Lappland – Ein Wintermärchen

 
Einsamkeit, urige Hütten, meterhoher Schnee, klirrende Kälte, glasklare Luft, Rentiere vor der Tür … Immer wieder komme ich ins Schwärmen, wenn ich an unsere Weihnachtsferien im finnischen Lappland denke.

Wer wie wir im Niederrheinischen Tiefland zu Hause ist, kennt „richtigen Winter“ nur aus Erzählungen. Winter in unserer Heimat ist zumeist grau, regnerisch und unangenehm nass-kalt.
Schnee in nennenswerter Menge gibt es selten und die ersten weißen Flocken lassen den völlig überraschten Nahverkehr in schöner Regelmäßigkeit zusammenbrechen.
 
Winter und wir? Wir lieben Winter!

Schon seit vielen Jahren zieht es uns immer wieder nach Finnland und ganz besonders der Norden Finnlands hat es uns angetan. Wer hat schon mal in einer holzbefeuerten Sauna gesessen und sich dann splitterfasernackt im Schnee gewälzt? Oder hat sich am Lagerfeuer gewärmt? Rentiere vor dem Fenster vorbeiziehen sehen? Oder bei – 40 Grad einen Winterspaziergang gemacht?

In Finnisch Lappland ist all das möglich und noch viel mehr: Hier kannst du noch pure Wildnis erleben, Polarlichter sehen, mit Huskys Rennen fahren, Skifahren, rodeln oder mit einem Motorschlitten durch die tiefverschneite Landschaft düsen!
 
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Magisches, mythisches Lappland

Für alle, die von einem Winterwunderland träumen, wird in Finnisch Lappland ein Traum Wirklichkeit.
 
Lappland ist die nördlichste Gegend Finnlands und mit einer Fläche von fast 100.000 Quadratkilometern auch die größte finnische Region. Aber mit einer Bevölkerungsdichte von 1,8 Einwohnern pro Quadratkilometer ist Lappland zugleich auch die mit Abstand am dünnsten besiedelte Region.

Der Zauber Lapplands besteht vor allem in seinen Gegensätzen: Im Sommer ist das Land fast 24 Stunden in Sonnenlicht getaucht, die Wintertage sind lang und dunkel. In Lappland scheint im Sommer 10 Wochen lang die Sonne, im Winter wird es dafür 10 Wochen lang nicht richtig hell.
Im Sommer braucht man in diesen Breiten extra dicke Vorhänge, um nachts schlafen zu können, im Winter würde man ohne elektrisches Licht zum Grottenolm.
 
Lappland in Zahlen:
Auf ca. 200.000 Rentiere kommen 180.000 Einwohner, 749 Fjells (Gebirgsregionen, die oberhalb der Waldgrenze liegen) und 1 Weihnachtsmann.

Wer Einsamkeit liebt und keine Angst vor Kälte hat, der ist hier genau richtig! Lappland ist etwas für Winterliebhaber!
 
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Eine Linie, ab der sich vieles verändert

Um nach Lappland zu gelangen musst du das Tor zum Norden, den nördlichen Polarkreis, überqueren.
Wer nun denkt am nördlichen Polarkreis etwas Besonderes zu sehen, der hat sich geirrt. Die Landschaft ändert sich durch das Überschreiten in keinster Weise und plötzlich kälter wird es auch nicht.
Der Polarkreis ist nur eine imaginäre Grenzlinie, die auf 66,5 Grad nördlicher und 66,5 Grad südlicher Breite um die Erde verläuft und die nördliche gemäßigte Zone vom Polargebiet trennt.
 
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In Skandinavien ist der Polarkreis der Breitengrad, hinter dem die Tageslänge im Sommer immer weiter ansteigt, im Mittwinter dagegen geht die Sonne am Polarkreis gar nicht erst auf.

Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen ist das Gebiet nördlich des Polarkreises, besonders im Winter, voller spannender Abenteuer.
 
Finnisch Lappland – Diese Highlights solltest du nicht verpassen:
 

Dem Weihnachtsmann „Hallo“ sagen

Jeder weiß, dass der einzig wahre Weihnachtsmann Finne ist und in Lappland lebt. Weil aber sein geheimes Versteck niemandem bekannt ist, machst du dich am besten auf nach Rovaniemi, direkt in sein Büro. Dort empfängt der Weihnachtsmann das ganze Jahr über seine Gäste.
Rovaniemi liegt direkt am Polarkreis.
Die abgelegene Wildnis mag zwar nicht der ideale Standort für einen weltweit operierenden Geschenkelieferdienst sein, aber für den Weihnachtsmann scheint die Schönheit der Natur viel wichtiger zu sein als logistische Aspekte.

