Jahresrückblick mal anders – 26 besondere Reisemomente in 2017

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Noch fünf Tage, dann nehmen wir von einem weiteren wunderbaren Reisejahr Abschied.

Bevor wir die letzte Reise in diesem Jahr antreten, das Neue Jahr werden wir mit (hoffentlich) ganz viel Schnee im Zillertal in Österreich begrüßen, wird es traditionell Zeit für einen kleinen Rückblick.

Wer jetzt einen chronologischen Reiserückblick erwartet, den müssen wir enttäuschen.
In diesem Jahr haben wir etwas Anderes vorbereitet. Wir haben 26 besondere Reisemomente ausgewählt. Und glaubt uns, es war verdammt schwierig, sich für „nur“ 26 zu entscheiden. Die Auswahl ist übrigens ohne Wertung und ohne Chronologie, sondern einfach so, wie es uns in den Sinn kam.
 
Aber fangen wir, wie immer, mit ein klein wenig Statistik an.

Wenn ich richtig gezählt habe, dann haben wir im Jahr 2017 tatsächlich 19 Mal (davon 13 mal spontan für ein Wochenende) unsere Taschen gepackt, waren 87 Tage gemeinsam unterwegs und haben 9 Länder bereist
Für Jojo kommen sogar noch 4 weitere Reisen und 3 Länder hinzu.
 

Reisefakten 2017:

bereiste Länder:
9+3 (Belgien, Finnland, Griechenland, Indonesien, Italien, Niederlande, Österreich, Rumänien, Spanien, Thailand, Ukraine, Vietnam)
Koordinaten:
der südlichste Punkt: Kreta (Griechenland)
der nördlichste Punkt: Leivonmäki Nationalpark (Finnland)
der östlichste Punkt: Bali (Indonesien)
der westlichste Punkt: Rotterdam (Niederlande)
der höchste Punkt: das knapp 3.000 Meter hohe Ijen-Massiv (Java)
der tiefste Punkt: das 650 Meter unter Tage liegende Salzbergwerk in Berchtesgaden (Deutschland)
 

Unsere Reisen im Jahr 2017 im Schnelldurchlauf

Januar: 3 Wochenendtrips (Winterwandern im Harz, Schneeschuhgehen im Sauerland und im Hohen Venn (Belgien)
Februar: Wochenende in Hamburg (Städtetrip)
März: 5 Tage Berlin mit ITB, Wochenende in Berchtesgaden (Wandern), Wochenende in Mailand, Italien (Städtetrip)
April: 5 Tage Roadtrip Deutschland (Franken, Thüringen, Sachsen), Wochenende in Leipzig (Städtetrip)
Mai: 7 Tage Finnland für Jojo, Wochenende in Rotterdam, Niederlande (Städtetrip), verlängertes Wochenende in Rumänien (Bukarest und Miniroadtrip durch die Karpaten)
Juni: 10 Tage Mallorca, Spanien für Jojo, Wochenende in Hamburg (Städtetrip)
Juli: Wochenende in Münster (Städtetrip)
Juli/August: 5 Wochen Südostasien (Bangkok (Thailand) – Sumatra – Java –Bali (Indonesien) – Saigon (Vietnam)
September: 14 Tage Kreta, Griechenland für Jojo
Oktober: 5 Tage Ukraine (Kiew und Tschernobyl), 5 Tage Finnland für Jojo
November: Wochenende im Harz (Wandern), 3 Tage in Berlin (Städtetrip)
Dezember: Wochenende in Tirol, Österreich (Skifahren am Wilden Kaiser)
Die letzte Reise des Jahres, 3 Tage Skifahren im Zillertal in Österreich, steht noch bevor.
 
