Donnernder Rauch: Die Victoriafälle in Simbabwe

„Mosi-oa-Tunya“ – „Rauch, der donnert“ nennen sie die Einheimischen. Besser können die gigantischen Victoriafälle zwischen Sambia und Simbabwe auch nicht beschrieben werden!
 
 

Endstation Sehnsucht

Wer auf dem Trans-Caprivi-Highway unterwegs ist, möchte nicht exotisches Wildlife in den mit Schilf bewachsenen Wasserarmen sehen, sondern hat meist nur ein Ziel: eines der spektakulärsten Naturschauspiele Afrikas mit eigenen Augen zu sehen.
So auch wir – nach 3 abenteuerlichen Wochen in Namibia und Botswana nähert sich unser Roadtrip durch das südliche Afrika dem Ende.
Schon viele Eindrücke und Abenteuer liegen hinter uns. Vorletzte Station unserer Tour – die mächtigen Victoriafälle. Ein Ort, der schon lange auf unserer Reise-Wunschliste stand.
 
 

Die Victoriafälle – das Herz von Afrika

Die Victoriafälle liegen im südlichen Afrika zwischen den Grenzstädtchen Victoria Falls in Simbabwe und Livingstone in Sambia. Hier fallen die tosenden Wassermassen des Sambesi in eine tiefe, schmale Schlucht hinunter. Das grandiose Naturspektakel kann von beiden Seiten besucht werden.
Welche Variante die Beste ist, darüber lässt sich vermutlich lange diskutieren. Wir entscheiden uns für einen Besuch der Wasserfälle von Victoria Falls aus.
 
 

Welche Möglichkeiten gibt es von Botswana nach Simbabwe zu kommen?

Von Kasane in Botswana gibt es verschiedene Möglichkeiten nach Victoria Falls zukommen. Die Fälle liegen etwa 90 Kilometer entfernt, direkt hinter der Grenze nach Simbabwe.
Die meisten Unterkünfte bieten Tagesausflüge zu den Victoriafällen an. So auch unser Guesthouse.

Allerdings stand für uns schon vor Antritt der Reise fest, mit dem Mietwagen nach Victoria Falls zu fahren. Verschiedene Foren im Netz raten zwar immer wieder von einem Grenzübertritt auf eigene Faust ab. Da ist von Abzocke, Zusatzgebühren und ewigen Wartezeiten die Rede. (Alles wahr, wie wir im Nachhinein feststellen mussten).
Aber bei dem Gedanken, den Wagen mit all unseren Sachen in Botswana stehen zu lassen, war uns auch nicht wohl. Außerdem wollten wir uns etwas länger in Simbabwe aufhalten und flexibel bleiben. Es gab nämlich zwei Gründe für uns die Victoriafälle zu besuchen: den Anblick der Wasserfälle selbst und die dort möglichen fantastischen Outdooraktivitäten.
 
 

Von Kasane nach Victoria Falls – Grenzerfahrung

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Die Anreise aus Kasane zu den Victoriafällen erfolgt über eine überraschend gut ausgebaute Teerstraße, die nur einmal von einigen Dickhäutern blockiert wird.
Gemächlich überqueren die grauen Riesen die Straße – schließlich haben sie immer Vorfahrt!
 

Für die 60 Kilometer solltest du ungefähr eine Stunde Fahrtzeit einplanen.

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Die erste Herausforderung erwartet uns an der Grenze: Der Grenzübergang ist tatsächlich ein Abenteuer für sich.
Ohne Geduld geht hier gar nichts. Je nachdem wieviel an der Grenze los ist (und vor allem wie schnell und wie tief du deinen Geldbeutel öffnest), solltest du hier zusätzliche 2-4 Stunden einkalkulieren.
Was wir an der Grenzstation alles erlebt haben und was du für einen Grenzübertritt mit dem eigenen Fahrzeug im Vorfeld beachten solltest, erfährst du hier.

Nachdem wir den nervenaufreibenden, zeitaufwendigen und ziemlich teuren Grenzübergang abgewickelt haben, sind unsere Reisepässe um einige Stempel reicher.

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Geschafft! Von wegen!

