Mit dem Auto durch Japan – alles was du dazu wissen musst

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Japan gilt als das Land der extrem pünktlichen und wahnsinnig schnellen Züge.
Legendär und bewundernswert ist aber nicht nur die Schnelligkeit und Pünktlichkeit des berühmten „Shinkansen“, die international konkurrenzlos ist, Japan hat auch eines der effizientesten und größten Eisenbahnnetze der Welt.

Kein Wunder also, dass so viele Menschen Japan per Zug bereisen.
Aber mit dem Zug ist man immer an Fahrpläne und Fahrtrouten gebunden. Das ist nicht nur unflexibel, man ist auch immer auf den gleichen Wegen unterwegs wie zigtausend andere Reisende.

Viele Gegenden Japans sind mit Bus und Bahn nur recht kompliziert oder gar nicht zu erreichen.
Vor allem in ländlichen Gegenden stellt das Auto die einzig praktikable Möglichkeit voranzukommen dar, es sei denn du hast ein gutes Tourenfahrrad oder machst dir nichts daraus, lange auf den nächsten Bus warten zu müssen.
 
Was viele nicht wissen: Das Reich der aufgehenden Sonne lässt sich auch bestens mit einem Mietwagen oder Camper bereisen.

Wie fast überall genießt du mit dem Auto maximale Flexibilität und das Gefühl von Freiheit.

Und entgegen anderslautender Aussagen in verschiedenen Reiseführern, ist Autofahren in Japan halb so wild.
Wenn man ein paar kleine Hürden überwunden hat, ist es eigentlich sehr einfach Japan mit dem Auto zu bereisen. Mal abgesehen davon, dass man natürlich einen EU-Führerschein besitzen muss, benötigt man lediglich eine Übersetzung ins Japanische sowie einen gültigen Reisepass. Dann kann der Spaß auch schon losgehen!

Und wer nicht gerade im Zentrum Tokios unterwegs ist und daran denkt, dass Linksverkehr herrscht, dürfte keine größeren Probleme haben. Verglichen mit anderen asiatischen Ländern geht es in Japan im Straßenverkehr bemerkenswert diszipliniert zu.
 
 
Es gibt allerdings einige Besonderheiten, über die du Bescheid wissen solltest:
 

Führerschein für Japan-Reisen

Wenn du in Japan Auto fahren möchtest, benötigst du eine japanische Übersetzung deines deutschen Führerscheins.

ACHTUNG: Der internationale, in Deutschland ausgestellte, Führerschein ist in Japan nicht gültig!
Nur mit einer Übersetzung und deinem Original-Führerschein darfst du in Japan Auto fahren.
Eine japanische Übersetzung ist auch NUR dann eine anerkannte japanische Übersetzung, wenn sie in Japan erstellt wurde.

Die Übersetzung kannst du bei folgenden Institutionen anfertigen lassen:

  • Deutsche Botschaft Tokyo
  • Deutsches Generalkonsulat Osaka
  • International Service Counter der JAF
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    Planst du einen Roadtrip durch Japan, solltest du dich unbedingt schon vor deiner Abreise mit einer der Institutionen in Verbindung setzen und die Übersetzung auf dem Postweg beantragen und anfertigen lassen.
    Natürlich kannst du die Übersetzung auch vor Ort an einem der zahlreichen International Service Counter der JAF auf den Weg bringen. Die Bearbeitungszeit dauert jedoch drei bis fünf Werktage (manchmal auch länger!).

    Bisher haben die deutschen Auslandsvertretungen in Japan die Übersetzungen sogar an Adressen in Deutschland verschickt. Dieser Service wird zum 30.04.2017 eingestellt.
    Ab dem 01.05.2017 muss die Abholung persönlich erfolgen!
     
    Die Gebühr beträgt 3000,00 Yen (je nach Wechselkurs ca. 25 Euro).

    Detaillierte Informationen zur Beantragung der Übersetzung findest du hier.

    Wichtig: Die Übersetzung ist nur zusammen mit dem Originaldokument gültig. Das bedeutet, dass du bei der Fahrt sowohl deinen deutschen Führerschein, als auch die offizielle Übersetzung ins Japanische bei dir tragen musst.