 

26 besondere Reisemomente in 2017

Die längste Reise war unser 5-wöchiger Trip durch Südostasien, der uns von Bangkok in Thailand über Sumatra, Java und Bali in Indonesien bis nach Saigon in Vietnam geführt hat.
Allerdings war dieser Trip auch die spontanste und chaotischste Reise, die wir je unternommen haben. Von der Idee bis zur Abreise hatten wir gerade einmal 3 Wochen Zeit. So kurzfristig haben wir noch nie eine Reise geplant, so viele Flüge haben wir noch nie am Stück gebucht, so unvorbereitet sind wir noch nie aufgebrochen – aber genau dies machte es zu einer der spannendsten Reisen, die wir je unternommen haben.

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Die anstrengendste Wanderung (nicht nur des Jahres 2017) war unsere Trekkingtour durch den Dschungel Sumatras, die uns mehrfach an unsere Grenzen gebracht hat. 3 Tage haben wir uns bei Temperaturen um die 34 Grad und einer gefühlten Luftfeuchtigkeit von 200 Prozent bergauf und bergab gekämpft.

 
Dort im Dschungel hatten wir auch die außergewöhnlichste Begegnung. Wir haben tatsächlich einige der letzten freilebenden Orang Utans in ihrem natürlichen Lebensraum angetroffen und durften die rotbraunen Menschenaffen aus nächster Nähe bewundern.

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Die ungewöhnlichste und zugleich bewegendste Reise führte uns in die Sperrzone von Tschernobyl.

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Den penetrantesten Mief mussten unsere Nasen beim Abstieg in den Krater des Vulkan Sibayak auf Sumatra ertragen. Aus allen Ecken stiegen kochend heiße und nach verfaulten Eiern stinkende Schwefelwasserstoffdämpfe in die Luft.

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Die verwirrendste Begegnung war unser Zusammentreffen mit Bangkok. Die Stadt hat uns überfordert. Zu viele Eindrücke, zu viele Menschen, zu viele Geräusche und Gerüche.

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Die größte Enttäuschung war für uns Bali. Zwar hat die Insel der Götter wunderschöne Ecken und mag zu Recht für viele eine Trauminsel sein. Unser Fazit: zu westlich, zu langweilig, zu viel Komfort und zu viele Touristen.

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Die positivste Überraschung war für uns Leipzig. 2 Wochenenden haben wir in der Messestadt verbracht und abseits der touristischen Pfade die Stadtteile Plagwitz und Connewitz erkundet. In den 90er Jahren habe ich einige Jahre in Leipzig Plagwitz gewohnt und mein ehemaliges Viertel kaum wiedererkannt.

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Die skurrilste Entdeckung machten wir in der Kirche Bernardino alle Ossa in Mailand, in der Unmengen an menschlichen Gebeinen als makabre Deko-Elemente verwendet werden.

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Die mystischste Atmosphäre umgab uns am frühen Morgen bei einer Wanderung am Königssee im Berchtesgadener Land.

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Die höchsten Müllberge sahen wir auf der Insel Nusa Penida. Das angebliche Inselparadies entpuppte sich in der Realität als eine, von Touristen überlaufene, riesige Müllhalde.

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Die abgefahrenste Architektur entdeckten wir in Rotterdam. Die scheinbar auf einer einzigen Spitze stehenden würfelförmigen Bauten, die sogenannten Kubus Häuser, sind tatsächlich bewohnt.

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Die unheimlichste Aura umhüllte uns auf Schloss Dracula in Transsilvanien.

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Das (scheinbar) schmutzigste Wasser sahen wir bei unserer Tour durch das Mekong Delta. Noch nie haben wir eine so braune Brühe gesehen. Dabei rührt die braune Farbe gar nicht von Schmutz, sondern von abgelagerten Schwebstoffen, Schlamm und Partikeln, die der träge dahinfließende Mekong bei der jährlichen Überschwemmung nach dem Monsun auf den Feldern hinterlässt. Das macht sie sehr fruchtbar und so ist das Mekong Delta die „Reiskammer“ Vietnams.