Übrigens: Hier abgeschickte Post erhält den begehrten Polarkreisstempel. Im Weihnachtsmanndorf gibt es außerdem zahlreiche Souvenir- und Werkstattläden.
 
Info:
Das Werkstattdorf des Weihnachtsmanns liegt ca. 8 km von Rovaniemi nach Norden, leicht zu erkennen an den Turmgebäuden und der Eingangspforte über der E75.
In Rovaniemi ist jeder Tag ein Weihnachtstag. Das Santa Claus Village in Rovaniemi hat täglich geöffnet. Die genauen Öffnungszeiten findest du hier.
 
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Typisch finnisch in einem „Mökki“ übernachten

Egal, für welche Gegend Lapplands du dich entscheidest, verzichte auf Hotelkomfort und übernachte stattdessen stilecht in einem Mökki.
Mökki gehört zu einer Finnlandreise einfach dazu – finde ich jedenfalls.

Du fragst dich, was ein Mökki ist?
Mökki ist das finnische Wort für eine Holzhütte, also ein typisch finnisches Ferienhaus.

Mökkis findest du überall in Finnland und das in großer Zahl. Außer vielleicht zu Mittsommer oder in den Weihnachtsferien wirst du auch kein Problem haben, ein passendes Haus zu finden.
Mökkis gibt es in unterschiedlichen Größen und Ausstattungen.
Die Minimalvariante bietet Platz für 2-3 Personen, hat eine kleine Küche mit Kochplatten, kein fließend Wasser, +/- Sauna und Plumpsklo. Nach oben hin ist, vom voll ausgestatteten Haus mit Bad und WC bis zur Luxusvariante mit Designermöbeln (was aber zum Glück noch nicht so häufig ist), alles offen.
 
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Mein Tipp:
Die wohl größte Auswahl gibt es bei lomarengas.fi.
Über diese Website sind Mökkis in allen Gegenden Finnlands und in jeglicher Preisklasse vernetzt und einfach such- und buchbar.
Es kann sich auch lohnen, auf den Websites von Skigebieten wie Ruka (bei Kuusamo) oder Puhätunturi (im Pyhä-Luosto-Nationalpark) nach Mökkis zu suchen.

Um das ideale Mökki zu finden, immer die Beschreibung genau lesen! So erfährst du verlässlich, wie die Küche ausgestattet ist, ob das Haus barrierefrei ist, wie weit es zum nächsten Nachbarn bzw. in die nächste Ortschaft ist, welcher Art die Sauna ist (meine Empfehlung: Holzofen!), etc. etc.
 
 

Die faszinierende Stille der Winterlandschaft beim Schneewandern genießen

Was gibt es Schöneres, als dick eingemummelt durch eine schneebedeckte Winterlandschaft zu wandern und klare Winterluft zu atmen? Allein, in der faszinierenden Stille der unter dem weißen Wintermantel begrabenen Natur und weit entfernt von Trubel und jeglichem Stress.

Aber Achtung: Der Schnee abseits normaler Pfade ist gern mal hüfttief.
 
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(Langlauf-) Ski und Rodeln

Unsereins zieht Lappland zumeist nicht als traditionelles Wintersportziel in Betracht. Zu Unrecht! Denn Lappland bietet nicht nur Schneegarantie von Oktober bis Anfang Mai, sondern auch Top Skigebiete und ein weites Loipennetz für Langlauffans.

Die „Großen Vier“ Wintersportorte Finnlands, Levi, Ylläs, Pyhä-Luosto und Ruka, liegen alle in den Fjells von Lappland.
Die Stimmung in den finnischen Wintersportorten ist wesentlich entspannter als in den häufig überfüllten Hotspots in Mitteleuropa – hier braucht man sich um Drängeleien an Skiliften oder waghalsige Überholmanöver auf der Piste keine Gedanken zu machen.
 
