Von Hütte zu Hütte – eine traumhafte 3-Tage-Wanderung am Wilden Kaiser

Man reiche uns einen Berg, wir kraxeln rauf und sind glücklich.
 
Eine Wanderung ist für uns, wie mal kurz in eine andere Welt hinaufsteigen. In eine Welt, wo nur eine Handvoll Menschen herumläuft, man meist sensationelle Aussichten hat, man sich herrlich frei fühlt, wo das Wetter eine entscheidende Rolle spielt, Essen und Trinken eine noch größere und alles andere unwichtig wird.

Beim Wandern können wir die Gedanken streifen lassen, frische Luft atmen und uns körperlich austoben.
 
Wie du sicher merkst, wenn es ums Wandern geht, kommen wir aus dem Schwärmen nicht heraus.

Bisher haben wir jedoch immer nur Tageswanderungen unternommen.

Das sollte sich ändern. Schon länger hatten wir den Wunsch eine mehrtägige Rucksacktour zu machen. Tagsüber durch traumhafte Berglandschaften wandern und abends auf einer urigen Berghütte übernachten. Klingt das nicht wunderbar?

Im Juni war es dann endlich soweit. Unsere erste Hüttentour! Drei Tage sind wir entlang der Kaiserkrone von Hütte zu Hütte gewandert. Drei Tage führte uns der Weg durch eine einzigartige Bergwelt mit schroffen Gipfeln, kühlen Wäldern, sanften Almen, blauen Bergseen, gemütlichen Hütten und anspruchsvollen Kletterpassagen.

Und immer war es der Wilde Kaiser, das Bergmassiv in Tirol mit seinen gewaltigen Wänden und den steil aufragenden, wilden Felsen.

Die 3-Tage-Hütten-Wanderung ist eine kürzere Version der Kaiserkrone, die in 5 Tagen den Wilden Kaiser umrundet. Die 3-Tage-Tour führte uns auf der Südseite der Kaiserkrone von Going bis zum Hintersteiner See und von dort nach Scheffau.
 
 

3-Tage Hüttenwanderung entlang der Kaiserkrone

Mit Zwischenstopp am Tegernsee (zum Einwandern) und einem Umweg über die Großglockner Hochalpenstraße erreichen wir Going, den Startpunkt unserer geplanten Tour.
Die Nacht verbringen wir im Adelsberger Bergland, einer kleinen familiengeführten Pension am Fuße des Wilden Kaisers.
 
 

Etappe 1: Going, Hüttling (840m) – Schleierwasserfall (1.245 m) – Leiterl – Ackerlhütte (1.455 m) – Brennender Palven (1.572 m) – Gaudeamushütte (1.263 m)

Das Adelsberger Bergland ist ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen am Wilden Kaiser.

Nach einem ausgiebigen Frühstück treffen wir uns mit Maria Luisa, vom Tourismusverband Wilder Kaiser, die uns auf der 1. Etappe unserer Tour begleiten wird.

Wir starten am Wanderparkplatz in Going Hüttling
Zunächst folgen wir dem Forstweg und schlagen dann den Weg Richtung Schleierwasserfall ein.
 
Wilder Kaiser_ALT="Kaiserkrone"Hüttentour_Etappe 1 (2)

Wilder Kaiser_Hüttentour_Etappe 1 (3)

Wilder Kaiser_Hüttentour_Etappe 1 (4)
 
Der Steig führt uns stetig bergauf durch dichten Wald. Wir gehen viel zu schnell und kommen schon auf dem ersten Stück so richtig ins Schwitzen.
Der Weg wird immer schmaler und steiniger. Je näher wir dem Wasserfall kommen, wir können ihn schon hören, umso feuchter und rutschiger werden die Steine.

Dann sehen wir ihn – was für ein beeindruckendes Naturschauspiel!

Das Wasser stürzt von den überhängenden Felswänden ca. 60 Meter in die Tiefe und setzt die umliegende Natur in Szene.

Der Name „Schleierwasserfall“ rührt daher, dass sich im Sonnenlicht tausende von Perlen bilden, die im unteren Bereich des zwar schmalen, aber hohen Wasserfalls den Eindruck eines Schleiers erwecken.

Der Abstecher hat sich gelohnt!

Wir können sogar einen Blick hinter den „Wasservorhang“ werfen.