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Die hässlichste Baukunst bestaunten wir in Bukarest.
Aber neben Plattenbaumonstern und tristen Wohnkasernen mit zerfressenen Fassaden zeigte uns Bukarest auch eine andere Seite: wunderschön restaurierte Jugendstilvillen mit Stuckfassaden und schmiedeeisernen Erkern. Die Bezeichnung „Paris des Ostens“ hat die Stadt zu Recht verdient, den alten Glanz kann man noch erahnen. Leider hat die sozialistische Diktatur tiefe Wunden im Stadtbild hinterlassen.

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Den beeindruckendsten Sonnenaufgang hatten wir am Vulkan Bromo auf Java.
Wenn die Vulkankegel und das sie umgebende Sandmeer in rötliches Licht getaucht werden und dichte Wolken über dem Tal liegen, dann ist die Landschaft besonders faszinierend.
Von allen Vulkanen Indonesiens ist der Bromo der bekannteste, der landschaftlich spektakulärste, aber gleichzeitig auch einer der aktivsten.

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Den einsamsten und zugleich türkisblauesten Strand fanden wir auf den Karimunjawa Inseln. Die kleine Inselgruppe gehört zu Indonesien und liegt etwa 80 Kilometer vor der Nordküste Javas.
Man nehme eine Handvoll Inseln, werfe sie in die glasklare, türkisblaue Javasee, bepflanze sie mit Kokospalmen, Bananenstauden, Mango-, Papaya- und anderen exotischen Bäumen, streue ganz viel weißen Sand aus, baue auf einigen wenigen Inseln ein paar kleine Häuschen und halte die Touristen fern! Das sind die Karimunjawa Inseln!

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Auf Karimunjawa erlebten wir auch den kitschigsten Sonnenuntergang.

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Die wackeligsten Knie hatten wir bei unserer ersten Schneeschuhwanderung im Sauerland. Auf Umwegen sind wir, teilweise durch Tiefschnee, hinauf zum Kahlen Asten gestapft.

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Eines der einzigartigsten Naturwunder durften wir am Vulkan Ijen auf Java bestaunen.
Ausgerüstet mit Atemschutzmasken und Stirnlampe wagten wir uns mitten in der Nacht an den halsbrecherischen Abstieg in den durch Felsbrocken und Geröll nahezu unwegbaren Krater, der offiziell für Besucher gesperrt ist, um die berühmten „blauen Feuer“ mit eigenen Augen zu sehen. (Nur mit einem erfahrenen Guide und Sondergenehmigung ist dieser Abstieg möglich.)
Am Fuße des Kraters entzünden sich austretende hochgiftige Schwefelgase in bis zu fünf Meter hohen blauen Flammen. Die dabei entstehenden ca. 250 °C heißen Gase oxidieren an der Luft zu Schwefel, der sich in Form von dicken Schwefelbänken auf dem Gestein ablagert.

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Am Vulkan Ijen erwartete uns gleich noch ein zweites unglaubliches Naturschauspiel. Vom Gipfel des Ijen Massives konnten wir einen Blick in das „größte Säurefass“ der Erde werfen. Der Kratersee verdankt seine grünlich blaue Farbe der hohen Konzentration von Alaun, Schwefel und Gips und hat einen pH-Wert von 0,5.

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Durch eine der klaustrophobischsten und unmenschlichsten Tunnelanlagen zwängten wir uns in Vietnam.
Die Tunnel von Cú Chi sind eine unterirdische Festung, ein Labyrinth aus gewundenen Gängen, Höhlen und schmalen Stollen. Hier kämpfte der Vietcong gegen die US-Armee.
Die ganze Brutalität des Indochinakrieges ist in Cú Chi psychisch und physisch greifbar. Ein Teil des über 200 Kilometer langen Tunnelnetzwerkes ist heute für die Öffentlichkeit zugänglich.

 
Die chilligste Woche verbrachte Jojo, nach den über- und bestandenen Abiturprüfungen, mit ihren Freundinnen auf Malle.