    Dies gilt aktuell für Führerscheine aus Deutschland und der Schweiz. Hast Du einen Führerschein aus Österreich, reicht die internationale Version aus.

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    Mietwagen buchen

    Ist die Hürde mit dem Führerschein überwunden, steht der Buchung deines Wagens nichts mehr im Wege. Ausgestattet mit Führerschein, Übersetzung und Kreditkarte bekommst du schnell und problemlos ein Auto.
    Nationale und internationale Autovermieter findest du vor Ort an allen Flughäfen, größeren Bahnstationen und in allen größeren Städten.

    Das Ausleihen funktioniert ähnlich wie in Europa.

    Einen Mietwagen bekommst du, abhängig von Leihdauer, Saison, Versicherung und Fahrzeugklasse, ab ca. 45 Euro pro Tag.

    Am besten buchst du deinen Mietwagen jedoch schon vor Reiseantritt aus Deutschland. Die Preise für die Fahrzeuge variieren stark, daher solltest du die Kosten unbedingt vergleichen, bevor du dich für einen Wagen entscheidest.
    Ich buche meine Mietwagen immer vor. Die beste deutsche Plattform ist aus meiner Sicht Billiger-Mietwagen.de. Dort findest du weltweit preiswerte Angebote und kannst die Leistungen sehr gut vergleichen.
    Besonders beim Versicherungsschutz solltest du nicht sparen. Ich empfehle dir Vollkasko ohne Selbstbeteiligung zu wählen. Ist die Selbstbeteiligung ausgeschlossen, musst du für Schäden nicht selbst aufkommen. Es kann ja immer mal passieren, dass der Mietwagen einen Steinschlag, einen Kratzer oder eine Beule abbekommt.

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    Für unseren Roadtrip durch Japan haben wir uns für einen Camper entschieden.
    Keine einfache Entscheidung!
    Das erste Problem tat sich schon auf, überhaupt einen Vermieter von Wohnmobilen zu finden, der das Englische beherrscht.
    Japan ist alles andere, als ein klassisches Campingland. In 4 Wochen haben wir ganze 3 Campingplätze entdeckt, von denen tatsächlich einer geöffnet hatte. Dementsprechend gibt es auch nur einige wenige Anbieter von Wohnmobilen oder Campern und nur zwei Vermieter überhaupt, die auch eine englische Webseite betreiben.
    Mit Japan Campers haben wir einen echten Glückstreffer gelandet. Wie es ist, Japan per Camper zu bereisen, erzählen wir demnächst hier.
     
     

    Navigation ist alles

    Egal für welches Fahrzeug du dich entschiedest, wähle einen Anbieter, der eine “Driving Assistance” in englischer Sprache anbietet, also ein englisches GPS-Navi für das Auto.
    Dies ist ganz wichtig, denn einige Fahrzeuge sind zwar mit einem Navi ausgerüstet, können jedoch nicht auf Englisch bedient werden. Und wenn du nicht gerade eine der japanischen Sprache mächtige Begleitung bei dir hast, kann es schwer werden, die japanischen Zeichen zu deuten.
     
     

    Autofahren in Japan

    Das Autofahren in Japan ist sehr angenehm und viel unkomplizierter als du es dir vielleicht vorstellst.
     

    Linksverkehr

    Der wichtigste Unterschied zum deutschen Straßenverkehr ist sicherlich der, dass in Japan Linksverkehr herrscht, was zwangsläufig die eine oder andere Umstellung erfordert.
    So befindet sich nicht nur das Lenkrad auf der rechten Seite, auch die Bedienhebel für Blinker und Scheibenwischer sitzen „verkehrt“ herum.
    Doch spätestens nach einer halben Stunde hast du den Linksverkehr intus. Da du selten alleine bist, fahr einfach den anderen hinterher. 😉
    Wobei die ersten Kilometer schon mal im Fiasko enden können. So geht es mir jedenfalls immer. Ich will blinken, doch ich betätige den Scheibenwischer und der Blick in den Spiegel nach rechts oben geht ins Leere, weil er links oben sitzt.
    Allerdings passiert mir das auch nach 4 Wochen noch manchmal. 😀