Auch Kletterer fühlen sich an dem anspruchsvollen Felsdom sehr wohl. Neben dem Wasserfall befindet sich einer der schönsten, aber auch schwierigsten Klettergärten der Alpen.
Leider sind so früh am Morgen erst wenige Kletterer unterwegs. Bei einer kleinen Verschnaufpause, die wir dringend nötig haben,  können wir ihnen bei ihren waghalsigen Übungen zusehen.
 
ALT="Wilder Kaiser"_Hüttentour_Etappe 1 (10)_Schleierwasserfall

Wilder Kaiser_Hüttentour_Etappe 1 (6)

Wilder Kaiser_Hüttentour_Etappe 1 (8)

Wilder Kaiser_Hüttentour_Etappe 1 (7)
 
Nachdem die tomatenrote Farbe langsam aus unseren Gesichtern gewichen ist 😀, wandern wir weiter. Jetzt lassen wir es etwas ruhiger angehen.
Auf einem Waldsteig geht es ziemlich steil aufwärts zum „Leiterl“. Über eine ca. 6 Meter lange und steile Leiter steigen wir hinauf auf den Kaiserkamm. Trittsicher und schwindelfrei sollte man für dieses Stück unbedingt sein.
 
Wilder Kaiser_Hüttentour_Etappe 1 (11)
 
Nun führt der Weg über Almwiesen immer weiter bergauf.
Nach den heftigen Regenfällen der letzten Tage sind die Wege in keinem guten Zustand und teilweise waten wir durch knöchelhöhen Schlamm. Die Schuhe werden immer schwerer! Aber traumhafte Panoramablicke belohnen unseren Aufstieg und ehrfürchtig blicken wir auf die gewaltige Felskulisse.

Auch der kurzzeitig einsetzende Regen kann unserer guten Laune nichts anhaben. So können wir gleich die Wetterfestigkeit unserer Ausrüstung testen. 😀
Test bestanden! Der Regen dauert auch gar nicht lange, schon bald zeigt sich wieder die Sonne.
 
Wilder Kaiser_Hüttentour_Etappe 1 (13)

Wilder Kaiser_Hüttentour_Etappe 1 (14)

Wilder Kaiser_Hüttentour_Etappe 1 (16)

Wilder Kaiser_Hüttentour_Etappe 1 (17)

Wilder Kaiser_Hüttentour_Etappe 1 (20)
 
An der Ackerlhütte machen wir Rast. Die kleine Hütte ist nicht bewirtschaftet, sondern eine urige Selbstversorgerhütte. Sie thront hoch über dem Talkessel von St. Johann auf dem sogenannten Ackerlsporn – einem gras- und latschenbewachsenen Rücken.
 
Wilder Kaiser_Hüttentour_Etappe 1 (21)
 
Ausgeruht und gut gestärkt wandern wir weiter. Eine magische Hand zieht uns immer höher.

Der Weg führt uns oberhalb dunkler Wälder durch herrlich bunte Blumenwiesen. Es ist Frühling in den Bergen. Zwar müssen wir ab und an Schneefelder überqueren, aber die grünen Almen überwiegen.
 
Wilder Kaiser_Hüttentour_Etappe 1 (19)

Wilder Kaiser_Hüttentour_Etappe 1 (18)

Wilder Kaiser_Hüttentour_Etappe 1 (24)
 
Unser Blick wandert über bizarre Felszacken und gewaltige Wände. In der Ferne können wir die glänzenden Schneeberge der Hohen Tauern sehen.

Plötzlich wird die Stille der Berge von einem Pfeifen unterbrochen. Marie Luise erklärt uns, dass dies ein Murmeltier ist. Murmeltiere sind sehr wachsame und vorsichtige Tiere und warnen sich gegenseitig durch schrille Pfiffe.
Und dann sehen wir es auch – unter einem Felsen sitzt ein großes, dickes Murmeltier. Leider verschwindet es wie der Blitz, als wir uns ihm nähern.
 
2016-06-13 13.01.37
 
Nur wenige Meter weiter begegnen wir den nächsten Bergbewohnern – Gämsen. Wir können uns den geschickten Kletterern bis auf ein paar hundert Meter nähern.
 
