Unvergessliche Reiseerlebnisse – Der Überfall der Affenbande

Pavian_Mkuze-Camp_Südafrika
Pavian_Mkuze-Camp_Südafrika

Die Mehrheit hat entschieden:

Aus der Liste meiner 13 unvergesslichen Reiseerlebnisse kommt heute der zweite Teil.

Ich erzähle dir, wie wir von einer Affenhorde überfallen und ausgeraubt wurden.

 

Der Überfall der Affenbande

2005 waren wir das erste Mal in Südafrika. Das Land hat uns so sehr gefallen, dass wir 2007 gleich noch einmal dort waren.

Diesmal waren wir in KwaZulu Natal unterwegs. Das ist die Gegend an der Ostküste Südafrikas.
 
Ein Ziel unserer Reise war das Mkuze Wildreservat, ganz im Norden von Zulu-Land.

Bisher hatten wir immer in kleinen Chalets oder Hütten übernachtet. Aber diesmal wollten wir in einem Safari-Camp im Zelt schlafen.

Kein Zelt, wie du es vom Camping-Urlaub kennst.
Die Safari-Zelte sind fast wie Hotelzimmer. Sie stehen auf einem Holzpodest (wegen der Tiere), haben Betten und ein kleines Badezimmer mit Dusche und Toilette. Auch eine offene Küche gehört dazu. Es gibt sogar einen täglichen Zimmerservice, ähm ich meine natürlich Zeltservice.

Safari Camp_Süafrika „Hier geht’s lang Mama!“

Mukzi-Camp_Südafrika Unser Camp im Mkuze-Reservat

Zelt_Mkuze Camp_Südafrika Unsere Unterkunft im Camp

Im Zelt_Mkuze-Camp_Südafrika Chillen im Zelt? Oder ist da jemand müde?

Mkuze-Camp_Südafrika Arbeitsteilung in der Küche 🙂
 

Schon die Zufahrt zum Camp war ein kleines Abenteuer.
Denn plötzlich gab es eine Straßensperre: eine riesige Horde Paviane kam uns auf der Straße entgegen. Sie waren von unserem Auto völlig unbeeindruckt. Das Hupen amüsierte sie köstlich. Erst als Mama ganz langsam in die Gruppe fuhr, trollten sie sich mit lautem Geschrei.

Pavian-Gruppe_Mkuzi Camp_Südafrika Achtung Straßensperre!
 

Im Camp angekommen, fielen uns sofort die Warnschilder auf.

Achtung Paviane_Südafrika Achtung Paviane!
 
Ja! Haben wir schon bemerkt.

Auch im Camp wimmelt es von Pavianen. Überall in den Bäumen raschelt es. Wir fühlen uns beobachtet!

Pavian_Mkuze NP_Südafrika Paviane findest du hier hinter jedem Baum!

Pavian_Mkuze-Camp_Südafrika Man beobachtet uns sehr genau!

Paviane_Mkuze-Camp-Südafrika Körperpflege!

Pavian mit Baby_Mkuze-Camp_Südafrika So lässt es sich aushalten!
 

Beim Anmelden gab es auch gleich eine extra Lektion zum Umgang mit Affen:
Auf gar keinen Fall füttern!
Den Tieren nicht zu nahe kommen, kann gefährlich werden.
Keine Lebensmittel offen liegen lassen!
Kühlschrank und Schränke in der Küche immer mit den dazugehörigen Schlössern verschließen!
Und ganz wichtig – das Zelt beim Verlassen mit einem Schloss sichern!
 
Kein Problem für uns! Haben wir auch alles befolgt.
 
Wir waren den ganzen Tag unterwegs und haben eine Menge Tiere gesehen: Zebras, Giraffen, Impalas, Warzenschweine und sogar Nashörner.

Impalas im Mkuze-Nationalpark Impalas im Mkuze-Nationalpark

Johanna mit Giraffe_Mkuze_NP_Südafrika Auch Giraffen kreuzen unseren Weg!