Schon ein paar Kilometer hinter der Grenze taucht das nächste Problem, in Form der lokalen Polizei, auf.
Gleich am ersten Roadblock werden wir angehalten. Angeblich fehlen an unserem Auto Reflektoren, welche in Simbabwe Pflicht sind.
Während ich von den beiden grimmig blickenden und schwer bewaffneten Beamten schwer eingeschüchtert bin und erneut nach meiner Geldbörse greifen will (von derart Abzocke habe ich im Vorfeld gelesen und auch, dass solche Probleme in der Regel mit einigen Dollarscheinen gelöst werden können), fängt Jojo eine hitzige Diskussion an. Von wegen Pflicht! Alles Schikane! Eine Schimpftirade in Englisch hagelt auf die beiden nieder. Diese sind so verblüfft, dass sie sich (nach einigen ausgetauschten Blicken) wortlos umdrehen und uns stehen lassen.
Danach können wir ohne weitere Zwischenfälle bis nach Victoria Falls durchfahren.

Victoria Falls ist nicht nur der Name der Wasserfälle, sondern auch des Örtchens, das den Ausgangspunkt für eine Besichtigung der Fälle auf dieser Seite des Sambesi und für eine Vielzahl von Aktivitäten bildet.

Der Ort Victoria Falls in Simbabwe

Victoria Falls ist eine kleine Grenzstadt und nicht besonders spannend. Einst ein koloniales Vorzeigestädtchen, ist der Ort heute komplett auf Touristen ausgelegt und besteht hauptsächlich aus Hotels, Souvenirläden, Restaurants, Cafés und natürlich Touranbietern.

Eigentlich sollte es hier von Touristen wimmeln. Doch über der Stadt liegt eine Verlassenheit, die je nach Gemütslage Ruhe oder Beklemmung auslöst.
Sicher – aus Europa und den USA ist die Anreise weit. Doch das ist nicht der einzige Grund. Dem Massentourismus steht auch Simbabwes Ruf im Weg, ein unsicheres Land zu sein, das viele Jahrzehnte von einem Diktator regiert wurde. In den Reise- und Sicherheitshinweisen – ohnehin für viele Reiseländer ein Vorfreudedämpfer – warnt das Auswärtige Amt (auch heute noch).

Viele Läden sind geschlossen.
Die Menschen gehen über die Grenze nach Sambia zum Einkaufen. Falls sie Geld haben.
Mittlerweile hat die Inflation in Simbabwe die 200-Millionen-Prozent-Grenze geknackt. Seit April 2009 ist die Währung Simbabwe-Dollar ausgesetzt. 100-Trillionen-Dollar-Scheine taugen nur noch als Souvenirs. Gezahlt wird mit US-Dollar.

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Das Herz Afrikas

Das alles kümmert die Victoriafälle wenig.
Schon von weitem ist das Grollen und Rumpeln der Fälle zu hören. Bis zu 300 Meter hoch blähen sich gigantische Gischtwolken in den makellosen afrikanischen Himmel. Darüber spannt sich ein weit ausholender Regenbogen, von der tropischen Sonne in wuchtigen Farben gemalt.
Der erste Europäer, der dieses Naturschauspiel mit eigenen Augen sah, war der schottische Missionar und Afrikareisende David Livingstone im Jahre 1855. Tief beeindruckt beschrieb er den Wasserfall als „das schönste, das er in Afrika je zu Gesicht bekam“ und nannte ihn Victoria Falls, zu Ehren der damals amtierenden britischen Königin Victoria, die ihn niemals zu sehen bekam.

Allein die Ausmaße sind atemberaubend: Auf einer Breite von 1.708 Metern stürzen sich die Wassermassen des Sambesi-Flusses bis zu 110 Meter in die Tiefe. Damit sind die Victoriafälle der breiteste durchgehende Wasserfall der Erde und der größte Wasserfall in Afrika.

Das Herz von Afrika, hier pulst es, hier pumpt es.

