Und täglich grüßt der Kettenbrief

Es ist noch gar nicht so lange her, da waren an unserer Schule Kettenbriefe ganz groß in Mode. Und je dämlicher, desto größer war die Chance, dass die Nachricht kopiert und verbreitet wurde. Außerdem wollte keiner die dramatischen Folgen heraufbeschwören, die einem drohen, wenn man die Kette unterbricht.

Scheinbar sind Kettenbriefe auch nicht totzukriegen. Seit geraumer Zeit geistert ein Award durch die Bloggerszene, der ein wenig an die nervigen Briefe erinnert: der Liebster Award.
 
 
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Aber was ist der Liebster Award überhaupt?

Den meisten muss ich das wahrscheinlich gar nicht mehr erklären, denn sie kennen den Award sowieso. Wobei Award an sich wohl schon der falsche Begriff ist, ich sehe das jetzt nicht unbedingt als Auszeichnung.

Der Liebster Award ist vielmehr eine Art Fragerunde unter Bloggern. Man beantwortet 11 Fragen des Bloggers von dem man nominiert wurde und nominiert selbst weitere Blogs.
Andererseits ist es eine prima Möglichkeit die Person hinter dem Blog ein bisschen besser kennen zu lernen.

Wenn du wissen willst was ich auf Reisen gelernt habe, was mein kulinarisches Highlight in der Fremde war oder wer mich inspiriert, dann lies weiter.
 
 

22 Fragen – 22 Antworten

Bereits vor längerer Zeit haben uns Wolfgang von Groovy Planet und Jana von zuFussunterwegs für den Liebster Award nominiert. Der erste Teil der 22 Fragen ist bereits von Frauke beantwortet. Auch ich nehme die Nominierungen dankend an und beantworte gern den zweiten Teil der Fragen.
 
Meine Antworten auf Wolfgangs Fragen:
 
Was hast Du auf Reisen gelernt, inwiefern haben Dich Erfahrungen von unterwegs geprägt?

Nach 12 Jahren Schulzeit muss ich feststellen: Nirgends habe ich so viel gelernt, wie auf unseren Reisen. Die Reisen haben mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Tut mir leid liebe Lehrer, aber für mich ist die Welt die beste Schule.
Natürlich kann es schwierig werden nur mit tollen Erinnerungen im Gepäck, halbwegs akzeptablen Englisch und ein paar Brocken Finnisch, Spanisch und Französisch später in der westlichen Gesellschaft einen Platz zu finden. Es gibt manche Dinge, die werden erwartet, manche werden tatsächlich gebraucht. Aber in jedem Land habe ich etwas gelernt. In jedem Land gibt es andere Fächer – von Toleranz, über Selbstständigkeit bis hin zu den Sprachen und Kultur.
Vor allem habe ich eines gelernt, wie glücklich ich mich schätzen kann in Deutschland geboren zu sein. Ein demokratisches Land, das die Menschenrechte achtet. Ein Sozialstaat in dem jeder, der es nötig hat, Hilfe in Anspruch nehmen kann. Ein Land in dem Toilettenpapier und eine heiße Dusche selbstverständlich sind.
Ich habe auch gelernt, dass man nicht viel Geld, ein tolles Auto oder ein Haus braucht, um glücklich zu sein. Ich habe in sehr vielen Ländern Menschen gesehen, die praktisch Nichts hatten und trotzdem glücklicher und lebensfroher waren als viele Menschen in Deutschland.

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Welche Sprachen sprichst Du? Wie verständigst Du Dich in anderen Ländern?

Meine Muttersprache ist deutsch. In der Schule lerne ich englisch, französisch und spanisch. Da ich auch einen finnischen Pass besitze, spreche ich natürlich auch ein wenig finnisch.
Ich mag Sprachen sehr gern und bin stolz, wenn ich mich in anderen Ländern ein wenig verständigen kann. Mein Englisch ist inzwischen sehr gut, damit komme ich fast überall in der Welt zurecht. Und wenn gar nichts hilft, dann spreche ich mit Händen und Füßen.
 
 
Was ist Dein persönliches kulinarisches Highlight in der Fremde?

Ganz besonders mag ich die türkische Küche. Nirgends habe ich so unglaublich leckere Dinge gegessen wie in Istanbul. Egal ob Linsensuppe, Hackfleischbällchen, Huhn mit Reis, das berühmte Döner Kebab vom Spieß oder ein Gemüse der Saison – ich liebe es! Habe ich schon Baklava erwähnt? Ein hauchdünner, mit Pistazien oder Walnüssen gefüllter und in Zuckersirup getränkter Blätterteig. 😀
 
 
Was bringst Du, außer Erinnerungen und Fotos, von Deinen Reisen mit?