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    Geschwindigkeitsbegrenzungen

    Am schnellsten gewöhnst du dich an den japanischen Verkehr sicherlich etwas außerhalb der großen Städte, zumal die Geschwindigkeitsbegrenzungen den Verkehr für deutsche Verhältnisse sehr stark einbremsen.
    Du wirst schnell merken, dass in Japan andere Geschwindigkeitsregelungen gelten, als im Rest der Welt. Konkret kannst du erwarten, dass du in den Städten rund 40 Stundenkilometer fahren darfst, die Landstraßen erlauben meistens eine Höchstgeschwindigkeit von 60 Stundenkilometer und viele Autobahnen sind häufig auf 80 (statt 100) Stundenkilometer begrenzt.

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    Die große Mehrheit der Japaner hält sich auch recht genau an diese Begrenzungen, denn das Tempolimit wird ziemlich streng überwacht.
    Blitzer sieht man zwar nicht allzu oft, dennoch sind sie vorhanden und du solltest die Augen offen halten.
    Wer zu schnell fährt, muss mit drakonischen Strafen rechnen. Darauf, dass einen der Polizist nur wegen der Sprachprobleme schon davonfahren lassen wird, solltest du dich besser nicht verlassen, raten uns unsere Camper-Vermieter (und die sollten es ja wissen).
     
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    Die Ampel ist „blau“

    Etwas gewöhnungsbedürftig ist am Anfang die Position der Ampeln, die nicht an der Stelle, wo man halten soll, positioniert sind, sondern auf der gegenüberliegenden Seite einer Kreuzung. Am Anfang kann es schnell mal passieren, dass du eine rote Ampel überfährst.
    Manchmal sind die Ampeln horizontal angeordnet. Die Gelbphasen sind kürzer als bei uns.

    Und auch wenn japanische Ampeln oft einen dezenten Blaustich haben, die Ampel wird nicht blau. 😃

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    Unterwegs auf Japans Straßen

    Das Verkehrsnetz in Japan ist sehr gut ausgebaut, wenn auch sicherlich nicht vergleichbar mit Deutschland. Insbesondere die Straßenbreite ist gerade in ländlichen Gegenden oftmals auf eine Spur begrenzt. Ein Rückschluss auf die oft zierliche Größe japanischer Autos ist an dieser Stelle sicherlich möglich. 😉

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    Einbahnstraße? Nein! Bei Gegenverkehr kann es auch mal eng werden! 😀

     
    Auf dem Land sind die schmalen Straßen außerdem oft von tiefen Gräben gesäumt, die zum Ablaufen des Wassers dienen. Pass gut auf, dass du nicht in einen dieser Gräben gerätst.
     
    Die Unterscheidung zwischen Spuren für Autos und Wegen für Fußgänger ist in vielen Städten nicht eindeutig. Es gibt keine erhöhten Fußgängerwege oder Bordsteinkanten. Fußgänger gehen am Straßenrand. Hier musst du besonders Acht geben, da Fußgänger und Fahrradfahrer die Straße zusammen mit den motorisierten Fahrzeugen benutzen.

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    Friedliches Nebeneinander: Mensch und Auto teilen sich die Straße.

    In den Städten kann es auch mal etwas langsamer vorwärts gehen.
     
     

    So machst du nichts falsch

    An Bahnübergängen solltest du anhalten, auch wenn sie geöffnet sind. Warum? Keine Ahnung! Wir haben dies immer wieder beobachtet und einfach nachgemacht.
     
     

    Straßen und Beschilderung

    Auf allen größeren Bundesstraßen, auf den Autobahnen und den Hauptstraßen in den Ballungsgebieten sind die Fahrziele auch in Romanji, also in lat. Lettern, ausgeschildert. In ländlichen Gebieten ist dies jedoch oft nicht der Fall. Planst du in entlegene Gebiete zu fahren, ist es ratsam eine zuverlässige Navigation oder wenigstens einen englisch/deutsch-japanischen Straßenatlas zu nutzen.