Wilder Kaiser_Hüttentour_Etappe 1 (23)

Wilder Kaiser_Hüttentour_Etappe 1 (25)
 
Dann erreichen wir den höchsten Punkt unserer ersten Etappe – die Kuppe des Baumgartner Kopf (1.572 Meter), auch Baumgartnerköpfl oder Brennender Palven genannt. Die Kuppe liegt unmittelbar vor den mächtigen Felszinnen des Wilden Kaisers. Ganz kurz reißt die dichte Wolkendecke auf und wir können einen Blick auf „den“ Kaiser werfen.
Mit ein wenig Phantasie kann man den berühmten Kaiserkopf und auch die große Kaiserkrone, die ihm schief vom Kopf sinkt, erkennen.
 
Wilder Kaiser_Hüttentour_Etappe 1 (26)
 
Hier liegt auch das bekannte Bergsteigergrab, in dem der „Koasamuch“ seine letzte Ruhestätte gefunden hat. Der berühmte Bergsteiger Much Wieser, 1888 in Scheffau geboren, setzte sich für Gipfelbücher auf allen Kaisergipfeln ein.
 
Wilder Kaiser_Hüttentour_Etappe 1 (27)
 
Ganz plötzlich färbt sich der Himmel tief schwarz.
Ein kräftiges Unwetter zieht auf uns zu. Unser Ziel, die Gaudeamushütte, ist nicht mehr weit. Jetzt müssen wir uns beeilen.
Das Unwetter ist schneller als wir. Wir schaffen es gerade noch die Regensachen überzuziehen, da prasseln auch schon die ersten Regentropfen auf uns nieder.

Klitschnass erreichen wir unser erstes Etappenziel, die Gaudeamushütte. Dort werden wir von Wirtin Anni ganz herzlich empfangen. Schnell werden die nassen Sachen zum Trocknen aufgehängt und dann serviert uns Anni heiße Suppe und den wohl leckersten Kaiserschmarrn Österreichs.
 
Wilder Kaiser_Hüttentour_Etappe 1 (28)
 
Anschließend zeigt uns Anni unser Nachtlager. Wir haben Glück und bekommen ein Zimmer ganz für uns allein. Anfang Juni und am einem Wochentag ist noch nicht so viel los auf der Gaudeamushütte. Am Wochenende sieht dies ganz anders aus.

Nach einer heißen Dusche machen wir es uns in der gemütlichen Gaststube bequem und strecken unsere müden Wandersfüße auf der Ofenbank aus.
Anni unterhält uns bestens, wobei es manchmal gar nicht so leicht ist, ihren Dialekt zu verstehen. 😃
Nach dem mächtigen Kaiserschmarrn vom Nachmittag sind wir noch immer satt. Das lässt Anni aber nicht gelten – wenigstens eine „kleine“ Brotzeit sollten wir noch schaffen und ein Nachtisch, in diesem Fall Apfelpfannkuchen mit Zucker und Zimt, geht natürlich immer!

Todmüde und pappesatt fallen wir in unsere Betten und schlafen wie die Murmeltiere.
 
 

Etappe 2: Gaudeamushütte (1.263 m) – Klamml – Gruttenhütte (1.620 m) – Kaiser Hochalm (1.417 m) – Scheffau (752 m)

Am Morgen hängen dicke Wolken vor unserem Fenster und veranstalten ein unglaubliches Lichtschauspiel rund um die Hütte.
 
Wilder Kaiser_Hüttentour_Etappe 2 (1)
 
Ohne ein anständiges Frühstück lässt uns Wirtin Anni natürlich nicht ziehen. Aber ein Frühstück auf dem Berg ist auch etwas ganz besonderes und Bergluft macht ja bekanntlich hungrig. Während wir es uns noch schmecken lassen, trifft unsere Wanderführerin ein. Susi wird uns die nächsten zwei Tage begleiten.

Wir verabschieden uns herzlich von Anni und bekommen jeder noch eine Brotzeit für unterwegs in die Hand gedrückt. Das Lunchpaket kann sich sehen lassen, verhungern werden wir sicher nicht.
 
Wilder Kaiser_Hüttentour_Etappe 2 (2)
 
Gegen 8.00 Uhr starten wir. Noch immer hängen tiefe Wolken am Himmel und die Sicht ist sehr schlecht, aber wenigstens regnet es nicht.
Das ändert sich bald, immer wieder müssen wir unfreiwillige Pausen einlegen und Regensachen an- oder ausziehen. Sonne, Wolken und kurze Regenschauer wechseln sich ab.
 
