I believe I can fly – Mein erster Fallschirmsprung

Fallschirmspringen – ich habe es getan!
 

Zugegeben, seit meine Tochter im Teenager-Alter ist, haben wir uns zu kleinen Adrenalinjunkies entwickelt und sind immer auf der Suche nach dem nächsten Kick.

Dabei geht die Initiative meist von ihr aus und ich „mach einfach mit“. Manche Aktivitäten lassen mir im Vorfeld das Blut in den Adern gefrieren. Im Nachhinein hab ich aber noch kein Abenteuer bereut. Ganz im Gegenteil! Sobald die Ängste überwunden sind, stellt sich ein tolles Gefühl ein und zurück bleiben unvergessliche Erlebnisse.
 
Nachdem ich mich in diesem Jahr schon beim Wildwasser-Rafting auf dem Sambesi, eine der anspruchsvollsten, auch für Amateure zugänglichen, Rafting-Touren der Welt, beweisen durfte (ich bin nur einmal über Bord gespült wurden 😁), mich in Jordanien durch die engen Schluchten des Wadi Mujib, mit bis zu 4 Meter tiefen Wasser, gekämpft habe und beim Tauchen im Roten Meer an meine Grenzen gekommen bin, gab es am Wochenende noch ein ganz besonderes Highlight: mein erster Fallschirmsprung!
 

Wie könnte es anders sein? Es war ein Geschenk und die Idee kam von meiner Tochter.

An dieser Stelle noch einmal ein ganz dickes DANKE!

 
 

Mein Sprung ins Ungewisse – Ein Erlebnisbericht

Gesprungen bin ich mit dem Team von SkyConcept am Flugplatz Wesel-Römerwardt in Nordrhein-Westfalen.

Was mich erstaunt hat: ich war im Vorfeld kein bisschen aufgeregt, sondern voller Vorfreude!
Erst beim Anlegen der Ausrüstung und der anschließenden Einweisung fängt es in meinem Bauch plötzlich an zu kribbeln. Jetzt werde ich doch etwas nervös und frage mich, ob ich die Trockenübungen wohl gleich abrufen kann.

 

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Prüfen, ob die Ausrüstung richtig sitzt!

 

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Es kribbelt im Bauch!

 

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Trockenübungen!

 

Auf dem Weg zum Flugzeug steigt das Adrenalin dann von Minute zu Minute.

 

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Auf geht’s! Da steht sie zum Abflug bereit …

 

Schon allein der Flug ist ein Erlebnis!

20 Minuten für 3.300 Meter! Das ist genau die Zeit, die die einmotorige Cessna 182 braucht, um auf die Höhe zu kommen.
So ein kleiner Flieger ist etwas ganz anderes als die großen Touristenbomber.

Schnell wird die Startbahn kleiner und wir gewinnen an Höhe. Ich habe freien Rundumblick über Wesel und Umgebung.
Die geniale Sicht bekommt man ja quasi noch extra zum Sprung dazu.

 

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Freier Blick über Wesel und Umgebung!

 

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Der Rhein von oben!

 

Wir schrauben uns immer höher. Die Höhe ist gleichgültig, ob nun 1.000 oder 2.000 Meter macht keinen Unterschied mehr. Auch Zeit hat keine Bedeutung mehr.

Während des Fluges beruhigt sich mein Magen und ich werde ganz ruhig. Ich lausche dem Motor und genieße das Gefühl.

„Noch 2 Minuten“ sagt der Pilot. Bob, mein Tandemmaster, verzurrt sich mit mir. Jetzt gibt es kein Zurück mehr!

 

3.300 Meter – es geht los! Neben mir öffnet sich die Luke. Es ist gar nicht so einfach, die Füße aus der engen Kabine nach draußen zu bekommen. Bob hilft mir. Ich sitze auf der Kante, die Füße hängen über dem schmalen Brett, ich lege den Kopf in den Nacken.

 

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Keine Möglichkeit zum Kneifen!

Ein sanfter Stoß – auf einmal dreht sich alles um mich. Wir fallen!

In den ersten Sekunden kann ich die Augen kaum aufhalten und spüre einen gewaltigen Druck auf den Ohren. Immerhin, wir rasen mit Freifallgeschwindigkeit, wie ein wildgewordener Sportwagen, der Erde entgegen. Wir werden immer schneller.

So ist also der „freie Fall“! Es ist Irrsinn! Das kann man sich nicht vorstellen, das muss man erlebt haben!

Du fällst und fällst, fühlst dich dabei unendlich frei. Reinhard May hat Recht!

 

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Unbeschreiblich! Wir fliegen!