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    Die kompliziertesten Verkehrsknoten der Welt

    Auch in größeren Städten (mit Ausnahme von Tokio) ist das Autofahren kein Problem.

    Einzig bei ein paar Autobahnkreuzen, an denen sich die japanischen Autobahnbauer kreativ ausgetobt haben, muss man sehr aufpassen und darauf achten, auch wirklich die richtige Ausfahrt auf der korrekten Ebene zu erwischen.
    Es kann ziemlich verwirrend sein, wenn Straßen auf mehreren Etagen verlaufen. Wie auf einer Achterbahn in Slow Motion geht es Kreisel hinauf, Rampen hinunter, über Brücken und durch Tunnel. Auf bis zu vier Ebenen rollt der Verkehr durch die Häuserschluchten.
    Das Navigationsgerät kann dann völlig durcheinanderkommen, wie uns häufiger passierte. Denn oft erkennt es nicht, auf welcher Etage des Autobahn-Regals du gerade unterwegs bist und wie es weitergehen soll. Dann hilft nur eins: Geduldig wie ein Japaner sein …

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    Gut zu wissen

    Die Verkehrsregeln sind in Japan im Großen und Ganzen die gleichen wie anderswo, nur die Verkehrsschilder können manchmal etwas verwirrend sein. Zumeist entsprechen sie den internationalen Standards. Aber in ländlichen Gegenden können Ausnahmen vorkommen.

    Setze dich vor deiner Reise unbedingt mit den japanischen Straßen- und Verkehrsregeln auseinander!
    Wusstest du zum Beispiel, dass die Promillegrenze in Japan 0% beträgt?
    Oder hast du schon einmal ein japanisches Stoppschild gesehen?
    Die „STOPP-Schilder“ bestehen aus einem roten auf dem Kopf stehenden Dreieck mit der Aufschrift « 止まれ ».

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    Autofahren in Japan kann recht teuer sein

    Auf japanischen Autobahnen wird eine Maut erhoben wird, die alles andere als unerheblich ist. Der Preis wird auf Kilometerbasis sowie einer Pauschale berechnet. Der Durchschnittspreis pro Kilometer beträgt circa 30 Yen.
    Für ca. 150 Kilometer können da schon einmal 4.500 Yen (ca. 37 Euro) zusammen kommen.

    Großstädte wie Tokio, Osaka oder Kyoto haben meist eigene Stadtautobahnen. Diese unterliegen einem festen Tarifsystem, was heißt, dass der Preis unabhängig von der gefahrenen Strecke stets der gleiche ist.

    Auch auf größeren Brücken, die zum Beispiel zwei Inseln verbinden, wird eine Maut erhoben, die auch schon einmal um die 8.000 Yen (ca. 68 Euro) betragen kann.

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    Es ist also nicht nur der schönen Landschaft wegen ratsam auf die Autobahn zu verzichten, auch wegen der Schonung des Reisebudgets. Und nicht zuletzt, weil auf der Autobahn in der Regel auch nur 80 km/h gefahren werden darf.
    Andererseits kannst du dir mit der Benutzung der Autobahn zeit- und nervenraubende Stadtdurchfahrten ersparen und so doch teilweise deutlich schneller dein Ziel erreichen.
     

    Das Entrichten der Maut ist einfach, entweder bar oder per ETC (Electronic Toll Card).

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    Entscheidest du dich für ETC, erhältst du bei der Autovermietung eine entsprechende Karte, die im Auto in ein Lesegerät gesteckt wird. Mit ihr kannst du die ETC-Durchfahrten der Mautstellen nutzen, was einerseits Zeit spart, andererseits die Bezahlvorgänge wesentlich einfacher macht.
    ETC steht ausländischen Touristen normalerweise nicht zur Verfügung, da du dafür ein japanisches Bankkonto benötigst. Deshalb lassen die Autovermieter ETC über ihr Konto abbuchen.
    Abgerechnet wird dann hinterher bei der Rückgabe des Autos.
     