Wilder Kaiser_Hüttentour_Etappe 2 (3)
 
Bereits das erste Stück hat es in sich. Ein schmaler Steig führt hinauf zur Gruttenhütte. Der Steig, der durch das steile, aber faszinierende Klamml führt, ist mit einer Leiter und einigen Eisenklammern gesichert.
Beim Ausstieg haben wir einen fantastischen Ausblick auf das „Wilde Schloss“, das sagenumwobene Felsmassiv mit seinen Türmen, Spitzen, Höhlen und kleinen Balkonen.
 
Wilder Kaiser_Hüttentour_Etappe 2 (4)

Wilder Kaiser_Hüttentour_Etappe 2 (5)

Wilder Kaiser_Hüttentour_Etappe 2 (6)

Wilder Kaiser_Hüttentour_Etappe 2 (11)

Wilder Kaiser_Hüttentour_Etappe 2 (13)

Wilder Kaiser_Hüttentour_Etappe 2 (14)

Wilder Kaiser_Hüttentour_Etappe 2 (15)

Wilder Kaiser_Hüttentour_Etappe 2 (16)
 
Nach einigen Kehren erreichen wir die höchstgelegene Hütte am Wilden Kaiser, die Gruttenhütte. Sie liegt einsam auf einem Felsrücken in 1.620 Meter Höhe.

Nun wird der Weg etwas einfacher. Unterhalb der mächtigen Kaisergipfel Treffauer und Tuxeck folgen wir dem Höhenweg über das Lenggries, eines der größten Schotterkare am Wilden Kaiser, durch herrlich duftende Latschen und Bergwälder bis zur Kaiser Hochalm.
 
Wilder Kaiser_Hüttentour_Etappe 2 (19)

Wilder Kaiser_Hüttentour_Etappe 2 (21)

Wilder Kaiser_Hüttentour_Etappe 2 (20)

Wilder Kaiser_Hüttentour_Etappe 2 (23)

Wilder Kaiser_Hüttentour_Etappe 2 (24)

Wilder Kaiser_Hüttentour_Etappe 2 (25)
 
Die Kaiser Hochalm liegt wildromantisch unterhalb des Sonnensteins. Sie ist nicht bewirtschaftet, aber ein wunderbarer Fotostopp. Von der idyllischen Almenlandschaft haben wir fantastische Aussicht auf die Kitzbühler Alpen.
 
Wilder Kaiser_Hüttentour_Etappe 2 (27)

Wilder Kaiser_Hüttentour_Etappe 2 (28)
 
Von der Kaiser Hochalm steigen wir nun langsam abwärts Richtung Scheffau. Vorbei an der Kaiseralm und dem bekannten Jägerwirt, welcher die Kulisse der TV-Serie „Soko Kitzbühel“ ist, erreichen wir nach ca. 8 Stunden unser heutiges Etappenziel, den Gasthof Weberbauer in Scheffau Dorf.
 
Wilder Kaiser_Hüttentour_Etappe 2 (29)

Wilder Kaiser_Hüttentour_Etappe 2 (30)
 
 

Etappe 3: Scheffau (752 m) – Rehbachschlucht – Hinterschießlingalm (1.020 m) – Steiner Hochalm (1.257 m) – Jagersteig – Walleralm (1.170 m) – Hintersteiner See (883 m) – Scheffau (752 m)

Bei einem ausgiebigen Frühstück stärken wir uns für den Tag.

9.00 Uhr treffen wir uns mit Wanderführerin Susi. Heute sind wir in einer kleinen Gruppe unterwegs. Außerdem begleitet uns Victoria Gruber vom Tourismusverband Wilder Kaiser.

Bei strahlend blauem Himmel brechen wir frohen Mutes auf.
Vom Ortskern Scheffau marschieren wir über Leiten direkt zum Eingang der Rehbachschlucht. Der Weg durch die Schlucht führt vorbei an Wasserfällen, einer Höhle in einem alten Bergbaustollen, über schmale Pfade und einige Brücken. Rechts und links des Weges liegen große Brocken im Wasser und mächtige, alte Baumriesen spenden Schatten.
 