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Wie könnte dieses Natur-Phänomen dann besser beschrieben werden als „Donnernder Rauch“?
Obwohl „Gurgelnder Zorn“ auch sehr passend wäre, insbesondere nach der Regenzeit. Dann donnern über 500 Millionen Liter Wasser pro Minute über die quer zum Fluss liegende Fallkante der Schlucht: Mit Zischen, Fauchen und Dröhnen!
Das Wasser klatscht auf den Boden und explodiert mit einer solchen Wucht, dass sich eine, bis zu 300 Meter hohe, aufsteigende Wasser-Sprühnebel-Wand bildet. Diese gigantische Gischtwolke kann man bei idealen Wetter-Wasser-Verhältnissen schon aus 30 km Entfernung sehen!
 
 

Auf eigene Faust im Victoria Falls Nationalpark

Überall in Vic Falls werden Touren zum Nationalpark angeboten. Wir entscheiden uns jedoch gegen eine Tour, wir wollen den Park mit ausreichend Zeit eigenständig erkunden.

Der Eingang zum Nationalpark liegt nur einen Katzensprung vom Ortszentrum entfernt.
Auch wenn es uns reizt, zu Fuß zu den Fällen zu spazieren, ist der PKW definitiv die bessere Wahl. Der Fußweg ist gesäumt von einheimischen Händlern und Bettlern, die derart aufdringlich sein sollen und eine eigene Liga in Afrika bilden.

Wir lassen den Wagen am Eingang zum Park stehen und werden auch dort sofort von Händlern umringt, die uns Regencapes und Schirme aufschwatzen wollen.
Wir drängeln uns zielstrebig an den Verkäufern vorbei, denn wir sind gut vorbereitet und haben Regenjacken im Rucksack.
Allerdings fragen wir uns, wofür wir diese eingepackt haben. Das Gelände ist flach, der Wald tiefgrün, die Sonne brennt heiß. Und hier soll ein riesiger Wasserfall sein?
 
 

Rundgang im Victoria Falls Rainforest National Park

Für den einmaligen Eintritt sind stolze 30 USD pro Person fällig.
Im Eingangsgebäude nach der Kasse informieren wir uns zunächst in einer kleinen Ausstellung über die Wasserfälle und folgen dann dem beschilderten Weg nach links.

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Erster Anlaufpunkt ist das bronzene David Livingstone Denkmal, das den Forscher in Lebensgröße zeigt. Stolz und entschlossenen Schrittes, mit einem verbissenen Blick, so wollten sich die Rhodesier seiner erinnern, als sie die Statue 1955, genau 100 Jahre nach seiner Entdeckung, errichteten.
Im Grunde hätte die Statue viel besser an das sambische Ufer gepasst, denn Livingstone hat sich zumeist auf dieser Uferseite des Sambesi aufgehalten und ist auch auf sambischem Staatsgebiet gestorben.

Noch immer lässt nichts auf die tiefe Schlucht schließen, in die sich der Sambesi keinen Steinwurf entfernt, hinab stürzen soll. Nur ein kräftiges Rauschen liegt im Ohr.
Der schmale Rundweg führt weiter durch einen subtropischen Wald und mit jedem Schritt wird das Rauschen lauter. Schon bald können wir das unglaubliche Donnern der Wassermengen hören.
Auf schattigen Pfaden schlängeln wir uns dem lauten Tosen entgegen.
Plötzlich öffnet sich das tiefgrüne Pflanzendickicht und gibt den Blick auf die Victoriafälle frei.

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Hier kommt das Auge mit dem Verarbeiten der Bilder nicht mehr hinterher. Uns bietet sich ein spektakulärer erster Blick auf die Fälle, soweit sie in der tosenden, feuchten Gischt überhaupt zu erkennen sind. Der Blick in die Tiefe verliert sich in der tobenden Wassergewalt, die sich hier unentwegt auf blanken Fels bricht.
Dieses unbeschreibliche Naturereignis haut, vor allem mich, echt um und treibt mit die Tränen in die Augen. Ich empfinde eine unendliche Dankbarkeit hier sein zu dürfen.
Wir könnten ewig an diesem einen Punkt verweilen und uns dem wütenden Tumult hingeben, aber es warten ja noch weitere Aussichtspunkte, von denen man das brachiale Spektakel bewundern kann.
15 Aussichtspunkte insgesamt!

Wir folgen dem befestigten Rundweg, der an manchen Stellen unmittelbar am Abgrund entlang führt und fantastische Blicke in die 100 Meter tiefe Schlucht offenbart. Dann ist höchste Vorsicht geboten, da die Steine sehr nass und rutschig sind.