Zebras im Mkuze-Reservat_Südafrika Was für ein Anblick!

Warzenschwein_Mkuze-Reservat_Südafrika Sogar Pumbaa treffen wir hier!

Nashörner_Mkuze-Rreservat_Südafrika Näher heran wagen wir uns besser nicht!

Nashorn_Mkuze-Reservat_Südafrika Mama kann es wieder nicht lassen und schleicht sich für ein Foto an 🙂
 

Für den Abend hatten wir uns zu einer Nachtsafari angemeldet.

Doch es kam alles ganz anders.

Als wir zurück ins Camp kamen, entdeckte ich am Straßenrand eine Haarbürste. Die sah genau aus wie meine! Wir fuhren weiter. Plötzlich stoppte Mama – im Gras lag ein kleiner roter Flip Flop. Solche hatte ich auch. Jetzt wurden wir doch etwas unruhig. Mit einem komischen Gefühl im Bauch fuhren wir weiter.

Als wir an unserem Zelt ankamen, sahen wir gerade noch wie eine Horde Paviane kreischend wegrannte.

Mir fiel auch gleich die offenstehende Tür zum Abstellraum auf. Dort werden die Putzutensilien für das Servicepersonal gelagert.
 
Wir ahnten Schlimmes.
Mama öffnete das Schloss am Zelt, zog den Reißverschluss auf und ….

Den Blick von Mama werde ich nicht vergessen. Als hätte sie einen Geist gesehen!
Unser Zelt war ein einziges riesengroßes Schlachtfeld. Das totale Chaos!

Alles war verwüstet und unsere Sachen im ganzen Zelt und in der näheren Umgebung verteilt.

Dabei hatte Mama noch halbwegs Glück. Sie hatte ihren Koffer am Morgen verschlossen, meiner war nur zugeklappt. Die Affen haben jedes Kleidungsstück herausgezogen, zerknüllt und irgendwohin geworfen. Sogar die Socken haben sie auseinander gefummelt und verstreut.
 
Aber es kommt noch schlimmer!

Im Regal hatten wir eine Packung Kekse und eine Tüte Saft stehen. Der gesamte Inhalt der Kekspackung war über unsere Sachen gekrümelt, die Safttüte aufgerissen und der Saft im ganzen Zelt vergossen. Zur Krönung hatten die Affen auch noch überall Pippi und … (du kannst es dir sicher denken) gemacht.

Nachdem der erste Schock verdaut war, machten wir uns ans Aufräumen.

Ein Teil meiner Sachen war so eingesaut, da war nichts mehr zu retten. Alles andere hat Mama notdürftig im Waschbecken gewaschen und zum Trocknen in die Dusche gehängt. Draußen aufhängen war wegen der Affen unmöglich.

Ich versuchte Mama so gut es ging zu helfen. Irgendwann hatten wir das Chaos halbwegs beseitigt.

Das war wohl nichts mit unserer Nachtsafari. Dafür war es viel zu spät.

Aber von so etwas ließen wir uns den Abend nicht verderben. Um den vermiesten Abend wenigstens noch ein wenig aufzupeppen, suchten wir Holz und entzündeten ein kleines Lagerfeuer. Mit einem Glas O-Saft bzw. Wein, aus dem gut gesicherten Kühlschrank, ließ sich der Schock besser verdauen.
 
 
Heute lachen Mama und ich köstlich über das Erlebnis, obwohl es uns damals ziemlich den Abend versaut hat. Aber wer kann schon behaupten: „Ich wurde von Affen überfallen.“
 
Ach und übrigens: Es war nicht unsere Schuld. Wir hatten alles gut gesichert. Die Dame vom Service hat die Tür zum Abstellraum nicht richtig verschlossen.
 
Leider kann ich euch keine Fotos von dem Chaos im Zelt zeigen. In diesem Moment haben wir nicht ans Fotografieren gedacht.
 