Wilder Kaiser_Hüttentour_Etappe 3 (2)

Wilder Kaiser_Hüttentour_Etappe 3 (1)

Wilder Kaiser_Hüttentour_Etappe 3 (3)

Wilder Kaiser_Hüttentour_Etappe 3 (6)
 
Nachdem wir die Schlucht durchquert haben, führt der Weg durch bunte Wiesen zur Hinterschießlingalm.
Auf 1.020 Meter Höhe genießen wir nicht nur die Aussicht, sondern auch eine zünftige Brotzeit.
 
2016-06-15 10.23.34

2016-06-15 10.41.17

2016-06-15 10.36.38

2016-06-15 11.41.24
 
Es geht weiter bergauf über die Steiner Niederalm zur Steiner Hochalm. Von der Steiner Hochalm folgen wir dem Jagersteig bis zur Walleralm. Unterwegs können wir schon einen ersten Blick auf unser heutiges Ziel, den Hintersteiner See, werfen.
 
2016-06-15 11.46.32

2016-06-15 12.43.27

2016-06-15 12.46.22

2016-06-15 12.46.11
 
Bevor wir jedoch hinab zum See steigen, stärken wir uns bei einer gemütlichen Rast auf der Walleralm. Wandern macht nämlich hungrig! Von der Terrasse haben wir einen herrlichen Blick auf die Hohe Salve und ins Inntal.
 
Wilder Kaiser_Hüttentour_Etappe 3 (15)

ALT="Wilder Kaiser"_Hüttenwanderung Kaiserkrone_we2ontour (14)
 
Gut gestärkt und gut gelaunt wandern wir nun bergab Richtung Hintersteiner See.

Welch atemberaubender Anblick!

Der zauberhafte Bergsee ist 56 Hektar groß, bis zu 36 Meter tief und wird durch unterirdische Quellen gespeist.
 
ALT="Wilder Kaiser"_Hüttenwanderung Kaiserkrone

ALT="Wilder Kaiser"_Hüttenwanderung Kaiserkrone_we2ontour
 
Wir folgen dem Seerundweg, der idyllisch am Ufer des kristallklaren Bergsees verläuft. Natürlich müssen unterwegs die müden Füße im türkisblauen Wasser gekühlt werden.
 
ALT="Wilder Kaiser"_Hüttenwanderung Kaiserkrone_we2ontour_Hintersteiner See
 
Dabei vergessen wir ganz die Zeit und müssen die letzten Meter zum Café Seestüberl im Eilschritt zurücklegen. Vom der Bushaltestelle am Café Seestüberl bringt uns der letzte Seebus zurück nach Scheffau.

Wir verabschieden uns von unseren „Mit-Wanderern“ und Wanderführerin Susi, von der wir in den zwei Tagen viel gelernt haben. Das Wandern in der kleinen Gruppe hat richtig Spaß gemacht.
 
Wir verbringen eine weitere Nacht im Gasthof Weberbauer. Dort erwartet uns heute ein leckeres 5-gängiges Tiroler Bauern-Menü. Das haben wir uns redlich verdient. Die verlorenen Kalorien müssen schließlich nachgefüllt werden und wir lassen es uns so richtig schmecken.
 
Am nächsten Morgen verabschieden wir uns schweren Herzens von Tirol.
 
 

we2ontour-Fazit:

Für das erste Mal „von Hütte zu Hütte“ hatte die Tour genau die richtige Länge. So konnten wir gut testen, wie es sich anfühlt mit dem gesamten Hab und Gut auf dem Rücken zu wandern, wie uns die Übernachtung in einer Hütte gefällt und ob die Kondition für drei Tage wandern am Stück überhaupt reicht.

Mit einer minimalistischen Ausrüstung und dem richtigen Rucksack war das Tragen überhaupt kein Problem. Unsere Packliste für eine 3-Tage-Hüttenwanderung findest du demnächst hier.

Die Übernachtung in einer Hütte war eine ganz neue Erfahrung, die wir nicht missen möchten und die uns auf den Geschmack gebracht hat.
Es war ein herrliches Gefühl, nach einer anstrengenden Bergtour, am Abend nicht hinunter ins Tal zu müssen. Beim ersten Bier/Cola des Tages konnten wir zusehen, wie die Tagesausflügler nach unten wanderten. In der Hütte zurück blieben nur Gleichgesinnte.

