Zu Gast beim „Großen Buddha“

Wolltest du schon immer mal einem „Großen Buddha“ in die Augen schauen? Oder Götterboten streicheln? Das größte Holzgebäude der Welt betreten?

Dann solltest du Nara auf einer Japan-Reise nicht verpassen!
 
Auch wenn die Stadt wegen ihrer großen Anzahl an Tempel- und Schrein-Anlagen zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten Japans gehört und jede Menge Touristen anzieht, ist Nara auch eines der interessantesten Reiseziele des Landes.
 
Nara kann getrost als Wiege Japans bezeichnet werden. Von 710 bis 784 war Nara die erste kaiserliche Hauptstadt.
Aus dieser Zeit stammen die meisten der großen Tempelanlagen. Zwar verlor die Stadt nach der Verlegung der Hauptstadt nach Kyōto an Bedeutung, die buddhistischen Tempel und Shintō-Schreine überstanden bis heute.
 
 
Hier kommen unsere 7 Empfehlungen für deinen Besuch in der ältesten Kaiserstadt Japans:
 

1. Füttere die Sikahirsche, ohne dass du angegriffen wirst!

Im Osten der Stadt liegt der schöne Park Nara-koen, auch als „Hirschpark“ bekannt. Dort laufen mehr als 1.000 Sikahirsche frei herum.

In prähbuddhistischen Zeiten galten die Tiere als „Götterboten“ und wurden als heilig angesehen. Es war nicht erlaubt sie zu jagen und zu töten.
Heute haben sie den Status von lebenden nationalen Kulturgütern. Sie suchen im Gelände nach Nahrung und sind dabei ziemlich „zutraulich“, wobei „zudringlich“ es besser beschreibt. 😀
Die lieblichen Hirsche mit den kullerrunden Augen können nämlich zu richtigen Bestien werden, wenn sie eines wittern: Futter!
Ohne Futter bist du recht uninteressant für die Tierchen, aber wehe du kaufst „Hirschleckerlies“ bei einem der vielen Händler, die sich im Park platziert haben. Sofort bildet sich ein Pulk an Hirschen um dich herum und gibt dir sehr eindringlich zu verstehen, dass man nicht gewillt ist, lange auf das Futter zu warten.
 
Für 150 Yen kannst du überall im Park die Shiba-sembei (Leckerlies) kaufen.
 
Nara (19)

Nara (26)

Nara (6)
 
 

2. Lass dich von den grimmig dreinblickenden Wächtern des Nandai-mon nicht einschüchtern!

Auf dem Weg zur Hauptattraktion Naras, dem Großen Buddha, musst du erst einmal das riesige Nandai-mon, das Eingangstor, passieren, dass von zwei grimmig dreinblickenden Nio-Wächtern bewacht wird.
Die Statuen stammen aus dem 13. Jahrhundert und wurden erst kürzlich restauriert. Sie zählen zu den schönsten Holzfiguren Japans – zu Recht! Sie wirken so echt, das es scheint, als könnten sie sich jeden Moment auf dich stürzen.
 
Nara (9)

Nara (2)
 
 

3. Blicke ehrfürchtig auf das größte Holzgebäude der Welt!

Die Daibutsu-den, die Halles des Großen Buddha, gilt als das größte, rein aus Holz gebaute, Gebäude der Welt. Wow!
Dabei nimmt das heutige Bauwerk gerade einmal zwei Drittel der Originalfläche ein. Das Gebäude wurde zweimal komplett neu errichtet, zuletzt nach einem Brand im Jahre 1709.
 
Nara (10)

Nara (11)

Nara (12)
 
 

4. Erweise dem „Großen Buddha“ die Ehre!

Mit Superlativen geht es weiter. Nachdem du nun sicher schon mächtig beeindruckt bist, kommt das eigentliche Highlight: der „Große Buddha“.
Der Daibutsu von Nara, der während der ersten Blüte des japanischen Buddhismus im Jahre 746 gegossen wurde, ist mit 15 Meter Sitzhöhe die angeblich größte Bronzeguss-Statue der Welt.
Die Figur besteht aus 437 t Bronze und 130 kg Gold.
 
Mit Ausnahme der Haupthalle ist der Besuch des Geländes kostenlos.
Eintritt Halle des Großen Buddhas: 500 Yen

Öffnungszeiten:
April bis September: 7.30 – 17.30 Uhr
Oktober bis März: 8.00 – 16.30 Uhr
 
Nara (13)

Nara (16)

Nara (15)

Nara (14)
 
 

5. Stärke dich im Drink Drank!

Solltest du von japanischen Spezialitäten und Köstlichkeiten gerade genug haben (so ging es uns jedenfalls), dann empfehlen wir dir das kleine Café „Drink Drank“. Hier bekommst du super leckere Panini. Probiere auch unbedingt den Mango-Smoothie und die verschiedenen Crêpes.
 
Das Drink Drank findest du auf der Hashimoto-cho (Hauptstraße Richtung Bahnhof).
Öffnungszeiten: 11.00 – 20.00 Uhr; Mittwochs geschlossen
 
Nara (23)

Nara (20)

Nara (21)
 
 

6. Bekomme von frischen Reiskuchen nicht genug!

Nara ist bekannt für seine „Mochi“, Reiskuchen, die mit süßer Bohnenpaste gefüllt sind.
Der wohl berühmteste Reiskuchenladen ist Nakatanidou, der jeden Tag frische Reiskuchen anbietet.

Mit etwas Glück kannst du hier zusehen, wie in Japan Teig geknetet wird.
 
Öffnungszeiten:
Montag bis Sonntag: 10.00 – 19.00 Uhr
 
Nara (24)_Nakatanidou

Nara (25)
 
 

7. Bewundere die hölzernen Stadthäuser im Viertel Naramachi!

Naramachi, das historische Viertel von Nara, besteht aus kleinen, alten Holzhäusern, sogenannten Machiya. In den bescheidenen Behausungen, die von Händlern im 18. und 19. Jahrhundert gebaut wurden, in einigen wohnen noch heute deren Nachkommen, sind Restaurants, Kunsthandwerkläden und Kunstgalerien untergebracht. Hier kannst du wunderbar nach Souvenirs für die Daheimgebliebenen stöbern.
 
Nara (27)
 
 

Infobox:

Auch wenn dich die Weitläufigkeit der Sehenswürdigkeiten von Nara erst einmal überrascht, solltest du die Stadt unbedingt zu Fuß erkunden.

Parken:
Rings um den Nara-Park befinden sich mehrere große Parkplätze. Parken ist nicht ganz billig, wir haben 500 Y pro angefangene Stunde bezahlt.
 
 
Hast Du noch Tipps für Nara? Schreib es gern in die Kommentare!
 
 
Noch mehr Reiseberichte aus Japan findest du hier.

 
 

geschrieben von
More from Frauke Lilius

Zusammenfassung Foto-Challenge März: „Blau“ – Teil 2

Anfang der Woche haben wir euch den ersten Teil unserer Foto-Challenge zum...
Weiterlesen

2 Kommentare

  • Hey Frauke,

    eindrucksvolle Bilder und tolle Tipps. Da kommen wir zwar so schnell sicher nicht hin, man darf ja aber traumen. Besonders das größte Holzhaus der Welt ist ja der Kracher. Erst die vielen kleinen Menschen auf dem Foto machen klar, wie riesig das Teil ist – wahnsinn!

    Liebe Grüße
    Flo

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.