Mit jeder Reise kommt ein Magnet für den Kühlschrank hinzu, der mich (uns) an ein Land oder ein besonderes Erlebnis erinnert.
 
 
Hast Du immer neue Ziele oder kehrst Du auch gern zurück an einen lieb gewonnenen Ort? ALT="Liebster Award"

Das ist ganz verschieden. Natürlich reizt mich das Neue, das Unbekannte und das Fremde sehr.
Aber eine Region hat es mir besonders angetan: Das südliche Afrika.Wir waren bereits dreimal dort und ich habe noch lange nicht genug. Ganz im Gegenteil: Ich kann nicht genug davon bekommen.
 
 
 
Und nun folgen Janas Fragen:
 
Würde Geld keine Rolle spielen, wohin würdest du sofort reisen?

Quelle: www.nakatanenga.de
Wenn Geld (und Zeit) keine Rolle spielt, dann würde ich morgen zum Gebrauchtwagenhändler spazieren, mir einen alten Range Rover Defender kaufen, ein Dachzelt aufbauen, den Kofferraum beladen und los ginge es Richtung Norwegen zum Nordkap! Vom Nordkap würde mich meine Reise quer durch Europa und Afrika zum Kap der Guten Hoffnung nach Südafrika führen. 20.000 Kilometer Abenteuer – mein Traum!
 
 
Was oder wer inspiriert dich?

Meine Mutter!
Dies ist wahrscheinlich nicht die Antwort, die du von einem Teenager erwartest.
Aber weder Popstars, noch Superhelden oder Models sind mein Vorbild, sondern tatsächlich meine Mutter. Es gibt niemanden, der so mutig und selbstbewusst ist wie sie. Sie hat mir gezeigt, dass man alles schaffen kann, wenn man an sich glaubt. Sie ist immer für mich da und (für ihr Alter 😃) ziemlich cool.
 
 
Hast du ein Lieblingszitat, das dich in deinem Leben begleitet? Wenn ja, welches ist das?

„Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon.“
(Aurelius Augustinus)
 
 
An dieser Stelle sollte ich nun das „Blogstöckchen“ anderen Bloggern zuwerfen. Warum ich dies nicht tue und die Regeln breche, kannst du hier erfahren.
 
 
Hast du noch weitere Fragen an mich oder Anmerkungen? Her damit! Ich freue mich auf deinen Kommentar!
 
 

geschrieben von
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5 Kommentare

  • Hey Johanna,
    was für ein guter Einstieg in den Beitrag, ein echt passender Titel und dann noch das herzerwärmende Foto vom putzigen Erdhörnchen – das hat mich neugierig gemacht. 🙂
    Die Aussage, dass deine Reisen dir mehr gebracht haben als die meisten Lehrer, hat mich nachdenklich gemacht und an den bekannten Satz von Humboldt erinnert: „Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.“
    Und schmunzeln musste ich bei deiner Aussage, dass deine Mutter ziemlich cool ist – für ihr Alter… 😉
    Danke für diese Einblicke und viele Grüße!

    • Hallo Klaus,
      danke für das Lob. Ich habe lange überlegt, wie ich in den Award einsteige und meine Einstellung dazu wiedergebe.
      Humboldt hatte so recht – in meinem Umfeld kenne ich viele Leute mit vorgefertigten Meinungen und Halbwissen, dass sie häppchenweise aus den Medien beziehen.
      Liebe Grüße
      Johanna

  • Ich bin wahrlich kein Freund von „Kettenbriefen“ im allgemeinen und erst recht nicht von diesem sog. „Liebster Award“ im besonderen, muss aber gestehen, dass man da mit interessanten Fragen und guten Antworten doch was ziemlich gutes draus machen kann! 😉

    LG, Wolfgang

    • Hallo Wolfgang,
      und wieder habe ich etwas dazu gelernt: Man sollte zu manchen Dingen nicht grundsätzlich negativ eingestellt sein. Manchmal kommt es doch anders als erwartet. So ging es mir mit dem Liebster Award. Mit spannenden Fragen, für die man schon einmal länger als 5 Sekunden überlegen muss, macht es nicht nur Spaß, sondern ist sicher auch für die Leser interessant.
      Liebe Grüße
      Jojo

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