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Auch wir sind schon nach kurzer Zeit klitschnass.
Manchmal schützen hohe Bäume vorübergehend vor der Dauerberegnung, doch stets öffnet sich die Vegetation rasch wieder, so dass man immer wieder in den feinen Nieselregen gerät.
Je nachdem, wie viel Wasser der Sambesi gerade führt, produzieren die Wassermassen so enorme Gischtwolken, dass man die Fälle kaum erkennen kann.
Während der Wasserstand der Viktoriafälle am Ende der Regenzeit im Februar/März sein Maximum erreicht, erleben wir Mitte Juli ein gediegenes Mittelmaß. Zwar haben die Wassermassen nicht die imposante Naturgewalt des Höchststandes, aber der Sambesi plätschert auch nicht als schmales Rinnsal dahin.
Der Sprühnebel ist nicht zu dicht, so dass wir gute Sicht auf die gegenüberliegende Fallkante haben.
Nass bis auf die Unterhosen sind wir trotzdem!

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Durch den immergrünen Regenwald

Durch die aufsteigende Gischt und den Sprühregen ist die Vegetation im Park tropisch und lässt sogar einen kleinen immergrünen Regenwaldstreifen gedeihen.

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Die feinen Wassertröpfchen verdichten sich zu Nebelschwaden, die schwer und feucht in den Baumkronen hängen. Affen springen durch die Bäume und in der dicken, süßlichen, tropfenden Luft gedeihen riesige Mangostanbäume, wilde Dattelpalmen und Kapfeigen. Im Unterholz wuchern überdimensionale Farne, Feuerlilien und Gladiolen.
Der Regenwaldstreifen ist sehr schmal und geht dort, wo die Sprühnebel enden, augenblicklich in den typischen trockenen Dornbuschwald über.

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Tanz unterm Regenbogen

Jeder Aussichtspunkt ermöglicht uns neue atemberaubende Blicke auf die gegenüberliegenden Wassermassen und lässt uns zunehmend demütiger werden.
Das schiere Ausmaß der gigantischen Wasserfälle und die zerstörerisch schöne Wucht der freigesetzten Kräfte macht sprachlos.
Wir stehen in der nassen, stürmischen Gischt und fühlen uns winzig und unbedeutend.
Es ist ein surrealer Schauplatz.
Spektralfarben ziehen durch die Luft, egal wohin der Blick fällt. Beinahe so, als könne man nach ihnen greifen.
Je nach Lichteinfall sind gleich mehrere Regenbögen zu sehen.

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Achtung Abgrund!

Plötzlich enden die Bäume und wir treten auf eine Wiese. Wir haben den östlichsten Punkt erreicht und stehen nun am Danger Point. Der Name ist wirklich passend gewählt. Auf zwei Seiten geht es senkrecht nach unten. Ein Warnschild weist auf die schlüpfrigen Steine hin. Eine Absperrung gibt es nicht.
Die Wassermassen laufen hier zu einem Strudel zusammen, für Raftingbegeisterte ein Paradies. Das Getose, Gewirbel und Gemenge am Fuß der Wasserfälle nennt sich auch passend „Boiling Pot“.

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Der Weg endet schließlich an einer tiefen Schlucht mit Blick auf die Grenzbrücke zwischen Sambia und Simbabwe, die Victoria Falls Bridge.
Hier verabschieden wir uns von den Wasserfällen, auch wenn wir dem Wasserspiel noch stundenlang zusehen könnten, aber wir wollen noch einen Abstecher zur Brücke machen.

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Zwischenlager Niemandsland

Die mächtige Bogenbrücke gegenüber den Fällen ist das geistige Kind von Cecil Rhodes, dem Gründer des ehemaligen Rhodesien und seinem unerfüllt gebliebenen Kolonialprojekt, zu dem auch eine Eisenbahnverbindung vom südafrikanischen Kap der Guten Hoffnung bis ins ägyptische Kairo gehörte.
Die Brücke wurde 1905 in Betrieb genommen.