Landschaftlich hat uns die Kaiserkrone extrem gut gefallen. Auf unserer Wanderung konnten wir die ganz unterschiedlichen Facetten des spektakulären Bergmassivs entdecken. Der Wilde Kaiser ist wirklich unglaublich abwechslungsreich und vielfältig.
 
Wir können jedem nur empfehlen, einmal am Wilden Kaiser zu wandern!
 
 

3-Tage-Hüttenwanderung – Infos & Tipps

Die 3-Tage-Hüttenwanderung ist eine Kurzvariante der Kaiserkrone.

Sie führte uns von Going bis zum Hintersteiner See und von dort nach Scheffau.

Infos zum Nachwandern:
Tourlänge: ca. 35 Kilometer

Anstieg: ca. 2.500 Höhenmeter
Abstieg: ca. 2.600 Höhenmeter

Startpunkt: Going, Hüttling bei der Aschingerkapelle (840 m).
Endpunkt: Scheffau, Dorf (752 m)
Der kostenlose Wander- und Bäderbus „KaiserJet“ bringt dich wieder zum Ausgangspunkt nach Going zurück.
 
Die 3-Tage Hüttenwanderung richtet sich an klassische Bergwanderer. Die Wege sind mittelschwierig und setzen Trittsicherheit und Schwindelfreiheit voraus.
Die Wegbeschaffenheit variiert zwischen Forstwegen, Steigen, Wiesen- und Waldwegen, felsigen Passagen mit teilweise versicherten Abschnitten und kurzen Teilabschnitten auf Asphalt.
 
Die Etappen sind zwischen 8 und 14 Kilometer lang und die Gehzeiten betragen 5 bis 6 Stunden/Tag (ohne Pausen). Durch verschiedene Zustiege können die einzelnen Etappen leicht abgewandelt werden. Entlang der Strecke sind leichte und auch schwierige Alternativrouten möglich, du kannst dir deine ganz individuelle Route erstellen.
 
Wir empfehlen dir die Wanderkarte Wilder Kaiser, die du für 6,90 € beim Tourismusverband Wilder Kaiser bekommst.
 
Je nach Schneelage ist die Strecke von Anfang Juni bis Mitte Oktober begehbar.
 
Alle Etappen können auch als Tagestouren vom Tal aus unternommen werden.
 
Parken:
Beim Wanderstartplatz in Hüttling sind keine Dauerparker gestattet!
Eine gute Alternative ist der gebührenfreie Parkplatz am Badesee in Going. Von hier läufst du in ca. 35 Minuten nach Hüttling, dem Startpunkt der Wanderung.
 
 
Die Österreich Werbung und der Tourismusverband Wilder Kaiser haben uns zu dieser Hüttentour eingeladen, vielen Dank dafür!
 
 
Bist du schon einmal von Hütte zu Hütte gewandert? Oder wäre diese Wanderung auch etwas für dich?
 
 

geschrieben von
More from Frauke Lilius

Der Zauber des Verfalls

Was der Mensch erbaut, dass zerstört er auch – meistens jedenfalls. Genauso...
Weiterlesen

6 Kommentare

  • Hey, wie schön! Das Kaisergebirge liegt ja fast vor unserer Haustüre und doch sind wir nicht oft genug dort. Meist sind wir jedoch mit dem Mountainbike unterwegs. Sehr schöne Bilder, die mich meine nächste Tour gedanklich schon planen lassen 😉 LG, Sabine

    • Hallo Sabine,
      geht uns ganz ähnlich – die Gegend vor der Haustür erkunden wir viel zu wenig. Wobei wir auch keine Berge haben, leider 🙁
      Dann viel Spaß beim Planen!
      Liebe Grüße
      Frauke

  • Hallo zusammen,
    vielen Dank für den tollen Beitrag und die wunderschönen Fotos!
    In meiner Freizeit versuche ich immer wieder neue Teile der Welt zu entdecken. Aus diesem Grund geht meine nächste Reise nach Österreich. Auf der Suche nach Hotels bin ich auf diese Seite gestoßen: http://www.hotelneuwirt.at/

    LG
    Nadine

    • Hallo Nadine,
      wir lieben Österreich und jedes Jahr zieht es uns mehrfach dorthin. Im Winter zum Skifahren und im sommer zum Wandern. Da kommt dein Tipp sehr gelegen.

      Liebe Grüße
      Frauke

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.