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Mit dem Motorschlitten durch die Wildnis fahren

Motorschlitten fahren ist ungefähr so wie Motorrad fahren, macht aber noch mehr Spaß. Wenn man auf einer der Wahnsinnsmaschinen durch einen silbrig weißen Wald fährt, gibt es einen solchen Kick, dass man fast abhängig davon wird.
Bis zu 300 PS verbergen sich unter der Motorhaube des wohl gängigsten und schnellsten Transportmittels im schneereichen Norden, dem Schneemobil. Wer wie die Finnen mal durch verschneite Wälder oder über zugefrorene Gewässer, die aussehen als ob sie mit Puderzucker bestäubt wurden, rasen will, sollte sich eine Fahrt mit dem Schneemobil nicht entgehen lassen.

Vorsicht: “Richtiges” Fahren im Tiefschnee ist auf Dauer ganz schön anstrengend!
 
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Mein Tipp:
Bei Lappland Safaris kann man verschiedene Touren durch den Tiefschnee buchen.
Aber auch vor Ort findest du überall Anbieter.
Um ein Schneemobil zu fahren, benötigst du einen Auto- oder Motorradführerschein.
Ein wenig Kondition und körperliche Fitness sind Voraussetzung!
 
 

Hundeschlitten fahren

Einmal im Hundeschlitten durch den Schnee sausen? Wer träumt nicht davon?
So laut und aufgekratzt die Stimmung kurz vor Antritt einer Schlittenfahrt mit Huskys, so unglaublich ist die Stille, wenn man durch die winterlich verzauberte Landschaft, über Seen und durch baumlose Ebenen gleitet. Dann sind nur das Hecheln der Huskys und das Knirschen des Schnees unter den Schlittenkufen zu hören.
 
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Mein Tipp:
Im Hundeschlittenzentrum Erä-Susi in Rukatunturi kann man ganz individuelle Huskytouren buchen. Von der 1-stündigen Schnupper-Tour bis zur Mehrtagestour ist alles möglich.
 
 

Mehr über die Kultur der Samen erfahren

„In ihrem Wesen ähneln die Samen ein wenig dem Rentier; beide wandern von Süden nach Norden und umgekehrt und beide sind etwas scheu.“

Sie selbst nennen sich „Sameh“, was so viel wie „Sumpfleute“ bedeutet.
Heute leben in Finnland noch etwa 9.000 Nachfahren jenes indigenen Nomadenvolkes, das vor der Moderne mit seinen Rentierherden grenzenlos in „Sameland“ umherzog. Sameland erstreckt sich über das nördliche Norwegen, Schweden, Finnland und Teile Nordrusslands.
Die Samen entwickelten eine komplett eigenständige Kultur und Lebensweise, die im vollständigen Einklang mit der Natur stand.
Die Samen werden als Ureinwohner der nordischen Tundra betrachtet.

Im Norden Lapplands wird den Samen kulturelle Autonomie garantiert. Doch der Wandel beschleunigt sich von Jahr zu Jahr. Heute unterscheiden sich die Lebensumstände der Samen nicht mehr so sehr vom Rest der Gesellschaft. Nur noch wenige gehen traditionellen Berufen, wie der Rentierzucht oder Fischerei, nach.

Wenn du mehr über die Samen und ihre Kultur erfahren möchtest, hast du mehrere Möglichkeiten hierzu: Inari, Enontekiö und Utsjoki gehören zu den besten Orten, um der mythischen Vergangenheit und Gegenwart der Samen nachzuspüren.
 
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Rentiere beobachten

„Rangifer tarandus“ klingt geheimnisvoll, schmeckt gut und bedeutet Rentier.

„Wenn du die Viecher nicht suchen musst, sondern sie dir von allein vor die Motorhaube laufen, bist du in Lappland angekommen“, hat uns ein betrunkener Finne in Helsinki erzählt.
 
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Das Rentier ist das Wahrzeichen Lapplands.

In Finnland sind Rentiere reine Nutztiere, die Rentierzucht ist den Samen vorbehalten. Rentiere sind nur halb-domestiziert, sie folgen natürlichen jahreszeitlichen Wanderrouten. Der Eingriff der Menschen besteht in erster Linie im Aussortieren der schlachtreifen Bullen und Markieren der Jungtiere.
Achte einmal darauf: Jedes Rentier hat eine Ritzung im Ohr. Anhand der Einkerbung können die Rentiere ihren Besitzern zugeordnet werden. Bei der Markierung der Jungtiere bringt jede Familie ihre eigene Markierung an den Ohren der Rentiere an, die sie (angeblich) auf Sichtweite der Tiere auch wieder erkennen. Die Samen müssen verdammt gut sehen können, ich kann die Markierung gerade mal erkennen, wenn das Rentier direkt vor mir steht.
Moderne Viehhaltung hat jedoch auch im hohen Norden Einzug gehalten, immer mehr Besitzer orten ihre Herden heutzutage über GPS. Die Sender tragen die Tiere in einem Halsband.