Um die Brücke zu betreten, müssen wir uns zunächst im Grenzhäuschen einen kostenlosen Berechtigungsschein holen.
Diese Brücke ist Niemandsland. Theoretisch verläuft die Landesgrenze durch die Brückenmitte.
Die Brücke trennt auch das gute vom schlechten Leben. Simbabwe schwächelt, Sambia investiert!

Unzählige alte Autos und Laster stehen herum. Ihnen fehlten notwendige Papiere zur Einreise und so wurden sie hier im Lauf der Zeit einfach vergessen. Nun sind sie Spielwiese für Paviane und Warzenschweine und rosten vor sich hin.

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Aus schwindelerregenden 128 Metern Höhe haben wir nicht nur einen fantastischen Blick auf den tosenden Sambesi, sondern können auch die Bungee-Jumper beobachten, die sich todesmutig von der Brücke stürzen.
Der Teenager ist kaum zu bremsen. Ein Bungee Sprung steht auf Jojos Wunschliste ganz oben. Zu meiner Erleichterung ist für diesen Sprung ein Mindestalter von 18 Jahren vorgeschrieben. Glück gehabt! Wir dürfen also auf diesen Adrenalinkick verzichten und schauen den Wagemutigen (lieber) von oben zu.

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Am Ende der Brücke erreichen wir den nächsten Grenzposten. Aber die 20 US-Dollar pro Person für ein „Day Tripper“-Visum plus weitere 20 US-Dollar für den Eintritt in den sambischen Victoria-Falls-Nationalpark sparen wir uns.
Wir nehmen denselben Weg zurück, den wir gekommen sind. Von der Victoria Falls Bridge blicken wir noch ein letztes Mal auf die Wasserfälle zurück.
 
 

Unser Fazit:

Die Victoriafälle sind einzigartig und spektakulär.
Selten hat uns ein Fleckchen Erde so tief beeindruckt.

Auch wenn die Einreise nicht ganz einfach war, im Nachhinein würden wir jederzeit wieder mit dem eigenen Wagen über die Grenze fahren. So hatten wir unser gesamtes Hab und Gut dabei und waren vor allem flexibel und unabhängig.

Unser Aufenthalt in Simbabwe war (mit 3 Tagen) viel zu kurz, um das Land zu verstehen, aber lange genug um einen Einblick in die schwierige wirtschaftliche Situation zu bekommen.
Leider ist der Tourismus in Victoria Falls infolge von Robert Mugabes weißenfeindlicher Politik zeitweise fast ganz zum Erliegen gekommen. Erst seit einigen Jahren öffnet sich das Land wieder langsam für den Tourismus.
 
 

Infobox:

Wann ist die beste Reisezeit für die Victoriafälle?

Du kannst die Victoriafälle das ganze Jahr über besuchen. Jede Jahreszeit hat ihre Vorteile!
Wenn du den Wasserfall besuchen möchtest, wenn der Sambesi das meiste Wasser führt, solltest du deine Reise auf März oder April legen. Am Ende der Regenzeit stürzen sich die Wassermassen am eindrucksvollsten in die Tiefe.
Allerdings kann es dann passieren, dass du vor lauter Sprühnebel die Fälle kaum mehr siehst.
Die beste Jahreszeit sind die Monate Juni – August. Die Gischt nimmt ab, aber die Wasserfälle stürzen noch über die ganze Breite nach unten.
Dann ist übrigens auch die beste Zeit für Rafting-Touren auf dem Sambesi.
Ab Oktober wird der Wasserstand sehr niedrig, die Wassermassen sind dann weniger eindrucksvoll. Dafür kannst du ein Bad im „Devil’s Pool“ nehmen, einem natürlichen Becken an der Kante der Viktoriafälle, in denen man bei niedrigem Wasserstand mit einzigartigem Ausblick baden kann. Zu unserer Reisezeit im Juli auf Grund des (noch) hohen Wasserstandes leider nicht möglich.
Die Trockenzeit hat außerdem den Vorteil, dass du nicht so nass wirst und die Landschaft auf der anderen Seite viel besser sehen kannst. Auch fotografieren ist deutlich einfacher.
 

SIM ODER SAM?

