Joshua Tree National Park: Die hässlichsten Bäume der Welt

Was mag die irische Band U2 wohl bewegt haben ihr Erfolgsalbum von 1987 Joshua Tree zu nennen?

Ob die sonderbaren Gestalten der gleichnamigen Bäume sie wohl ähnlich fasziniert haben wie uns?

Für das Cover des Albums ließen sich die Jungs mit einem der Yuccabäume ablichten und sorgten dafür, dass das Gewächs aus der amerikanischen Mojave-Wüste Weltruhm erlangte.
 
ALT="Joshua Tree Nationalpark"
 
 

Im Reich der 1.000-jährigen Joshua Bäume

Die Joshua Trees, bizarre Granitfelsen, riesige Kakteenfelder, eine dramatische Wüstenlandschaft: Es gibt viele Gründe, den Joshua Tree National Park zu besuchen.
 
ALT="Joshua Tree Nationalpark"
 
Von der Straße aus gesehen wirkt die Wüste, die aus über 2.000 Quadratkilometern Wildnis besteht, nicht gerade einladend.
Doch beim näheren Hinsehen eröffnet sich einem eine faszinierende Vielfalt von Pflanzen und Tieren, deren Heimat dieses von den Elementen geformte Stück Land ist. Starke Winde, unberechenbare Regengüsse und klimatische Extreme haben hier ihre Spuren hinterlassen.

Der Joshua Tree Nationalpark befindet sich in der südlichen Wüste von Kalifornien, in der Nähe des Ortes Palm Springs und ca. 230 Kilometer östlich von Los Angeles.
 
ALT="Joshua Tree Nationalpark"

ALT="Joshua Tree Nationalpark"

ALT="Joshua Tree Nationalpark"

ALT="Joshua Tree Nationalpark"
 
 

Der hässlichste Baum der Welt

Seinen Namen verdankt der Park dem auffälligen, im Englischen „Joshua Tree“ genannten, Joshua Baum.

Die Joshua Trees, die wissenschaftlich betrachtet gar keine Bäume sind, die aussehen wie Kakteen, aber zu den Agaven- oder Yuccagewächsen gehören, werden bis 18 Meter hoch und bis zu 1000 Jahre alt.

Die ausgestreckten Äste erinnerten die ersten hier durchziehenden Mormonen an den Propheten Joshua, der mit ausgestreckten Armen den Israeliten den Weg ins gelobte Land wies – daher der biblische Name der Pflanze.
 
ALT="Joshua Tree Nationalpark"
 
Als der Forscher John Charles Frémont, auf einer seiner Expeditionen zur Entdeckung des damals noch unerschlossenen Südwestens der USA, den Joshua Baum zum ersten Mal sah, bezeichnete er ihn als „hässlichsten Baum im ganzen Pflanzenreich“.
 
ALT="Joshua Tree Nationalpark"

ALT="Joshua Tree Nationalpark"

ALT="Joshua Tree Nationalpark"

ALT="Joshua Tree Nationalpark"

ALT="Joshua Tree Nationalpark"
 
 

Joshua Tree – ein wundersames „Bäumchen“

Die bizarren, stacheligen Figuren scheinen mit ihren kryptischen Formen nicht von dieser Welt zu sein.
Dabei sind die eigenwilligen Pflanzen nur im Nordwestteil des Parks, in der Mojave-Wüste, zu finden.

Der Joshua Tree Nationalpark verbindet jedoch zwei Wüstentypen, welche, getrennt durch ihre unterschiedliche Höhenlage, zwei verschiedenartige Ökosysteme beherbergen.
Die höher gelegene, feuchtere und ein wenig kühlere Mojave-Wüste ist der Lebensraum des Joshua Tree.
Unterhalb von 900 Meter liegt im östlichen Teil des Parks die Colorado-Wüste, die eher von Kakteen, Büschen und Fächerpalmen geprägt ist.
 
 

Vorsicht, Stacheln!

Auf unserer Fahrt entlang der Pinto Bassin Road, die den Nationalpark von Nord nach Süd durchquert, stoppen wir am Cholla Cactus Garden. Hier kann man wie an kaum einer anderen Stelle die einzigartige Vegetation der Colorado-Wüste hautnah erleben. Ansonsten bietet der südliche Parkabschnitt wenig Sehenswertes.
 
ALT="Joshua Tree Nationalpark"

ALT="Joshua Tree Nationalpark"

ALT="Joshua Tree Nationalpark"
 
Warum sich gerade hier Kakteen angesiedelt haben, liegt an der besonderen Bodenbeschaffenheit. Das Pinto Basin entstand durch tektonische Verschiebungen, bei denen sich die gegenüberliegenden Erdplatten auseinander bewegten und dieses tieferliegende Basin bildeten. Ursprünglich mit einem flachen See bedeckt ist es in einer wärmeren Klimaperiode ausgetrocknet. Der lockere und wasserdurchlässige Kies- und Sandboden am Fuße der Hexie Mountains bildet heute den idealen Nährboden für Kakteen.
 