In Finnisch Lappland leben etwa 200.000 Rentiere. Da ist die Wahrscheinlichkeit, dass du eines zu Gesicht bekommst, recht groß.
 
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Nordlichter jagen

“Nordlichter sind die Seelen unserer Vorfahren” sagen die Samen und verehren das Phänomen der Polarlichter seit jeher.
Ob dem wirklich so ist oder nicht sei dahingestellt aber eines ist sicher: Nordlichter sind magisch.

Angeblich erscheinen Nordlichter an rund 200 Nächten pro Jahr am Himmel über Finnisch Lappland – also etwa jede zweite Nacht.
Dazu braucht es nur einen klaren Himmel und eine große Portion Glück. Uns ist dieses Glück bisher weitestgehend verwehrt geblieben.
 
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Typisch finnische Spezialitäten  probieren

Die Finnen lieben Süßigkeiten und konsumieren Unmengen davon, denn Zucker schützt ein wenig vor langer Dunkelheit und Kälte. Unbedingt probieren solltest du die Korvapuusti. Korvapuusti bedeutet Ohrfeige, aber eigentlich sind es Zimtschnecken. Zwar haben die Finnen ihre Zimtschnecken nicht zum Patent angemeldet, aber es ist gut möglich, dass die finnischen Schnecken die Besten der Welt sind. Man genießt sie am liebsten zu einer Tasse Kaffee (die Finnen trinken mehr Kaffee und essen wahrscheinlich mehr Zimtschnecken als jede andere europäische Nation). Es ist aber auch so gut wie unmöglich, schon nach einer aufzuhören. Oder nach zweien. 😃
 

 
Aber auch die traditionellen finnischen Gerichte sind sehr lecker. Nicht wegzudenken sind Karjalanpiirakka. Die Karelischen Piroggen gehören zu Finnland, wie Weißwürste zu Bayern, sind aber viel leckerer! Die Kruste besteht traditionell aus einem Roggenmehlteig und die Füllung aus leicht gesalzenem Milchreis, manchmal auch aus Kartoffel- oder Möhrenbrei. Dazu wird eine cholesterinreiche Creme aus Butter und gekochten Eiern gereicht. Köstlich!
 

 
Dann ist da noch Kalakukko, der Fischhahn. Er ähnelt der Karjalanpiirakka, schmeckt ebenso lecker, ist aber größer und mit Fisch gefüllt. In einen Laib aus Roggenteig werden kleine, heringsähnliche Fische, eingebacken. Und zwar im Steinofen, fünf bis sieben Stunden lang, je nach Größe des Klumpens.
 

 
Interessant sind auch die verschiedenen Laatikot, wörtlich Kisten, also Aufläufe, die in kistenförmigen Schüsseln gebacken werden. Es gibt die Leberkiste, die Nudelkiste, die Steckrübenkiste, die Kartoffelkiste und die Möhrenkiste.

Eine Spezialität Lapplands ist Rentier. Aktuellen Studien zufolge gehört Rentierfleisch zu dem Gesündesten, was man auf dem Teller haben kann. Dazu schmeckt es köstlich! Mit Kartoffelpüree serviert, ist dieses Gericht überall im Land und zu jeder Jahreszeit sehr beliebt.

Wenn du in Finnland bist, solltest du auf eines nicht verzichten: Salmiakki (Salzlakritze) – danach sind fast alle Finnen geradezu süchtig, und auch die Schokolade von Fazer Blue, nach der du dich sehnen wirst, wenn du wieder zu Hause bist.
 
 

In einer Sauna schwitzen

Ein definitives Must Do für Lappland ist: In der Sauna zu schwitzen!
 
„Sauna ist mehr als nur ein heißer Raum.“

Sauna ist fester Bestandteil des Lebens für die Finnen, nicht nur im Winter, auch im Sommer.
Dabei ist die Sauna keine finnische Erfindung, sie ist auch in anderen Kulturen schon lange bekannt. Ganz sicher aber ist die Sauna in Finnland heutzutage populärer und tiefer verwurzelt als in irgendeinem anderen Land.
Hier kannst du mehr über die Saunakultur in Finnland erfahren.

