Jojos Reisefazit: Namibia, Botswana & Victoria Fälle – 4 Wochen Abenteuer!

Löwin im Chobe-Nationalpark
Löwenweibchen im Chobe-Nationalpark in Botswana

Langsam wird es Zeit, dass auch ich ein Fazit unseres Roadtrips durchs südliche Afrika ziehe.

4 Wochen waren wir im Mietwagen unterwegs. Unsere Route führte durch Namibia und Botswana bis zu den Victoriafällen in Simbabwe.

 

Warum Namibia?

In diesem Jahr lief unsere Reiseplanung für den Sommertrip einmal anders. Denn diesmal habe ich unser Reiseziel bestimmt. Namibia und die Victoria-Fälle in Simbabwe standen nämlich schon lange auf meiner Bucket List ganz oben!

Wir waren bisher dreimal in Afrika, zweimal in Südafrika und einmal in Marokko. Marokko war toll, aber Südafrika war besser. Diese Reisen haben mir ganz besonders gefallen.
Deshalb wollte ich unbedingt mal wieder in den südlichen Teil Afrikas und wilde Tiere in freier Natur sehen.
Es war gar nicht so leicht Mama davon zu überzeugen. Sie war mehr für Norwegen oder Indonesien. Aber mit ein wenig Überredungskunst haben wir uns auf Namibia geeinigt. Ich konnte sogar noch ein zweites Ziel, die Victoria-Fälle in Simbabwe, in die „Reisekiste“ werfen. Mama hat dann eine perfekte Route daraus gebastelt.

Es war eine ganz tolle Reise, die ich bestimmt nicht so schnell vergessen werde!

 

Namibia – das ist für mich:

  • jeden Tag ganz zeitig aufstehen (am letzten Tag in Windhoek durfte ich doch tatsächlich bis 7.30 Uhr schlafen)
  • jeden Morgen Eier & Speck zum Frühstück
  • jeden Abend Fleisch auf dem Teller
  • die leckersten Suppen der Welt (ich habe noch nie so leckere Suppen wie in Namibia gegessen, hier schmeckt sogar die Bohnensuppe)
  • Klarsichtfolie (hier wird einfach fast alles in Klarsichtfolie verpackt)
  • verpackte Lebensmittel mit Haltbarkeitsdatum der letzten Jahre (Schokoriegel mit einem aufgedruckten Mindesthaltbarkeitsdatum aus 2012 wollte ich dann doch nicht essen)
  • VIEL Autofahren, die Entfernungen sind riesig
  • keine Touristen, manchmal trifft man auf 100 Kilometer nicht mal eine Menschenseele
  • Pisten, bei denen man nie auf die Idee kommen würde, dass dies eine Straße ist
  • Straßenränder mit Tier-Skeletten und jede Menge zerfetzten Reifen
  • Sand und ganz viel Staub (noch heute finde ich roten Staub in meinen Taschen)
  • Wildtiere hautnah
  • eiskalte, sternenklare Nächte (jedenfalls zu dieser Jahreszeit)
  • extrem nette und hilfsbereite Menschen
  • Abenteuer und eine Portion Nervenkitzel
  • das Land der Sonnenuntergänge (jemand hat uns erzählt, dass es hier 360 traumhafte Sonnenuntergänge im Jahr gibt)
  • zeitig ins Bett gehen (vollgepackt mit Eindrücken fiel ich jeden Abend totmüde in mein Bett)

 

Jojo auf den Straßen Namibias
Auf Namibias Straßen bist du meist ganz allein!

 

Eier mit Speck - jeden Morgen !
Eier mit Speck – jeden Morgen !

 

Am Straßenrand_Namibia_2
Immer wieder entdeckst du Tierskelette am Straßenrand.

 

Sand_Namibia
Namibia – das ist ganz viel Sand!

