Pompeji – die begrabene Stadt

Ein Augusttag im Jahr 79 unserer Zeitrechnung: die Pompejaner genießen die Wärme eines schönen Sommertages. Die reichen Patrizier sitzen in den eleganten Innenhöfen ihrer Villen, auf dem Forum diskutieren die Getreidehändler über die Weizenpreise, in der Markthalle feilschen die Hausfrauen, im Bordell warten die Dirnen auf Kundschaft, in der Schenke lassen sich die Gäste den Wein schmecken …

Alles scheint seinen gewohnten Gang zu nehmen, als plötzlich der „Pfropfen“ aus Lava, der jahrhundertelang den Schlund des Vesuv verschlossen hat, in die Luft fliegt.
 
 

Der Untergang von Pompeji

Eine riesige Wolke aus Schlacke, Steinen und Asche verdunkelte die Sonne. Flüssiges, rotglühendes Magma drang aus der Erdtiefe an die Oberfläche, trat über den Kraterrand und wälzte sich über die Hänge des Vulkans ins Tal. Pompeji und seine Einwohner erstickten unter einer 4 Meter hohen Ascheschicht.

Als Pompeji verschüttet wurde, ging eine 700 jährige Stadtgeschichte abrupt zu Ende.

 
 

Die Wiederentdeckung Pompejis

Der ersten zufälligen Wiederentdeckung der Ruinen von Pompeji im Jahre 1592, beim Bau einer Wasserleitung, wurde keine Bedeutung beigemessen. Pompejis Ausgrabung begann Anfang des 18. Jahrhunderts, zunächst ohne zu wissen um welche Stadt es sich handelte. Erst mit dem Fund der Inschrift „res publica Pompeianorum“ erhielt die Stadt 1763 ihren Namen zurück. Trotz fast ununterbrochener Arbeiten sind bis heute erst rund drei Viertel der antiken Stadt freigelegt worden.

Ab Mitte des 18. Jahrhunderts entwickelte sich Pompeji zur großen Publikumsattraktion und ist heute vermutlich die berühmteste Ruinenstadt der Welt.
 
Es gibt unzählige Dokumentationen und Filme über die vom Vesuv begrabene Stadt. Aber kein Film kann so gruselig sein wie die Wirklichkeit – anderseits aber auch so interessant.
 

Wir nehmen dich mit auf einen Spaziergang durch die Ruinen vom Pompeji:

 
Bequeme Schuhe und viel Zeit sind die besten Voraussetzungen für diese einzigartige Zeitreise in die römische Antike.

Vor dem Haupteingang wirst du mit Angeboten für geführte Touren überschüttet. Lohnt sich dies? Diese Frage können wir nicht beantworten. Wir haben uns am Eingang einen Flyer mit den wichtigsten Informationen und eine Karte besorgt und waren so bestens ausgerüstet, um die Ausgrabungsstätte auf eigene Faust zu erkunden.
 
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Eine Zeitreise

Wir konzentrieren uns bei unserem Rundgang gar nicht so sehr auf die angepriesenen Highlights und die Bedeutung der jeweiligen Gebäude. Viel mehr wollen wir uns in den römischen Alltag von damals hineinversetzen. Wir lassen uns einfach durch die Straßen und kleinen Gassen treiben. Zwischen den Touristen findet man so auch immer wieder etwas ruhigere Plätze und kann die Atmosphäre richtig aufsaugen.

Manche der Ruinen und Fundamente wirken überraschend lebensnah, als würden sie nur nach mehr Steinen und einem Dach fragen, um wieder neues Leben zu zeigen.
 
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Sehenswert sind insbesondere das Forum, der Hauptplatz auf dem sich das öffentliche Leben abspielte, die Thermen, die Arena und die luxuriösen Villen mit ihren Mosaikfußböden und den wertvollen Wandmalereien.
 
Das Forum war wie in jeder römischen Stadt Zentrum des politischen, religiösen, wirtschaftlichen und sozialen Lebens. Hier versammelte sich das Volk.
 
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Wer im antiken Rom Geld hatte, der baute sich auch damals schon ein prachtvolles Haus. Davon zeugen viele der Häuser in Pompeji. In den einst herrschaftlichen Stadthäusern und prächtigen Villen findest du wunderschöne Wandmalereien, die den Sinn der Römer für Architektur und Kunst zeigen.
 
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Die Häuser waren zum Großteil wunderbar konstruiert, mit riesigen Innenhöfen und Gärten. Durch die Asche des Vulkans sind die Gebäude hervorragend konserviert, auch die Mosaike. Viele müssen über Wochen in mühevoller Kleinarbeit entstanden sein.
 
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Pompeji war eine reiche Stadt. Als das Amphitheater gebaut wurde, war es das größte seiner Art und versetzte sogar Besucher aus Rom ins Staunen. Auch heute kann man sich noch die Gladiatorenkämpfe mit ihren tausenden Besuchern lebhaft vorstellen.
 