Über die Einhaltung der traditionellen Saunabräuche wacht in jeder finnischen Sauna der dort wohnende unsichtbare saunatonttu, ein Saunawichtel, mit dem man sich gut stellen sollte, wenn man nicht allerlei unangenehmen Schabernack zum Opfer fallen will. 😃

Ein authentischer Saunagang läuft in Lappland in etwa so ab: Ein eiskalter Wintertag, später Nachmittag, der Saunaofen ist vorgeheizt, die Lenkkimakkara, die gekringelte finnische Saunawurst, liegt in Alufolie gewickelt bereits auf dem Saunaofen, das Bier ist kaltgestellt …
Zwischen den Saunagängen kühlt man sich nach Gutdünken ab. Im Winter kann man sich im Schnee rollen und mit Schnee einreiben. Oder man springt ins Wasser, vorausgesetzt man hat vorher ein genügend großes Loch ins Eis gehackt.
 
Mein Tipp:
Halte unbedingt nach einer Unterkunft mit Sauna Ausschau. Am besten mit Holzsauna, du wirst es nicht bereuen!

 


 
 
Habe ich übrigens schon erwähnt, dass die Winter in Lappland kalt werden können? Richtig kalt? Wir hatten in den Nächten Rekordtemperaturen von -45 Grad. Klirrrr! Wer beim Gedanken daran jetzt schon das Bibbern bekommt, dem kann ich versichern: Die Kälte in Lappland hat wenig mit der in unseren Breitengraden zu tun. Die trockene Luft macht die Minusgrade sehr viel erträglicher als die feuchte Kälte, wie wir sie hier kennen. Die Temperaturen sind mit der richtigen Ausrüstung gar kein Problem.
Und glaub mir: Die Natur ist niemals schöner als bei eisigen Temperaturen, wenn alles von Frost überzogen ist. Dann scheint die ganze Welt stillzustehen.
 
 

Unser Fazit:

Der finnische Winter ist nichts für Warmduscher!

Aber: Der Winter ist zweifelsohne die großartigste Jahreszeit, um die finnische Wildnis in Lappland zu erkunden.
Die weiße Landschaft ist von unvergleichbarer Schönheit, von schier endloser Weite und verursacht etwas in uns, was man nicht beschreiben kann.

Lappland im Winter hat uns jedes Mal aufs Neue fasziniert und überrascht.
 
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Infobox:

  • Hinkommen:
    Von Deutschland gibt es so gut wie keine Direktflüge nach Lappland, meistens ist ein Zwischenstopp in Helsinki notwendig. Flughäfen in Finnisch Lappland sind Rovaniemi, Kuusamo, Kittilä, Kemi, Enontekiö und Sodankylä.
  • Rumkommen:
    Die öffentlichen Verkehrsmittel sind kein zuverlässiges Mittel um überall hinzukommen, da vieles sehr abgelegen ist. Es empfiehlt sich daher ein Auto zu mieten.
  • Alle Autos in Lappland sind standardmäßig mit Spikes ausgerüstet, da die Straßen von Oktober bis April von einer Schneedecke bedeckt sind. Diese ermöglichen rutschfestes und sicheres Fahren auch bei schwierigen Straßenverhältnissen.
  • Die Distanzen zwischen den einzelnen Orten sind relativ groß. Aufgrund der Straßenverhältnisse und Rentiere/ Elche auf der Fahrbahn solltest du etwas mehr Zeit einplanen.
  • Wer unsicher im Schnee ist oder nicht gerne fährt, sollte sich auf einen bis wenige Orte festlegen.
  • Die meisten Straßen in Lappland sind bestens geräumt. Zweimal am Tag kommt der Schneepflug, wenn es schneit auch öfter.
  • Hat man sich festgefahren oder ist von der Fahrbahn abgekommen (das passiert schon mal 😉 – ich spreche aus Erfahrung), muss man auf das Räumfahrzeug warten oder, wenn möglich, PS-starke Hilfe holen.
  • Salz wird nirgends gestreut. Der Schneepflug schiebt den Schnee lediglich zur Seite, so dass rechts und links der Straße hohe Schneewälle entstehen. Hinter dem Räumfahrzeug hängt eine Noppenwalze, mit der die Schneedecke perforiert wird. Darauf kommt man ganz gut vorwärts.
  • Hüte dich allerdings vor Stellen mit direkter Sonneneinstrahlung, sie können schnell zu Eis gefrieren.