 

Staub_Namibia
In Namibia kann es sehr staubig werden 🙂

 

Zu Gast bei den San
Zu Gast bei den San

 

1Sonnenuntergang_Namibia_2
Nur einer von 360 traumhaften Sonnenuntergängen in diesem Jahr!

 

Meine Highlights aus 4 Wochen südliches Afrika:

Victoria Fälle in Simbabwe
Ich kann dir nur raten, den Abstecher nach Simbabwe zu machen.

Es ist ein unglaubliches Gefühl, wenn du vor dem 1.700 Meter breiten Wasservorhang stehst. Der Wassernebel steigt bis zu 300 Meter hoch und du wirst klitschnass. Regenjacke nicht vergessen!
Aber das Beste ist das Wild-Water-Raften auf dem Sambesi. Trau dich!
Adrenalin pur! Macht unglaublich viel Spaß, ist total aufregend und eine geile Erfahrung!
Meine „ängstliche“ Mutter hatte gar keine andere Wahl als mich zu begleiten. Auch wenn sie einmal über Bord gegangen ist, glaube ich, dass es ihr trotzdem gefallen hat.

In Victoria Falls kannst du auch noch viel mehr machen, wie Bungee Jumping oder einen Bridge Swing. Leider muss man dafür 18 Jahre sein – machen wir dann also beim nächsten Mal (nicht wahr Mama?).

 

Victoria Fälle_Simbabwe
An den Victoriafällen in Simbabwe – du wirst zwar klitschnass, aber sieh dir die Aussicht an!

 

Victoria Fälle_Simbabwe-1
Spaß vor Traumkulisse

 

Rafting-Simbabwe
Adrenalin pur und mega Spass – unsere Rafting-Tour auf dem Sambesi!

 

 

Chobe Nationalpark in Botswana
Nachdem wir 3 Tage im Etosha Nationalpark waren und neben den „Big Fore“ (Büffel gibt es in dieser Gegend schon lange nicht mehr) jede Menge andere Tiere gesehen haben, hätte ich nie gedacht, dass man das noch toppen kann.
Aber: Der Etosha Nationalpark war gut, Chobe ist besser!
Wir hatten leider nur einen Tag im Chobe, aber dieser Tag hat sich gelohnt! Hier ist alles in großer Vielfalt vorhanden. Hier bestehen Herden nicht aus 20 bis 30 Springböcken oder 5 Giraffen, sondern direkt aus 100 bis 150 Springböcken oder 30 bis 40 Giraffen auf einem Fleck.
Am späten Nachmittag haben wir dort 4 Löwenweibchen am Straßenrand entdeckt und konnten ihnen beim Sonnen zuschauen. Aber das Highlight gab es auf dem Rückweg. Wir fuhren um eine Kurve und sahen plötzlich ganz viele große graue Steine am anderen Flussufer. Aber das waren keine „grauen Steine“, sondern eine riesige Elefantenherde. Wir haben versucht zu zählen, es waren bestimmt 250 bis 300 Elefanten. Kannst du dir das vorstellen? Ein unvergesslicher Anblick!

 

Elefanten_Chobe_Botswana
Keine Steine am anderen Flußufer – ELEFANTEN!

 

 

Morgenspaziergang mit Löwen
Im ALERT-Löwencenter in Simbabwe kannst du junge Löwen, die zwischen 3 und 17 Monaten alt sind, auf ihrem Morgenspaziergang durch den Nationalpark begleiten. Klar, nicht ganz allein, 2 Ranger begleiten dich.

Ein war ein unglaubliches Erlebnis zwischen 2 Löwenweibchen zu spazieren. Du kannst sie sogar streicheln und tolle Bilder mit ihnen machen.

 

Alert-Center_Simbabwe-3
Was für ein Erlebnis? Ein Morgenspaziergang mit jungen Löwen!

 

Alert-Center_Simbabwe-2
Große Katzen streicheln

 

 

Mit dem Mokoro ins Okavango-Delta
Einen ganzen Tag waren wir im Okavango-Delta mit einem Ein-Baum-Boot, umgeben von Spinnen, Hippos und Krokodilen, unterwegs.