    Wir haben uns für die Barzahlung entschieden. So kannst du die Kosten besser überblicken (und steuern) und erlebst nicht am Ende der Reise das böse Erwachen.
     
     

    Tanken in Japan

    An japanischen Tankstellen ist der Kunde König!

    An den japanischen Tankstellen gibt es keinen Self-Service, sondern es sind die Tankstellen-Mitarbeiter, die sich um alles kümmern.

    Fährst du in eine Tankstelle hinein, wird sofort ein Angestellter losstürmen und dich einweisen.
    Es ist fast wie bei einem großen Passagierjet auf dem Flughafen. Mit wedelnden Handbewegungen wird dir gezeigt, wie du an die Tanksäule heranfahren sollst.
    Aussteigen brauchst du nicht. Nur Fenster öffnen und sagen, wie du zahlen willst, cash oder Kreditkarte. Benzin heißt hier übrigens “regular”. Schon geht es los. Während ein Angestellter an einem der von der Decke hängenden Tankschläuche zieht, um deinen Tank zu füllen, putzt ein anderer deine Windschutzscheibe und die Seitenspiegel.
    Nicht nur halbherzig und lustlos, nein er ist voller Hingabe dabei.
    Oft wird dir auch ein feuchtes Tuch (ähnlich wie im Flugzeug) gereicht, welches aber nicht zum Händereinigen oder Frischmachen gedacht ist, sondern zum Reinigen des Armaturenbretts.
    Einige Tankstellen gehen sogar so weit, ein deodorisierendes Mittel zu verstäuben. Falls du Abfälle hast, so werden diese ebenfalls eingesammelt.
     
    Es schmerzt etwas, für diesen Service kein Trinkgeld geben zu dürfen, aber das ist in ganz Japan verpönt. Bloß kein Trinkgeld geben!
    Aber bedanken ist erlaubt. “Arigatō Gozaimashita“ heißt „Vielen Dank“ und dies erfreut die Leute an der Tankstelle sehr.

    Nachdem du deine Tankfüllung bezahlt hast, hilft dir ein Angestellter beim Verlassen der Tankstelle, indem er sich mitten auf die Straße stellt, um dir den Weg frei zu machen und eventuell andere Autos anzuhalten.
    Beim Wegfahren wirst du mit tiefen Verbeugungen und ebenfalls mehrfachem “Arigatō” verabschiedet.
     
    Vokabular, das du kennen solltest:
    Volltanken = „Mantan“
    In bar = „Genkin de“
    Mit Kreditkarte = “Kurejito Kaado de“
     
     

    Wo parkt man in Japan?

    Parken in Japan ist teuer und nervig.

    Aufgrund der urbanen Dichte und der Schnelligkeit, mit der die Polizei falsch geparkte Fahrzeuge ausmacht, ist es äußerst unwahrscheinlich, dass du irgendwo einen kostenfreien Parkplatz erwischt.

    Es ist selbstredend, dass Parken im Zentrum der Städte und in der Nähe von Sehenswürdigkeiten weitaus teurer ist als in den Vororten oder auf dem Land.
    Auch wenn wir teilweise nur 3 bis 4 Stunden gehalten haben, mussten wir mit Kosten um die 20 € rechnen. Da lohnt es sich schon mal einigeBlocks weiterzufahren, um wenigstens die Hälfte zu zahlen.
    Denn die Preise weisen eine breite Spannbreite auf. Die Taktungen beginnen bei ca. 0,85 € pro 15 Minuten. Nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Wir haben auch Angebote von 5 € für 15 Minuten gesehen.
    Für das Parken solltest du also einen eigenen Sparstrumpf haben oder weitere Fußwege in Kauf nehmen.
     

    Die verschiedenen Parkmöglichkeiten

    Neben den „normalen“ Parkplätzen, bei denen du entweder eine Pauschale beim Einfahren oder dein Tiket am Automaten vor Verlassen des Parkplatzes zahlst, gibt es noch andere Parkmöglichkeiten in Japan, von denen einige mehr als überraschend sind.
     