Die Wasserfälle liegen genau auf der Grenze zwischen Sambia und Simbabwe. Doch welches Land bietet den besten Blick auf die Victoriafälle?
Im Vorfeld unserer Reise haben wir ein wenig recherchiert und uns für Simbabwe entschieden.
Dort liegen ungefähr 2/3 der Victoriafälle. Es gibt entsprechend mehr Aussichtspunkte und du hast eine weite offene Sicht.
Ein weiterer Vorteil von Simbabwe ist, dass der Ort Victoria Falls sehr nahe bei den Wasserfällen liegt und diese auch leicht zu Fuß erreichbar sind.
Viele behaupten, dass Simbabwe die schönere Seite ist.

Die sambische Seite dagegen soll bessere Blicke in die Schlucht und den Upper River gewähren. Die Landschaft ist dort etwas wilder und es sind fantastische Nahaufnahmen der Wasserfälle möglich.
Viele empfehlen Sambia auch, weil die politische Lage als stabiler eingeschätzt wird und für Durchreisende die Gesamtversorgung, zum Beispiel mit Benzin und Lebensmitteln, verlässlicher ist. Hotels und Unterkünfte sind in Sambia preiswerter, Restaurants ebenfalls.
Wenn du diesen Aspekt schätzt, solltest du Sambia als Durchreiseland wählen und nur für einen Tag nach Simbabwe fahren, um die Fälle von dieser Seite zu sehen.
 

Restaurants und Cafés in Victoria Falls

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Nach dem Besuch der Wasserfälle können wir dir das nahe des Ausgangs befindliche Rainforest Café empfehlen.
Hier kannst du gemütlich sitzen und zu humanen Preisen essen und trinken. WIFI ist ebenfalls vorhanden, falls du die beeindruckenden Bilder, die du gerade geschossen hast, direkt an die Liebsten zuhause senden möchtest.
 

The Lookout Café
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Wenn du ein wenig Zeit hast und mobil bist, solltest du das Lookout Café nicht verpassen. Von der urigen Gartenterrasse hast du nicht nur die Victoria Falls Brücke, sondern auch den Canyon und den Fluss im Blick, der hier von einem steilen Felsen zweigeteilt wird.
Aus dem Ort Victoria Falls kommend, biegst du einfach rechts am Schild von dem Weg zum Nationalpark ab. Es sind nur etwa 500 Meter von der Kreuzung bis zum Lookout Café.
 

Africa Café im Elephant’s Walk
Neben dem Rainforest Café im Park und dem Lookout Café direkt an der Schlucht lohnt sich im Ort Victoria Falls das Africa Café im Elephant’s Walk Shopping & Artist Village. Das Café liegt inmitten vieler Verkaufsstände mit Kunsthandwerk und einer super tollen Deko.
Wie alles in Vic Falls sind die Preise allerdings nicht wirklich günstig.
 

Three Monkeys Restaurant
Falls du abends in Victoria Falls Essen gehen möchtest, können wir dir das Three Monkeys empfehlen. Leckere Pizza und andere Gerichte stehen hier auf der Speisekarte.

Eine gute Übersicht aller Restaurants und Cafés in Vic Falls findest du hier.
 

Unterkunft in Victoria Falls

Übernachtet haben wir etwas außerhalb von Victoria Falls. Wir verbrachten zwei Nächte in der Guest Paradise Lodge, einer schönen gepflegten Anlage mit Außenpool, Restaurant und einer kleinen Bar.
Die Zimmer waren sauber und vom Komfort vollkommen ok. Es gab kostenfreie Parkplätze auf dem Gelände, gutes Frühstück und gratis WLAN.
Ohne eigenes Fahrzeug ist diese Unterkunft jedoch nicht zu empfehlen. Denn: Auf keinen Fall solltest du nachts zu Fuß auf der Straße unterwegs sein!

Reiseführer

Falls du dir nur die Victoriafälle ansehen möchtest, brauchst du nicht extra einen Simbabwe Reiseführer. Oft sind die Wasserfälle auch in den Namibia/Botswana Reiseführern enthalten, z.B. im Namibia kompakt* oder im Lonely Planet Reiseführer Namibia & Botsuana*.
 