Zum Glück durfte ich im Boot hinten sitzen und Mama hat die meisten Spinnenweben und Spinnen vorne aufgefangen. Ich war sehr erleichtert, da ich sehr große Angst vor Spinnen habe.
Mitten im Delta haben wir an einer Insel gehalten und es ging zu Fuß weiter. Es hat wahnsinnig Spaß gemacht, sich an Zebras und Springböcke zu Fuß anzuschleichen und ihnen ganz nah zu kommen.
Sonnencreme und Mückenschutz einpacken, dann sollte nichts schief gehen!

 

Okavango-Delta_Botswana-1
Mit dem Mokoro unterwegs im Okavango-Delta

 

Okavango-Delta_Botswana
Wer hinten sitzt, bekommt nur wenige Spinnen ab 🙂

 

Okavango-Delta_Botswana-2
Wer vorn sitzt, sollte keine Angst vor Spinnen und anderem Getier haben!

 

 

Skelett Küste
Das war auch ein Abenteuer!
Es gibt an der Skelett Küste zwar nur ein Camp (kleine Hütten direkt am Meer, ohne jeden Luxus), jedoch zum Schlafen reicht es. Wir hatten das Gefühl, alles wäre nass, kalt und salzig – aber halb so wild, es lohnt sich trotzdem.
Der Weg zum Camp ist unbeschreiblich: einerseits total gruselig und gespenstisch, andererseits auch total schön. Du siehst NICHTS außer Nebel. Nebel vor dir, Nebel hinter dir, Nebel rechts und Nebel links. Dann blitzt mal wieder kurz die Sonne hervor und mit etwas Glück kannst du sogar das Meer sehen. Das war ein geiles Erlebnis und wir hatten viel Spaß!

 

Skelettküste_Namibia-1
Welch unheimlicher Ort, die Skelettküste!

 

Skelettküste_Namibia-3
Welch gruselige Stimmung!

 

Was mir sonst noch besonders gut gefallen hat:

  • Der Aufstieg zur Big Daddy Düne im Sossusvlei
    Der Aufstieg ist zwar mega anstrengend und schweißtreibend, aber wenn du erst mal oben stehst und die atemberaubende Aussicht genießen kannst, ist das schnell vergessen. Der Abstieg geht schneller, du rutscht einfach auf dem Hosenboden nach unten. Macht so viel Spaß, dass man fast noch einmal nach oben möchte!
  • Unsere Wanderung entlang dem Fish River Canyon
  • Der Besuch bei den Himbas
  • Die Fahrt durch die Tirasberge
  • Windhoek

 

Aufstieg zur Big Daddy Düne_Sossusvlei_Namibia
Anstrengend – der Aufstieg zur Big Daddy Düne im Sossusvlei!

 

Fish River Canyon
Am Fish River Canyon, dem zweitgrößten Canyon der Welt!

 

Zu Gast bei denHimba
Meine kleinen Freunde im Himbadorf!

 

In den Tirasbergen_Namibia-1
Unterwegs in den Tirasbergen

 

 

Weniger gefallen hat mir:

  • Lüderitz
    Für mich keine schöne Stadt, ich habe mich dort sehr unwohl gefühlt. Es wirkte alles etwas heruntergekommen und unfreundlich. Den Abstecher hätten wir uns sparen und den Tag besser nutzen können.
  • Popa Falls
    Wasserfälle? Das ich nicht lache! Eher winzige Stromschnellen.

 

Popa_falls_Namibia
Die Popafälle! Wasserfälle?

 

 

Meine Top-Unterkünfte:

Von allen Unterkünften haben mir vier ganz besonders gefallen, alle wunderschön gelegen, mit super Ausstattung und gutem Service.