    Parkplätze mit Self-Service-Münzen: Diese Parkplätze findest du fast überall in der Stadt. Nach dem Parken des Autos erhebt sich eine Barriere in Bodenhöhe, um das Auto am Verlassen des Parkplatzes zu hindern. Diese Barriere wird erst wieder im Boden versenkt, wenn du an einem Automaten die entsprechenden Parkgebühren bezahlt hast.

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    Selbsterklärend, oder? 😉

     
    Parktürme: Aufgrund des Platzmangels rivalisieren die Parkplatzbetreiber an Einfallsreichtum, um die Autos so platzsparend wie möglich übereinander zu parken. Bei dieser Art von Parkplätzen sind zumeist Angestellte präsent, um dir beim Manövrieren deines Autos behilflich zu sein, bevor dieses in eine Art Riesenrad mit verschiedenen Etagen gebracht wird. Bei diesem System solltest du besser nichts im Auto vergessen haben. 😀
     
     

    Raststätten sind dein bester Freund

    Wenn du dir eine japanische Vokabel merken solltest, dann ist es „Michi no eki“ oder auf Japanisch: 道の駅. Wörtlich übersetzt heißt das „Bahnhof der Straße“ und entspricht im Wesentlichen unseren Autobahnraststätten.
    Allerdings gibt es zwei bedeutende Unterschiede: Erstens findest du die Raststätten nicht nur an den Autobahnen, sondern auch an vielen Landstraßen. Zweitens sind diese Raststätten viel besser ausgerüstet als unsere in Europa.

    Wir haben mit unserem Camper sehr oft die Nacht auf diesen Raststätten verbracht. Hier findest du nicht nur Tankstellen, Restaurants und Toiletten, die übrigens immer sehr sauber und gepflegt sind, manchmal gibt es auch Duschen, die Reisende teilweise sogar kostenlos nutzen dürfen.
    Hier kannst du dich gut mit Essen und Trinken, Süßigkeiten und Souvenirs eindecken. Es gibt zahlreiche Automaten für verschiedenen Getränke und meist kleine Stände, die regionale Spezialitäten verkaufen. Es gibt sogar einige Raststätten mit Onsen!

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    Unser Fazit:

    Autofahren in Japan ist absolut empfehlenswert, insbesondere wenn du dich abseits der ausgetretenen Pfade bewegen willst.

    Bis auf kleine anfängliche Schwierigkeiten lief alles nahezu perfekt und zwar so gut, dass ich mich nach mehr als 4.500 gefahrenen Kilometern fragte: Wo ist der Haken?
    Ich empfand das Autofahren in Japan als sehr entspannt. Die Japaner sind äußerst disziplinierte Fahrer. In den Großstädten geht es zwar manchmal etwas ruppiger zu, hier wird schneller gefahren und auch mal dichter aufgefahren, aber nie genötigt. Lichthupe oder gar hupen kennt man in Japan nicht.
     
     
    Warst du schon einmal in Japan mit dem Auto unterwegs? Oder hast du weitere Tipps zum Autofahren in Japan? Ab damit in die Kommentare.
     
     

    geschrieben von
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    14 Kommentare

    • Mein Tipp wäre die Ziele die eh auch mit dem Zug erreichbar sind mit dem Zug zu machen und punktuell ein Auto zu mieten (für ein paar Stunden oder einen Tag, je nachdem). Vor allem wenn man nicht so viel Zeit hat, spart man sich damit sehr viel an Transitzeiten (die Züge sind einfach soviel schneller!). Wenn man allerdings viel Zeit hat, dann spricht nichts gegen das Auto, man sollte halt wissen, wie langsam man voran kommt 🙂

      Ich habe außerdem bei Tankstellen immer wieder die Erfahrung gemacht, dass Kreditkarten aus dem Ausland nicht akzeptiert werden. Also immer ausreichend Bargeld beim Tanken mit haben! Letztens erst beim Kagoshima Flughafen passiert.

      Und noch ein Tipp: Die Rush Hour meiden. Nichts ist zäher als eine Strecke, die 20min dauern sollte, in über 2h zurück zu legen. Sprich entsprechend zu der Zeit Pausen einplanen.

