen auf dem Weg nach Süden folgen.

Die meisten Japan-Reisenden haken alle dieselben Punkte auf ihrer Route ab: Tokio, Nikko, Kamakura, Kyoto, Nara, Osaka und Hiroshima.
 
Wir haben uns für einen ganz anderen Weg entschieden und werden von Tokio Richtung Norden aufbrechen. Unser Ziel ist die nördlichste Insel Hokkaido, die ins kalte Ochotskische Meer ragt. Hokkaido heißt schlicht „Nordmeerbezirk“ und ist die Heimat der Ainu. Man sagt, Hokkaido ist Japans letzte Wildnis und der unberührteste Teil des Landes. Vulkane ziehen sich über die Insel und überall sprudeln heiße Quellen aus dem Fels. Hier befindet sich auch das letzte Braunbärenrevier des Landes.

Vom kalten Nordmeer geht es dann entlang der Westküste Richtung Süden. Klar wollen auch wir einige der klassischen Highlights ansehen.
 
Wenn die Zeit reicht, wollen wir auf jeden Fall:

  • auf den Gipfel des Mont Fuji, mit 3.776 Metern den höchsten Berg Japans, steigen
  • Kyoto, die Schatztruhe der traditionellen Kultur Japans, besuchen
  • ganz früh aufstehen und der morgendlichen Thunfischauktion, auf dem größten Fischmarkt der Welt, zusehen
  • das Samurai-Viertel in Kakunodate erkunden
  • mit dem Rad um Japans tiefstes Gewässer, den 423 Meter tiefen Kratersee von Tazawa-ko, fahren
  • in den Bergen von Tohoku die abgelegenen Kultstätten der Berg-Asketen besuchen
  • mindestens in einem Onsen (einer natürlichen heißen Quelle) baden und den „Akt des Badens“ erlernen und genießen
  • die Schreine von Nikko bewundern
  • die japanische Küche kennenlernen und geschmackliche Mutproben bestehen
  • in den japanischen Alpen wandern
  • dem „Großen Buddha“ von Nara die Ehre erweisen
  • auf der „alten Bergstraße“ durch das Kiso-Tal fahren
  • am sagenumworbenen Biwa-See die Heimat der Kriegermönche erkunden
  • Geishas im Vergnügungsviertel Minami-za im Osten von Kyoto begegnen
  • die Schrein-Insel Miyajima, mit dem berühmten, im Wasser stehenden Ttorii, besuchen

 
Wir könnten die Liste noch ewig fortsetzen. Je mehr wir in unseren Reiseführern und anderen Reiseblogs stöbern, umso mehr tolle Orte finden wir.

Mal sehen, wie weit wir kommen und was wir alles in die vier Wochen quetschen können.
 
 
Wenn das Internet mitspielt, kannst du unsere Reise auf Facebook und Instagram verfolgen.
 
Ausführliche Berichte gibt es dann schon bald hier im Blog.
 
 
Warst du schon einmal in Japan und hast noch Tipps für uns? Ab damit in die Kommentare!
 
 
Egal, wo du den Sommer verbringst, wir wünschen dir eine super tolle Zeit!
 
Wir sind dann mal weg …
 
Sayōnara!
 
Frauke & Jojo
 
 

geschrieben von
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10 Kommentare

  • Hey ihr beiden!

    Ich werde eure Reise verfolgen. Japan steht bei mir auch schon lange auf dem Wunschzettel. Mit dem Camper sogar noch interessanter! Ich wünsche euch ganz viele Eindrücke!

    LG Katrin

    • Hallo Katrin,
      vielen Dank! Wir sind ziemlich aufgeregt und sehr gespannt, was uns erwartet.
      Mal sehen, wie uns das Leben im Camper gefällt, haben wir bisher noch nie gemacht.
      Wir werden auf jeden Fall berichten.
      Liebe Grüße
      Frauke & Jojo

  • Ich wünsche euch eine ganz tolle Reise. Aber das wird sie, da bin ich mir sicher! Die Reiseroute in den Norden finde ich super. Akita und Aomori sind meine absoluten Favoriten in Japan und natürlich Hokkaido. Freu mich auf mehr Reisebericht von euch und freu mich wahnsinnig, wenn auch mal fernab von den gewöhnlichen Routen in Japan gereist wird.

    Ganz viel Spaß euch.
    Daniela

    • Ganz lieben Dank!
      Wir sind so gespannt, was uns erwartet.
      Ein Reiseführer ist zwar eingepackt, aber wir werden einfach der Nase nach fahren. Das ist das schöne am Camper, wir können halten, wo es uns gefällt und bleiben so lange wir wollen.
      Liebe Grüße
      Frauke

  • Ihr seid mit unserem Mazda Bongo unterwegs, yay! Das kann ja nur gut werden. Bin sehr gespannt auf eure Erlebnisse in Hokkaido, da wollen wir auch unbedingt noch mal hin. Für uns fünf wird es dann so langsam aber zu eng im Bongo :-/
    Übernachten dürft ihr übrigens überall, wo kein Parkverbot ist. Auch auf jedem Supermarkt-Parkplatz (nicht schön, aber praktisch). Und Onsen werdet ihr sicher eine Menge sehen, immerhin müsst ihr ja irgendwo duschen! Als wir letzten Sommer in Japan waren, hat es in drei Wochen genau zweimal geregnet.
    Viel Spaß beim Links fahren, grüßt André und Maciek von uns!!

    Jenny

    • Unser erstes Mal Camper , wir sind echt gespannt. Haben auch schon die Schlafplätze aufgeteilt, Jojo geht nach oben, ich schlafe unten. Platz sollte somit für jeden ausreichen.
      Alles andere wird sich ergeben, wir freuen uns sehr.

      Liebe Grüße
      Frauke

  • Bin schon sehr auf die Berichte gespannt! Hokkaido mit dem Camper steht bei uns auch noch auf der ToDo. Wünschen Euch jedenfalls viel Spass im schönen Japan & ich hoffe Euer mobiles Zuhause hat eine gute Klimaanlage. 😉

    bg, Olli

    • Danke!
      Das hoffen wir auch . Ein Grund, für die Entscheidung Richtung Norden zu fahren, sind auch die etwas angenehmeren Temperaturen.
      Liebe Grüße
      Frauke & Jojo

  • Hallo ihr beiden,
    Japan mit dem eigenen Mietfahrzeug zu bereisen, ich hätte nicht gedacht, dass das so gut möglich ist, aber eure Reise hat mich wirklich inspiriert! Wir sind ja auch Fans von Roadtrips.
    Was mich noch interessiert: Hat für euch während der Reise oder bei der Vorbereitung die Fukushima-Katastrophe bzw. die Angst vor der Strahlenbelastung in irgendeiner Weise eine Rolle gespielt?

    • Hallo Klaus,
      ein Roadtrip durch Japan ist einfach klasse. Das Land ist so unglaublich vielfältig, da ist für jeden etwas dabei.
      Sicher haben wir uns im Vorfeld der Reise Gedanken über Fukushima gemacht. Aber das verstrahlte Gebiet ist noch immer gesperrt und im Rest von Japan „soll“ die Belastung unter den Grenzwerten liegen. Für uns war von vornherein klar, dass wir die Gegend meiden. Japan ist groß genug, da kann man einen großen Bogen um Fukushima machen.
      Viele Grüße
      Frauke & Jojo

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