ALT="Joshua Tree Nationalpark"

ALT="Joshua Tree Nationalpark"
 
Ein ca. 400 Meter langer Lehrpfad mit zahlreichen Erklärungstafeln beginnt bei einem kleinen Parkplatz direkt an der Pinto Basin Road. Er führt durch einen Teil dieses dichten Kakteenhains. Zunächst ist der Weg eingezäunt, was dem Besucher wohl vermitteln möchte, dass er gefälligst, auch im eigenen Interesse, Abstand von den angriffslustigen Pflanzen halten soll.
 
ALT="Joshua Tree Nationalpark"
 
Hier findest du eine große Ansammlung der Teddy Bear Chollas. Diese verdanken ihren Namen dem dichten, beigen Stachelkleid, das ihre Äste komplett bedeckt. Doch was so flauschig aussieht, sind in Wirklichkeit ausgehärtete, 2,5 Zentimeter lange Stachel, die viele mikroskopisch kleine Widerhaken haben. Zum Schmusen sind die „Teddys“ eindeutig ungeeignet. 😀
 
ALT="Joshua Tree Nationalpark"

ALT="Joshua Tree Nationalpark"

ALT="Joshua Tree Nationalpark"

ALT="Joshua Tree Nationalpark"

ALT="Joshua Tree Nationalpark"

ALT="Joshua Tree Nationalpark"
 
Eine nahe Verwandte, die Jumping Cholla, findest du hier ebenfalls. Sie heißt so, weil sie bei der kleinsten Berührung ganze Stachelbüschel absprengen kann. Der vorbeigehende Wanderer ist also gut beraten, sich den Pflanzen nicht zu dicht zu nähern, denn die Stacheln lassen sich nur schmerzhaft entfernen.

Überhaupt solltest du sehr vorsichtig sein und den Blick nicht nur auf die vielen stachligen Gestalten richten, sondern auch auf den Boden unter dir. Vor allem, wenn du, wie ich, mit Flip Flops unterwegs bist. Jojo hatte riesigen Spaß daran, mir die Stacheln mit einer Pinzette aus dem großen Zeh zu entfernen. 😉
 
ALT="Joshua Tree Nationalpark"
 
 

Wonderland of Rocks

Neben den Joshua Tree Wäldern und den Kakteengärten bietet der Park eine der interessantesten geologischen Formationen, die man in den kalifornischen Wüsten findet. Überall in der Landschaft verteilt, kannst du große, rundgeschliffene Granitfelsen entdecken. Die verwitterten Granitblöcke, die aus der Ebene herauszuwachsen scheinen, wirken wie verkleinerte Abbilder des australischen Ayers Rock.
 
ALT="Joshua Tree Nationalpark"

ALT="Joshua Tree Nationalpark"
 
Doch wie sind diese faszinierenden und spektakulären Gesteinsformationen entstanden?
Die im Park vorzufindenden Granit-Formationen bildeten sich, nachdem Magma unter der Erdoberfläche abkühlte, erstarrte und nach Millionen von Jahren durch Erosion an der Erdoberfläche freigelegt wurde.
 
ALT="Joshua Tree Nationalpark"
 
Es juckt uns in den Füßen hinauf zum 1.660 Meter hohen Ryan Mountain zu steigen. Wanderschuhe und Ausrüstung liegen im Auto – ABER: wir entscheiden uns gegen die Wanderung, auch wenn sie nur 5 Kilometer lang ist und laut Reiseführer in 2 – 3 Stunden zu schaffen ist. Die Temperaturen liegen bei 45 Grad und es ist einfach zu heiß zum Wandern!

Schade, zwar kann man von der Straße aus einige der schönsten Stellen im Nationalpark bewundern, aber der Ausblick vom Gipfel auf die Täler und die Wüste muss gigantisch sein.
Überhaupt sollen die Wandermöglichkeiten im Joshua Tree Nationalpark sehr empfehlenswert sein. Es gibt Hiking Trails in unterschiedlichen Längen und Schwierigkeiten. Vom kurzen Rundweg bis zur Mehrtages-Tour ist alles dabei.
Wer im Joshua Tree wandern möchte, sollte jedoch den Sommer meiden. Dann liegen die Tageshöchstwerte bei 50 °C und kühlen auch nachts kaum unter 24°C ab.

Die beste Jahreszeit für Wanderungen ist von Oktober bis Mai, wenn die Temperaturen tagsüber zwischen 15 und 25 °C erreichen. In den Wintermonaten können die Nächte eiskalt werden und in den höheren Lagen kann es dann auch schon mal schneien.

Wir sind ein wenig wehmütig, aber so ganz ohne Geländeerkundung geht es natürlich nicht. Immer wieder lassen wir das Auto stehen und tapsen ein Stück zu Fuß durch den heißen Sand.
 