  • Unser Zelt im Dolomite Camp im Etosha Nationalpark (mit eigenem Pool und Blick über die Etosha-Ebene)
  • Unsere Hütte auf dem Grootberg-Pass (mit Blick über das gesamte Tal)
  • Die Hütte auf der Koiimasis Farm in den Tirasbergen (in die Berge hinein gebaut)
  • Das Olive Grove Guesthouse in Windhoek

Die Nacht im schwimmenden Zelt auf dem Okavango, umgeben von Flusspferden und Krokodilen, war zwar ein einzigartiges Erlebnis, hat mir aber eine schlaflose Nacht bereitet. Ich hatte das Gefühl, die Hippos schwimmen direkt neben unserem Zelt und werden jeden Moment auf den Steg steigen. Trotzdem würde ich noch einmal dort übernachten.

 

Dolomite-Camp_Etosha_Namibia
Unser Zelt im Dolomite Camp – mit eigenem Pool und traumhafter Aussicht!

 

Grootberg_Lodge_Namibia
Unsere Hütte auf dem Grootberg-Pass

 

Ranch Koiimasis in den Tirasbergen_Namibia
Unsere Hütte auf der Koiimasis-Ranch in den Tirasbergen

 

Flop Unterkünfte waren für mich:

  • Die Northgate Lodge in Nata (Zimmer waren ok, aber das Personal war so was von unfreundlich und null Service)
  • Das Senthaga Goust House in Maun (winzige Doppelbetten, mieses Frühstück, völlig überfordert mit der Frage nach möglichen Aktivitäten)

 

 

Was du unbedingt beachten solltest:

Ein Allrad-Wagen ist auf jeden Fall besser.
Du kannst viel mehr machen (viele Strecken sind nur mit 4×4 befahrbar und das sind dann richtig coole Strecken), du fühlst dich sicherer und du kommst eindeutig schneller voran. Du musst wissen, dass 90 Prozent aller Straßen in Namibia Schotter- und Sand-Pisten sind. Wir hatten am Anfang einen normalen PKW und haben für 300 Kilometer fast 6 Stunden gebraucht.

 

Mietwagen_Botswana
Mit einem Allrad-Fahrzeug kommst du fast überall hin!

 

 

Pack warme Klamotten ein.

Wenn du im Sommer (ich meine unseren deutschen Sommer) nach Afrika reist, denk daran: dort ist gerade Winter. Warme Sachen einpacken! Vor allem nachts kann es extrem kalt werden und viele Lodges haben keine Klimaanlage, die man als Wärmequelle nutzen kann. Thermounterwäsche ist dann Gold wert.

 

Wasser ist Luxus!

Warmes Wasser ist nicht selbstverständlich! Viele Lodges arbeiten mit Solarenergie und wenn du schon am Abend lange duscht, dann hast du am Morgen Pech und darfst kalt duschen.

Hier bist du allein!

In Namibia bist du ganz viel allein unterwegs. Teilweise begegnen dir auf 300 Kilometer gerade mal 2 Autos. Solltest du also eine Panne haben, kann es lange dauern bis Hilfe kommt.

Wir hatten immer ausreichend Wasser und etwas zu Essen dabei.

Mama hat sich auch ganz genau erklären lassen, wie der Reifen gewechselt wird. Zum Glück hatten wir aber keine Panne.

 

allein in Namibia
ALLEIN in Namibia!

 

 

Ich hoffe, ich habe dir jetzt keine Angst vor Namibia gemacht.
Alles halb so schlimm!

 

Mein Fazit:

Namibia ist für mich ein Land voller Abenteuer. Jeden Tag erlebst du etwas Neues!
Namibia ist bestimmt kein Land für Jedermann. Aber wenn du die Natur und wilde Tiere liebst, Horden von Touristen vermeiden möchtest, gern aktiv bist und auf Action stehst – dann bist du hier genau richtig.

 

Warst du auch schon einmal in Namibia oder Botswana? Erzähl mir von deinen Abenteuern!

 

Deine Jojo

 

 

geschrieben von
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