 

Sonstige Infos zum Besuch der Victoriafälle:

  • Vom Ort Victoria Falls aus sind die Fälle gut fußläufig zu erreichen. Auch einen Ausflug nach Sambia kannst du ohne weiteres zu Fuß unternehmen. Stelle jedoch sicher, dass du vor Einbruch der Dunkelheit zurück bist.
  • Du kannst den Victoria Falls Nationalpark in Simbabwe super auf eigene Faust erkunden.
  • Der Eintritt kostet 30 USD pro Person.
    Ein mehrfacher Eintritt pro Tag ist mit dem Ticket leider nicht möglich. Falls du also vormittags dort bist und zum Sonnenuntergang noch mal in den Park möchtest, musst du ein neues Ticket kaufen.
    Bezahlen kannst du mit Kreditkarte, in US-Dollar, britischem Pfund, Euro oder südafrikanischen Rand.
  • Der Park ist täglich von 6 bis 18 Uhr geöffnet.
  • Die Website des Victoria Falls Nationalparks findest du hier.
  • Vom Parkeingang folgst du am besten dem beschilderten, ca. 5 Kilometer langem, Rundweg, der meist an der Abbruchkante der Schlucht entlang führt. Von mehreren Aussichtspunkten hast du fantastische Sicht auf die Wasserfälle.
    Aber Vorsicht! An vielen Stellen bildet nur ein leichter Schutzzaun aus Dornenzweigen eine Abgrenzung zur steilen Schlucht, der eher symbolischen Charakter hat.
    Die Steine sind durch die aufsteigende Feuchtigkeit sehr nass und rutschig.
    Trotz aller Begeisterung solltest du stets einen sicheren Abstand zur Steilkante halten und niemals über eine der Absperrungen steigen.
  • Wenn du nicht bis auf die Haut nass werden möchtest, vergiss die Regenjacke nicht! Oder du leihst dir am Eingang zum Park für einige US-Dollar ein Regencape aus.
    Besonders während der wasserreichen Zeit prasseln an manchen Stellen solche Wassermassen auf die Wege, als würdest du unter der Dusche stehen.
  • Denke unbedingt an einen Nässeschutz für deine Kamera!
  • Nimm dir auf jeden Fall etwas zu trinken mit. Wasser kannst du beim Eingang kaufen.
  • Für den Besuch der Wasserfälle solltest du mindestens 2 – 3 Stunden einplanen, für den Abstecher zur Victoria Falls Bridge eine weitere Stunde. Dann kannst du im gemütlichen Spazierschritt und mit regelmäßigen Fotostopps durch den Park schlendern und musst nicht im Eiltempo von Punkt zu Punkt hasten.
  • Victoria Falls Bridge
    Von Victoria Falls in Simbabwe nach Livingston in Sambia gelangst du über die berühmte Victoria Falls Brücke direkt unterhalb der Wasserfälle. Es gibt Grenzstationen auf beiden Seiten. Sofern du nicht von einem Land ins andere wechseln willst, sondern nur die Brücke besichtigen möchtest, braucht es keine großen Formalitäten. Möchtest du allerdings auch die sambische Seite der Wasserfälle besuchen, fallen neben den Visa-Gebühren auch erneut die Eintrittsgebühren für den Nationalpark an.
    Hast du vor beide Seiten zu besuchen, solltest du dir bei der Einreise ein KAZA Universal Visa kaufen. Dieses Visum ist weit günstiger als 2 Einzelvisa für die Länder.
  • Anreise nach Victoria Falls
    Die Anreise zu den Victoriafällen mit dem eigenen Fahrzeug ist nicht unbedingt jedermann zu empfehlen.
    Insbesondere der Grenzübertritt auf eigene Faust mit dem PKW ist eine besondere Erfahrung, teuer und ein kleines Abenteuer für sich.
    Wenn du in Victoria Falls keine weiteren Aktivitäten geplant hast, kannst du vom botswanischen Kasane einen Tagesausflug unternehmen. Diesen kannst du als Pauschalausflug mit Guide, Essen und Eintritten buchen oder alternativ nur den Transfer.

 
 
Hast du die Victoria Fälle schon einmal gesehen oder stehen sie noch auf deiner Wunschliste?
Wir freuen uns auf deinen Kommentar!

 
 
Noch mehr Reiseberichte aus Simbabwe findest du hier.
 
 
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geschrieben von
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