      • Liebe Silvia,
        da wir große Fans von Roadtrips sind, fällt die Alternative Zug für uns aus. Wir genießen die maximale Freiheit mit einem eigenen Fahrzeug.
        Was uns vorher nicht bewusst war, war die langsame Fortbewegung. Aber im Camper war auch dies kein Problem. Wir sind ohne jeden Plan unterwegs gewesen, hatten 4 Wochen Zeit und mussten uns keine Gedanken zu Unterkünften machen.
        Danke für den Hinweis mit den Kreditkarten. Da hatten wir wohl Glück, dies ist uns nicht passiert. Hatten aber auch immer ausreichend Bargeld dabei.
        Viele Grüße
        Frauke

    • Hallo Frauke,
      wie cool, dass ihr mit einem Camper in Japan unterwegs wart! Ich liebe ja Roadtrips mit einem Camper über alles, aber Japan wäre mir da jetzt als mögliches Reiseziel nicht eingefallen. Vielen Dank für die Inspiration 🙂
      Wieviel muss man denn dort ungefähr für die Camper Miete einplanen? Ist das sehr teuer?
      Liebe Grüße
      Kristin

      • Hallo Kristin,
        dann geht es dir wie uns – wir lieben Roadtrips! Es gibt doch nichts Schöneres, als ein Land im eigenen Fahrzeug zu erkunden.
        Die Idee mit Japan ist bei uns ganz zufällig entstanden. 🙂
        So teuer ist ein Camper in Japan gar nicht. Die kleinen Minivans (für 2 Personen) bekommt man ab ca. 50 Euro/Tag. Obwohl wir nur zu zweit unterwegs waren, haben wir uns für ein etwas größeres Modell (Dach zum Ausklappen) entschieden und dafür 58 Euro/Tag gezahlt. Campingplätze kennt man in Japan kaum, aber du kannst an jeder Raststätte und auf Parkplätzen kostenfrei übernachten.
        Uns hat es echt Spaß gemacht, Japan im Camper zu bereisen. Nur die Jahreszeit war falsch gewählt. 🙁 Den Sommer sollte man meiden.
        Liebe Grüße
        Frauke

    • hallo frauke, super beitrag. so ist es genau, wie du geschrieben hast. wir sind u.a. aus sapporo zurück, wo wir für zwei tage ein auto gemietet haben. es war mega, waren im schnee unterwegs in den skigebieten und haben es sehr genossen. der rest waren wir mit dem japan rail pass – green card – und mit der gran class abteilung gefahren. Ist echt teuer, aber ein erlebnis sondergleichen im zugbereich (firstclass beim fliegen,

    • Hallo,

      wir sind kurz davor unseren Camper zu reservieren und haben für unsere Runde zwei Wochen Zeit.
      Kannst du uns verraten, wieviel ihr für Parkgebühren und Maut ca. bezahlt habt?

      • Liebe Karin,
        sorry, dass ich erst heute antworte. Aber wir sind erst gestern von einem 5-wöchigen Trip durch Südostasien zurück gekehrt.
        Ich habe die Kosten für Maut und Parkgebühren nicht aufgelistet, aber da ist einiges zusammen gekommen.
        Ich kann euch nur empfehlen Autobahnen so weit wie möglich zu meiden. Das ist richtig teuer (bis zu 40 Cent/Kilometer) und ihr kommt auch nicht wirklich schneller voran. Viele Autobahnen sind auf 70 oder 80 Km/h begrenzt. Versucht immer abseits der Sehenswürdigkeiten oder außerhalb der Orte zu parken. In Tokio haben wir 15 Euro für eine Stunde bezahlt. 🙁
        Liebe Grüße
        Frauke

    • Klasse! Danke für die sehr übersichtlichen und gut geschriebenen Tipps. Ich bin auch schon oft in (Süd)Japan Auto gefahren. Was mir allerdings aufgefallen ist, kaum einer hält sich an die Geschwindigkeit. Jeder fährt mind. 10 km/h mehr. Hält man sich dran, wird sogar gedrängelt!

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