ALT="Joshua Tree Nationalpark"

ALT="Joshua Tree Nationalpark"

ALT="Joshua Tree Nationalpark"

ALT="Joshua Tree Nationalpark"

ALT="Joshua Tree Nationalpark"

ALT="Joshua Tree Nationalpark"
 
Die Hitze ist brutal und meist zieht es uns schon nach kurzer Zeit ins klimatisierte Auto zurück. Dabei könnte man auf der Fahrt durch den Park theoretisch hundert Mal aussteigen und einfach nur staunen.
 
Selten haben wir eine so beeindruckende und faszinierende Landschaft gesehen!
 
Wer im Süden Kaliforniens unterwegs ist, für den ist der Joshua Tree Nationalpark definitiv ein Must-See!
 
 

Infobox:

  • Lage und Infos:
    Der Joshua Tree Nationalpark liegt im Süden des Bundesstaates Kalifornien, etwa 230 km östlich von Los Angeles in der Nähe von Palm Springs.
    Der nächste Flughafen befindet sich in Palm Springs, die Wüstenoase liegt etwa 45 km vom Park entfernt.
    Das ca. 2.250 km² große Gebiet wurde bereits 1936 von Präsident Roosevelt zum National Monument erklärt und ist seit 1994 ein Nationalpark.
    Die Höhen innerhalb des Parks reichen von 305 Meter im Pinto Basin bis zu 1.772 Meter auf den Gipfeln des Quail Mountain.
  • Anfahrt:
    Man erreicht den Park über drei offizielle Zugänge:
    Der Westeingang befindet sich 8 km südlich der Kreuzung von Highway 62 und Park Boulevard in Joshua Tree Village.
    Der Nordeingang befindet sich in Twentynine Palms, 5 km südlich der Kreuzung von Highway 62 und Utah Trail.
    Der Südeingang in Cottonwood Spring, das 40 km östlich von Indio liegt, kann aus dem Osten oder Westen über die Interstate 10 erreicht werden.
  • Hotels, Motels & Campingplätze
    Im Park gibt es nur Campingmöglichkeiten. Die Campingplätze sind ohne jeden Komfort und haben (meist) kein fließendes Wasser. Trotzdem muss das Campen in diesem Park unübertroffen sein. Wir haben immer wieder kleine Stellplätze, eingeklemmt zwischen Felsen und Wüste, entdeckt. Schade, dass wir im Mietwagen unterwegs waren.
    Alle Campingplätze sind ganzjährig offen und können über die Nationalparkverwaltung vorreserviert werden, was vor allem in der Hauptsaison und an Wochenenden zu empfehlen ist.
    Wer ein Hotel oder Motel favorisiert, muss außerhalb des Parks übernachten. In den umliegenden Orten gibt es verschiedene Schlafgelegenheiten.
    Wir haben im Vagabond Inn in Palm Springs übernachtet.
  • Eintritt: 20$ pro Fahrzeug incl. Insassen (7 Tage gültig)
  • Öffnungszeiten: Der Park ist ganzjährig geöffnet. Wer jedoch nicht in der Hitze schmoren möchte, sollte im Frühjahr oder Spätherbst kommen.
  • National Park Pass: gültig
  • Wandern:
    Der Joshua Tree Nationalpark ist neben dem Yosemite eines der beliebtesten Wander- und Klettergebiete in Kalifornien. Und das nicht nur wegen der vielen schönen rundgeschliffenen Granitfelsen, die aussehen, als hätte Obelix hier seine Hinkelsteine übereinander getürmt, sondern vor allem wegen der landschaftlich reizvollen Umgebung.
    Eine Übersicht aller Wanderwege und Trails findest du hier.
  • Zugänglichkeit: für PKW und Wohnmobile problemlos
  • Saison: Hauptbesucherzeit ist Oktober bis Mai
  • Homepage des Joshua Tree National Park
  •  
     

    Und sonst so?
  • Es gibt zahlreiche Wege überall im Park. Halte dir aber immer vor Augen, dass du dich in einer Wüste befindest, auch wenn man dies im klimatisierten Auto gerne und leicht vergisst. Wenn du also aussteigst und eine kleine Wanderung unternehmen möchtest, und sei es nur für 10 Minuten, ist Sonnenschutz und ausreichend Trinkwasser obligatorisch.
  • Vorsicht! Im Park leben sechs verschiedene Arten von Klapperschlangen. Du solltest dich, besonders in den felsigen Gebieten, umsichtig bewegen und immer genau schauen, wo du hintrittst, dich festhältst oder hinsetzt.
  •  
     
    Warst du schon einmal im Joshua Tree Nationalpark? Hat er dich ähnlich begeistert wie uns? Oder hast du Fragen oder Anmerkungen? Dann ab damit in die Kommentare!
     
     

    geschrieben von
    More from Frauke Lilius

    Ein Roadtrip durch Namibia – Welche Route?

    Ein Roadtrip durch Namibia war ein Wunsch, welcher schon länger auf unserer...
    Weiterlesen

    5 Kommentare

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.