 

Und sonst so?

  • Rentiere und Elche haben immer Vorfahrt!
  • Kalt ist nur, wenn du die falsche Ausrüstung hast!
    Viele halten Lappland vor allem für eins: sehr kalt. Manchmal sinkt die Thermometersäule durchaus tief, da ist guter Schutz gegen Kälte ein Muss. Aber auch in Finnland gilt (genauso wie anderswo) das Sprichwort: «Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung» und das solltest du im Hinterkopf behalten, wenn du trotz der Kälte viel Spaß am Winter haben willst.

 
 
Warst du schon einmal im Winter in Lappland? Was waren deine Highlights? Oder bist du eher ein „Sonnenkind“? Erzähl es uns in den Kommentaren!
 
 

Hinweis:

Falls sich jemand wundert, dass manche Bilder sehr schlechte Qualität haben, diese sind Scans von Fotos. Bis 2009 reisten wir noch analog.
 

geschrieben von
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16 Kommentare

  • Ich glaube, wenn ich mich entscheiden müsste, ob ich lieber 24 Stunden Tag oder Nacht hätte, dann hätte ich bis eben direkt gesagt, dass ich im Sommer nach Lappland reisen würde. Aber nach eurem Artikel und den wunderschönen Fotos in der Nacht und im tiefen Schnee, bin ich mir da gar nicht mehr so sicher 😉

  • Ein großartiger Artikel! So viel Schnee auf einem Haufen habe ich de facto noch nie gesehen 😉 Am meisten würde mich die Schlittenfahrt mit den Hunden interessieren, wobei vermutlich nicht mehr als der Schnupperkurs drin wäre, da ich Anfängerin bin. Dem Weihnachtsmann guten Tag wünschen, ist auch eine tolle Sache… Bis jetzt stand Lappland nicht auf meiner Liste, aber ab jetzt schon.
    Liebe Grüße
    Maria

    • Liebe Maria,
      sollte es dich nach Lappland verschlagen – keine Sorge. Einen Husky-Schlitten zu fahren ist gar nicht so schwer. Du bekommst vorab eine ausführliche und intensive Einweisung. Ich habe so etwas vorher auch noch nie gemacht und nach kleinen Startschwierigkeiten bin ich gut klar gekommen.
      Liebe Grüße
      Frauke

    • Bitte nicht lachen über unsere alten Fotos! Nur wir haben uns wahrscheinlich in den Jahren etwas verändert 🙂
      Ist auf jeden Fall spannend und wunderschön dazu.
      Liebe Grüße
      Frauke

  • Finnisch Lappland hat mich auch schon immer gereizt. Ein sehr schönes Winterwunderland und ein toller Bericht, den ich gleich mal in meine neue Artikelserie aufgenommen habe 🙂
    Ein frohes neues Jahr und liebe Grüße,
    Christina

    • Liebe Christina,
      auch für dich ein frohes neues Jahr.
      Finnisch Lappland hat uns immer wieder begeistert. Besonders im Winter ist es dort wundervoll und es ist tatsächlich ein Winterwunderland. Wer Winter mag und keine Angst vor tiefen Temperaturen hat, wird sich dort wohlfühlen.
      Danke für’s Verlinken!
      Viele Grüße
      Frauke & Jojo

  • Nein, in Lappland war ich noch nie, in Finnland aber schon. Es ist wunderschön! Mich hat vorallem die Stille beeindruckt: Sie war nachts so „laut“, dass ich manchmal aufgewacht bin. Und die Sauna ist Klasse. Irgendwann möchte ich wieder hin, dann durchaus auch nach Lappland, um Nordlichter zu jagen.
    Danke für die vielen Infos dafür!
    Liebe Grüße
    Steffi

    • Hallo Steffi,
      wenn du Finnland magst, wirst du Lappland lieben. 🙂
      In Lappland ist die Stille noch lauter als im Rest von Finnland – ein wundervolles Fleckchen Erde!
      Liebe Grüße
      Frauke

    • Hallo Steffi,
      lieben Dank! Das Lob kann ich gern zurückgeben.
      Das Eisangeln hört sich auch toll an, ich glaub wir müssen unbedingt mal wieder im winter nach Lappland. 🙂
      Liebe Grüße
      Frauke

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