 

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„Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein…“

 

Der freie Fall dauert nur ca. 50 Sekunden, dann zieht Bob die Reißleine und der Schirm öffnet sich. Wir werden stark abgebremst und mit einem kräftigen Ruck falle ich in die Gurte.
 

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Ein kräftiger Ruck – der Fallschirm öffnet sich!

 

Es wird ganz ruhig. In dem Moment geht mir kurz der Kreislauf flöten. Ein paar Mal tief durchgeatmet und dann kann ich die grandiose Aussicht über den Rhein, die Lippe und die vielen umliegenden Seen genießen.

Wir gleiten langsam tiefer. Bob hält mir die Schlaufen zum Lenken hin. Wir fliegen einige Kurven, es ist irre gut.

 

Mein Fllschirmsprung_08.11.2015_we2ontour
Jetzt übernehme ich das Lenken!

 

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Wir kommen der Erde immer näher!

 

Doch die Erde ist schon nahe. Ich gebe die Schlaufen wieder ab. Nur noch wenige Meter bis zur Landung. Ich werfe die Beine hoch. Der Fallschirm bremst uns ab und wir landen sanft auf dem Hintern.

 

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Gelandet!

 

Mein Fallschirmsprung_08.11 (7) Das war SPITZE!
 

Ich bin überwältigt, sitze im Gras und kann es nicht fassen. Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Es ist der WAHNSINN!
 
Ich bin überglücklich! Wir stehen auf, legen den Fallschirm ab und ich falle in Bobs Arme: Das war SPITZE!
 

„Ich bin so stolz!“ „Ich bin ein Held!“
 

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Ich bin so stolz! Ich bin ein Held!

 

Am liebsten wäre ich sofort in den nächsten Flieger gestiegen, um es noch einmal zu tun.

Ich bekomme das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Man kann dieses Gefühl mit Worten gar nicht beschreiben, es ist einfach nur GENIAL!

 

Mein Fazit: Das sollte man einmal gemacht haben! Wer nicht mindestens einmal in seinem Leben aus einem völlig intakten Flugzeug gesprungen ist, hat etwas verpasst.

 

Ich hoffe, ich konnte dir meine Begeisterung ein wenig vermitteln und dich vielleicht mit dem Virus „Fallschirmspringen“ anstecken.

Eins ist klar: Für mich war dies nicht der letzte Sprung! Und beim nächsten Mal springen wir dann gemeinsam. Versprochen Jojo!

 

Hast du schon einmal einen Fallschirmsprung gewagt? Wie war es?
Scheib mir in den Kommentaren!

 

 

geschrieben von
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7 Kommentare

  • Wow, das hört sich nach einem riesigen Abenteuer an! Ich glaube, ich würde mir vor Angst in die Hose machen…;-)
    Wie hast du nur die tollen Fotos gemacht?
    Liebe Grüße,
    Sabine

  • Sehr cool! Das steht immer noch auf meiner Liste. Und da Du auf den Bildern wirklich lächelst, scheint es gar nicht so schlimm zu sein 😉 Ich hatte letztes Jahr ein House-Runnig ausprobiert und das Kippen über die Kante war absolutes Adrenalin.

    • Hallo Tabitha,
      wow House Running, das kannte ich bisher gar nicht. Hab gerade mal ein wenig recherchiert, das steht jetzt auf meiner Liste.
      Mir hat das Springen echt Spaß gemacht und dies war nicht mein letzter Sprung. Kurzzeitig ist mir zwar auch das Herz in die Hose gerutscht und ich hätte am liebsten abgebrochen.
      Liebe Grüße
      Frauke

  • Hallo Frauke,
    am Wochenende steht mein Sprung an.
    Ich habe mich gerade noch einmal über deine Erlebnisse und Erfahrungen informiert. Irgendwie ist einem doch schon etwas mulmig….
    Zum Training waren wir am vergangenen WE im Heide Park. Dort steht mit Scream der höchste Freifallturm der Welt mit 71m freier Fall. Schon dort gab es bei ca. 5s freier Fall ziemliches Bauchkribbeln. Na mal sehen….
    Liebe Grüße, Tilo

    • Hallo Tilo,
      dann wünschen wir dir ganz viel Spaß. Du wirst begeistert sein! Ein wenig Bauchkribbeln gehört dazu .
      Wir planen gerade unseren nächsten Sprung (inzwischen ist Johanna ja auch gesprungen und schwer begeistert). Wir würden gern über den Alpen springen.
      Wir sind gespannt, was du berichtest.
      Liebe Grüße
      Frauke und Johanna

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