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Die Thermen waren für damalige Verhältnisse mehr als luxuriös. Marmorwände, silberne Wasserhähne, wundervolle Deckenfresken und Wandbilder schmückten die Räume, die schon damals eine Bodenheizung hatten.
Die Ruinen sind so gut erhalten, dass wirklich nicht mehr viel fehlt, bis man in Gedanken mit badet.
 
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Mit Sexualität ging man sehr frei um. So weist ein gemeißelter Penis den Weg ins Bordell, über dessen Türen die jeweiligen Praktiken angepriesen wurden.
 
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Pompeji, die „mumisierte“ Stadt

Die Bewohner von Pompeji wurden vom Ausbruch des Vulkans völlig überrascht. Alles ging so schnell, dass kaum jemand fliehen konnte. Bei den Ausgrabungen fand man an den Stellen, wo die verschütteten Menschen lagen, Hohlräume in der gehärteten Asche.
Denn die Körper von Menschen und Tieren, welche unter der Wolke aus Asche und Stein begraben waren, verwesten, aber ihre Form blieb als Hohlkörper erhalten.
 
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Im 19. Jahrhundert entwickelte der Archäologe Giuseppe Fiorelli ein Verfahren, das es ermöglichte, Gipsabgüsse von den Opfern anzufertigen.

So haben 2000 Menschen wieder Gestalt angenommen, mit jenem Ausdruck, als sie der Tot überraschte: Angstverzerrte Körper, liegende oder hockende Menschen, die schützend die Hände vor das Gesicht halten.

Was einen Pompejibesuch heute so eindrucksvoll macht, ist die Momentaufnahme vom Alltagsleben einer römischen Stadt vor fast 2000 Jahren – aber auch die Momentaufnahme vom Schrecken ihrer Einwohner.
 
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Planst du auch einen Besuch in Pompeji, dann musst du dir bewusst sein, dass Pompeji Tag für Tag das Ziel hunderter Touristen ist. Auch wir waren nicht allein unterwegs. Allerdings konzentrieren sich die meisten Besucher auf die forumsnahen Stadtviertel. In Richtung Amphitheater und Casa del Fauno dünnen die Besucherströme aus. In stillen Seitengassen bist du sogar manchmal allein unterwegs.
 
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Der Vesuv, der all dieses Unheil gestiftet hat, schlummert jetzt gemächlich vor sich hin. Ab und an faucht er ein wenig, aber aufregender gibt er sich nicht.
 
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Du möchtest wissen wie es am Krater des Vulkans, dem Pompeji seinen Untergang verdankt, so aussieht? Von unserem Tanz auf dem Vulkan erzählen wir schon bald.
 
 

Infobox:

Anreise:
Autobahn A3, Ausfahrt „Pompei Scavi“
 
Parken:
Gebührenpflichtige Parkplätze findest du am Haupteingang.
 
Öffnungszeiten:
April bis Oktober: täglich 8:30 Uhr bis 19:30 Uhr
November bis März: täglich 8:30 Uhr bis 17 Uhr
letzter Einlass jeweils 90 Minuten vor Schließung

Geschlossen: 1. Mai, 25. Dezember und 1. Januar

Tipp: An Feiertagen solltest du dich vorher unbedingt nach den aktuellen Öffnungszeiten erkundigen.
 
Preise der Eintrittskarten:
Das Tagesticket kostet 13 Euro (reduziert: 7,50 Euro*).

Es gibt auch Kombitickets für fünf Ausgrabungen (Pompeji, Herculaneum, Oplontis, die Villen von Stabia, Boscoreale) zum Preis von 22 Euro (reduziert: 12 Euro*). Das Ticket gilt für drei aufeinander folgende Tage.

Für EU-Bürger unter 18 Jahren ist der Eintritt frei.

*Der reduzierte Preis gilt für EU-Bürger zwischen 18 und 25 Jahren.

Tipp: Du kannst deine Eintrittskarte „Pompeji ohne Anstehen“ vorab online kaufen. So sparst du gegen einen geringen Aufpreis das Anstehen an der Kasse und hast mehr Zeit für die Erkundung der Ausgrabungsstätte.
 
Achtung: Seit dem 15. Januar 2015 ist die Mitnahme von Rucksäcken und größeren Taschen aus Sicherheitsgründen nicht mehr erlaubt!
Gepäckstücke mit Maßen von über 30 x 30 x 15 Zentimetern können vor dem Eingang kostenlos abgegeben werden.
 
Noch mehr Informationen zu Pompeji findest du hier.
 
 
Warst du auch schon im antiken Pompeji oder in einer anderen Ruinenstadt? Haben dich diese Orte auch so begeistert? Wir freuen uns auf deinen Kommentar.
 

 
 

geschrieben von
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