 
Den teuersten Kaffee der Welt probierten wir in Yogyakarta auf Java. 500 Gramm von dem berühmten „Katzen-Kaffee“, der von den Zibetkatzen erst gegessen und dann unverdaut wieder ausgeschieden wird, kosten ca. 300 Euro. Ein Tässchen bekommt man „schon“ für 6 Euro.

 
Das lautloseste und zugleich am meisten Gänsehaut verursachendste Erlebnis war das Tauchen mit Mantarochen vor der Küste Nusa Penidas, der kleinen Nachbarinsel von Bali. Weltweit gibt es nur eine Handvoll Plätze, an denen man (fast) eine Garantie auf Mantasichtungen hat. Nusa Penida ist einer davon.
Es war ein unglaubliches Gefühl diesen riesigen Tieren beim Tauchen ganz nah zu kommen.
Mantarochen wiegen bis zu zwei Tonnen, doch es scheint, als schweben sie durch den Ozean.

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Die coolste und zugleich provokativste Streetart entdeckten wir am Teufelsberg in Berlin. Die halb verfallene NSA-Abhörstation ist ein Überbleibsel des Kalten Krieges. HÖREN ohne gehört zu werden – lautete die Devise! Inzwischen wurde der ehemalige Horchposten in eine einzigartige Streetart-Galerie verwandelt.

 
Den chaotischsten Straßenverkehr erlebten wir in Saigon. Der Sound der Stadt ist eindeutig das Knattern und Brummen der Mopeds und Motorräder. Auf 8 Millionen Einwohner kommen knapp 6 Millionen registrierte Mopeds (plus die nicht registrieren)! Eine Straße zu überqueren, kommt einer Mutprobe gleich und als Sozius auf einem Mopedtaxi zur Rushhour durch die Stadt zu fahren, ist nichts für schwache Nerven.

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Wir könnten nun noch ewig weiter machen und dir vom traurigsten, romantischsten oder dem unheimlichsten Reiseerlebnis erzählen.
Aber nun wird es Zeit, das Alte hinter sich zu lassen und nach vorn zu blicken, auf die kommenden 30 Urlaubstage, die darauf warten mit Leben gefüllt zu werden.
 
 

Pläne für 2018?

Tatsächlich gibt es noch keine!
Ideen haben wir natürlich viele, aber noch keine einzige Reise ist fest geplant.
Denn es gab in 2017 eine einschneidende Veränderung bei we2ontour. Aus der Schülerin Jojo wurde Flieger Lilius.
Am 01.11.2017 hat Jojo eine ganz besondere Reise angetreten. Sie hat sich 9 Monate für einen freiwilligen Wehrdienst verpflichtet.

Damit sind wir nun zwar endlich nicht mehr an Ferienzeiten gebunden, aber wir müssen Dienstpläne und Urlaubstage aufeinander abstimmen. Spontane Kurztrips am Wochenende werden ebenso entfallen wie eine mehrwöchige Reise.
Aber Fakt ist: Auch im nächsten Jahr werden wir reisen.
 
 
Mit diesem etwas anderen Reiserückblick verabschieden wir uns für dieses Jahr bei dir. Aber nicht ohne Danke zu sagen.
Danke an alle Leser, Follower, Kommentarschreiber und all jene, die uns immer wieder motiviert und unterstützt haben.
Danke, dass du Teil von we2ontour bist!

Wir wünschen dir einen bombastischen Jahreswechsel und von ganzem Herzen, dass 2018 unzählige Glücksmomente für dich bereithält.
Und nun lass uns die Korken knallen und aufs Neue Jahr anstoßen!

Alles Liebe
Frauke & Jojo ♡
 
 
Vielleicht lässt du dein Jahr auch Revue passieren.
Was war dein ganz besonderes Erlebnis 2017? Bist du gereist und wenn ja wohin? Wir freuen uns auf deine Kommentare!
 
 

geschrieben von
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