 
Hast du schon einmal etwas ähnliches erlebt? Was war dein „besonderes“ Erlebnis auf Reisen? Ich bin neugierig, erzähl mir davon!
 
 
Dies ist ein Beitrag zur Blogparade von Sabine auf Gecko Footsteps: Blogparade – Reisepannen rund um den Globus.
 
 

geschrieben von
More from Johanna Lilius

Willkommen zu Johannas Kolumne!

Hi, ich bin Johanna, genannt Jojo, 18 Jahre alt, Schülerin und im...
Weiterlesen

11 Kommentare

  • Hi Jojo ,

    lustiger Bericht! Ok,für euch war es sicherlich nicht so lustig in diesem Moment .Wir können uns das Schlachtfeld vorstellen,denn in Gambia waren bei uns die Westafrikanischen Stummelaffen zu Besuch .Die Terrasse war regelmäßig im Anschluss mit liegen gebliebenen Erdnussschalen „verdreckt“!

    Lieben Gruß

    Tanja und Stephan

    • Hi liebe Auszeitnomaden,
      dann könnt ihr euch sicher auch gut vorstellen, wie wir uns fühlten. Die Affen fühlten sich in unserem Zelt auf jeden Fall pudelwohl und vorallem ungestört 🙂
      Aber solche Erlebnisse gehören doch dazu, vorallem vergisst man so etwas nicht.
      Liebe Grüße
      Jojo

  • „Von Affen überfallen“, so etwas vergisst man natürlich nie! Diese Baboons sind aber auch ziemlich findig und hinterlistig. Auf unserer Südafrika-Reise sind wir auch vielen begegnet, hatten aber Gott sei Dank keinen „direkten“ Kontakt!
    Liebe Grüße,
    Sabine

  • Hallo Sabine,

    das ist mal ein lustiges Erlebnis – zumindest als Leser konnte ich da gerade herzhaft lachen. Tierische Einbrecher, die hat man auch nicht alle Tage.

    Selber haben wir so was noch nicht erlebt – muss ich aber auch nicht unbedingt haben. 😉

    LG Thomas

    • Hi Thomas,
      heute können wir auch darüber lachen, damals war das aber nicht so.
      In einer Woche geht es für uns wieder ins südliche Afrika, mal sehen welch tierische Erlebnisse diesmal auf uns warten 🙂
      Liebe Grüße
      Jojo

  • Hallo Jojo,
    ohje, sowas braucht man nun wirklich nicht, aber im Rückblick schon ziemlich witzig, wie Du schon schreibst 😉
    Danke für die Teilnahme an meiner Blogparade.

    Viele Grüße,
    Sabine

    • Hi Sabine,
      damals waren wir beide ziemlich geschockt, heute lachen wir darüber.
      Das Chaos in unserem Zelt und Mamas Gesichtsausdruck werde ich niemals vergessen 🙂
      Viele Grüße
      Jojo

  • Entschuldige, wirklich, aber ich habe gerade Tränen gelacht 😉 Vermutlich wäre mir in der Situation auch absolut nicht zum Lachen zumute gewesen, aber wenn man euren amüsanten Schreibstil und die unglaubliche Geschichte miteinander kombiniert, wird daraus eine schöne Anekdote 🙂
    Ich hoffe doch sehr, dass ihr den Rest des Urlaubs trotz der Affen-Atacke genießen konntet.
    Viele Grüße
    Maria

    • Hallo Maria,
      dieses Erlebnis werden wir niemals vergessen. Der Anblick hat sich eingebrannt 🙂 Auch wenn uns damals nicht zum Lachen war, amüsieren wir uns heute jedes Mal köstlich, wenn wir uns daran erinnern.
      Leider war dies nicht die einzige Panne auf dieser Reise. Aber es war trotzdem ein wundervoller Urlaub.
      Liebe Grüße
      Jojo & Frauke

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.